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Fondssparplan Uniglobal: Der Riese für Raten

Der internationale Aktienfonds Uniglobal ist der Renner unter den heimischen Sparplanfonds. In ihn zahlen rund 1,9 Millionen Anleger monatlich ein. Das macht Fondsmanager André Köttner mit dem Geld.

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André Köttner, Manager des UniGlobal-Fonds von Union Investment

Die Termine kennt Andre Köttner inzwischen: Immer wieder am 5. und am 20. eines Monats steigt der Pegel des internationalen Aktienfonds Uniglobal, den die genossenschaftliche Fondsschmiede Union Investment anbietet. Und Köttner ist als Fondsmanager dafür zuständig, die monatlich 100 Millionen Euro sinnvoll anzulegen, die ihm 1,9 Millionen Anleger Monat für Monat überweisen.

Dass er derart zugeschüttet wird hängt mit den vielen Riester-Sparern von Union Investment zusammen. Wer bei seinem staatlich geförderten Altersvorsorgevertrag die UniProfiRente gewählt hat, zahlt automatisch das Geld größtenteils in den UniGlobal ein, der dadurch inzwischen schon ein Volumen von sieben Milliarden Euro erreicht hat.

Von Köttners Anlagegeschick ist die Riester-Altersvorsorge von 1,8 Millionen Bundesbürgern abhängig und zudem sparen noch rund 100.000 Anleger mit einem herkömmlichen Sparplan ohne Riesterförderung in den Fonds. Das beunruhigt den 39-Jährigen aber nicht, der das Aushängeschild des Fondshauses seit 2007 lenkt. Zuvor hat er schon jahrelange Erfahrungen mit anderen Fonds gesammelt – unter anderem während der Dot.com-Krise im Jahr 2000.

Wohin mit dem Geldregen?

Auf den Geldregen aus den Sparplänen ist er jeden Monat vorbereitet und er weiß meist schon Tage zuvor, wo er die Millionen anlegen wird. Da bei Aktien das beste Timing nicht immer mit den Stichtagen der Sparplaneinzahlungen übereinstimmt, kauft Köttner an der Terminbörse Eurex Futures, weil diese Instrumente ihm einen schnellen Einstieg in den Markt ermöglichen und zudem sehr liquide sind – zum Beispiel Futures auf den US-amerikanischen Aktienindex S&P 500 oder auch den australischen ASX, da die Wirtschaft in Australien derzeit sehr gut läuft. Besonders interessant findet er aktuell neben australischen auch kanadische und norwegische Titel. „Die Wirtschaft läuft durch den Rohstoffreichtum dieser Länder derzeit gut. Sie sind auch nicht so stark verschuldet wie andere Staaten“, sagt Köttner.

Am riesigen Futuresmarkt beeinflusst Köttner auch mit 100 Millionen Euro nicht die Preise. Weil dort so große Summen gehandelt werden, kann Köttner zudem das Geld rasch wieder abziehen, wenn er interessante Einzelaktien gefunden hat, denen er eine bessere Kursentwicklung als dem Index zutraut.

Derzeit stecken rund 200 verschiedene Aktientitel im Fonds, das größte Gewicht haben Google, Nestlé, Microsoft, Roche und BHP Billiton. 43 Prozent der Aktiengesellschaften kommen aus den USA, 10,8 Prozent aus Grossbritannien und 6,8 Prozent aus der Schweiz, der Rest ist weltweit über viele andere Märkte verteilt. Mit einem Anteil von drei Prozent ist auch Brasilien im Fonds vertreten, ebenfalls hat Köttner in Thailand, China und Indien einen kleinen Teil des Fondsvermögens in Schwellenmärkten investiert.

In den vergangenen Jahren brachten Sparpläne mit dem Fonds folgende Ergebnisse:

Wer fünf Jahre lang monatlich 100 Euro eingezahlt hat (gesamte Einzahlung 6100 Euro, erste Einzahlung 27. Dezember 2005, letzte 27. Dezember 2010) hat jetzt ein Vermögen von 7249 Euro im Depot. Über zehn Jahre wären aus insgesamt eingezahlten 12.100 Euro 15.995 Euro geworden.

Positiv für Aktien

Gegenüber seinem Vergleichsindex MSCI Welt muss sich Köttner nicht verstecken: Eine Einzahlung in den Index hätte nach fünf Jahren nur 6406 Euro gebracht und nach zehn Jahren 13.211 Euro. Der Köttner-Mix hielt dabei auch die Schwankungen des Fondspreises kleiner. Die Volatilität in den vergangenen drei Jahren liegt mit 17.6 Prozent leicht unter der des Aktienindex, dessen Kurs um 18,6 Prozent um seinen Mittelwert schwankte.

Köttner rechnet für dieses Jahr damit, dass es wirtschaftlich weiter gut läuft. „Unternehmen investieren wieder in Projekte und denken weit in die Zukunft und nicht nur drei Monate voraus, wie es vor zwei Jahren war. Es werden wieder Mitarbeiter eingestellt und für die Unternehmenschefs ist die Krise längst abgearbeitet“, sagt Köttner. Selbst für die USA sieht er positive Anzeichen: „Die Arbeitslosigkeit ist hoch, doch eine leichte Besserung am Arbeitsmarkt kann dann auch den Konsum wieder anschieben“, so Köttner.

Er weiß aber auch, dass es an der Börse nicht sehr viele gute Jahre hintereinander gibt und jedes Jahr neue Herausforderungen bringt.

Euphorisch ist er auch nicht: „Höhere Rohstoffpreise können das Wirtschaftswachstum bremsen, die Margen der Unternehmen sinken damit und die Transportkosten steigen.“ Köttner hält Aktien in der historischen Betrachtung weiterhin für günstig bewertet und da angesichts niedriger Zinsen Alternativanlagen wenig zu bieten haben, rechnet er damit, dass sich noch viele Investoren an den Aktienmarkt wagen.

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