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Geförderte Baufinanzierung Was Sie über Wohn-Riester wissen müssen

Babystrampler, ein Kinderwagen und ein künstlicher Klapperstorch hängen an einem Haus. Quelle: dpa

Während den Deutschen die Lust an der Riester-Rente mehr und mehr vergeht, bleibt Wohn-Riester beliebt. Wir beleuchten die Vor- und Nachteile bei einem neuen Wohn-Riester-Vertrag.

Den Deutschen vergeht allmählich die Lust an der Riester-Rente. Die staatlich geförderte Altersvorsorge wird von Jahr zu Jahr unbeliebter. Insbesondere Riester-Verträge auf der Basis von Rentenversicherungen verzeichnen nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales mehr Kündigungen und Vertragsabgänge als Neuabschlüsse. Im ersten Quartal sank die Zahl der Riester-Versicherungen nochmals um 24.000. So setzt sich der seit einigen Jahren etablierte Negativtrend weiter fort – auch wenn das nur wenig am Bestand von rund 16,6 Millionen Riester-Verträgen in Deutschland ändert. Allerdings wird nach Schätzungen jeder fünfte Vertrag auch nicht weiter bespart.

Während die erwähnten Versicherungslösungen mit Riester-Förderung 2006 noch für mehr als 80 Prozent der Verträge standen, sind es aktuell nur noch 65 Prozent. Auch Banksparpläne mit Riester-Zulage sind auf dem Rückzug. Unter den verschiedenen Vertragsvarianten gibt es allerdings noch immer Erfolgsstorys. Riester-Fondssparpläne und der seit Jahren beliebte Wohn-Riester konnten beim Bestand zulegen. Offenbar bietet Wohn-Riester gegenüber anderen Riester-Varianten immer noch Vorteile. 

Insgesamt gibt es 1,77 Millionen Wohn-Riester-Verträge, der Bestand wuchs zuletzt aber nur noch langsam. Doch nun stellt sich angesichts erhöhter staatlicher Förderung, einer Flexibilisierung der Verträge und vermutlich bald steigenden Bauzinsen die Frage, ob sich Wohn-Riester noch mehr lohnt. Wie sehen also die Vor- und Nachteile bei einem neuen Wohn-Riester-Vertrag aus?

Eigenheimfinanzierung mit Riester-Zulage

Wie bei allen Riester-Verträgen geht es darum, ein Altersvorsorgeinstrument mit staatlicher Förderung zu kombinieren. Der Bund zählt dabei auch die selbst bewohnte, eigene Immobilie zur wirkungsvollen Altersvorsorge.

Die Riester-Zulagen lassen sich von Immobilienkäufern auf drei Arten nutzen.

1. Tilgung: Wer Haus oder Wohnung baut oder kauft und über ein Darlehen finanziert, kann die Zulagen in die Rückzahlung des Kredits stecken. Grundsätzlich funktioniert Wohn-Riester auch für Umschuldungen bzw. Anschlussdarlehen. Dazu gibt es sowohl Riester-Bausparverträge als auch Riester-Bankdarlehen. Bedingung ist aber, dass die Immobilie vom Riester-Sparer selbst bewohnt wird.

2. Genossenschaftsanteile: Die Zulagen können in Anteile einer Wohnungsbaugenossenschaft gesteckt werden.

3. Barrierefreier Umbau: Wer sein Eigenheim von Barrieren für Gebrechliche und Behinderte befreien will, kann die Zuschüsse dafür nutzen.

Beliebt ist "Wohn-Riestern" vor allem mit Bausparverträgen. Entsprechend groß und variantenreich ist das Angebot der Bausparkassen. Riester-Baudarlehen gibt es hingegen kaum. Laut Max Herbst, Gründer und Chef der FMH Finanzberatung, gibt es Wohn-Riester-Darlehen derzeit nur noch von der Postbank und ihrer Tochter DSL-Bank. Andere Anbieter wie die Allianz haben sich nach Inkrafttreten der Wohnimmobilienkreditrichtlinie aus diesem Markt zurückgezogen. Für Verbraucher muss das kein Nachteil sein. "Unabhängig von einer Riester-Förderung,“ sagt Herbst, „bin ich über das vielfältige Angebot der Bausparkassen erstaunt. Inzwischen gelingt es mit vielen Bausparkassen unter den Gesamtkreditkosten für marktübliche Annuitätendarlehen zu bleiben – auch ohne staatliche Förderung."

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