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Geldanlage Gold schlägt Euro

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Bernanke und seine geistigen Verwandten bewegen sich klar im Widerspruch zur Lehre der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, deren Vertreter Ludwig von Mises bemerkte: „Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines durch Kreditexpansion ausgelösten Booms zu vermeiden. Die Frage ist nur, ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe einer weiteren Kreditexpansion kommen soll oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems.“

Bernanke & Co. haben den zweiten Weg eingeschlagen. Ist der von fallenden Vermögenspreisen erzeugte Leidensdruck groß genug, werden auch die Republikaner in den USA ihre aktuelle Blockadepolitik gegen weiteres Gelddrucken aufgeben.

Eiserne Reserve versilbern

Portugal und Griechenland hängen am Tropf des Euro-Rettungsschirms. Die klammen Länder sollen deshalb ihre Goldreserven verkaufen, bevor das Geld anderer gefährdet werde, fordern etwa der Bund der Steuerzahler und der FDP-Finanzexperte Frank Schäffler. Portugal weist knapp 12,3 Millionen Unzen aus, Griechenland rund 3,6 Millionen Unzen. Der Marktwert dieses Goldes beträgt derzeit zusammen 17 Milliarden Euro. Damit ließe sich ein kleiner Teil der Staatsschulden abtragen. Doch das ist leichter gefordert als getan.

Wie in Deutschland ist zum -Beispiel auch in Portugal allein die Notenbank für die Verwaltung der Goldreserven zuständig. Selbst wenn sich die Notenbank dazu entschließen sollte, Gold zu verkaufen, müssten die Erlöse gemäß Portugals Notenbankgesetz auf ein Sperrkonto eingezahlt werden und könnten nicht einfach in den Schuldendienst fließen.

Machbar wären die Verkäufe aber schon. Im Rahmen des seit 27. September 2009 laufenden dritten Central Bank Agreement on Gold (CBGA3) haben die Zentralbanken des Euro-Systems, Schwedens und der Schweiz vereinbart, bis September 2014 maximal 400 Tonnen (12,86 Millionen Unzen für 13,8 Milliarden Euro) Gold pro Jahr verkaufen zu können. Bis zum Erreichen der Obergrenze in der aktuellen Periode 2010/11 wäre noch der Verkauf von 346,8 Tonnen möglich.

Sollten Portugal und Griechenland tatsächlich zum Verkauf gezwungen werden, könnte das den Goldpreis vorübergehend belasten. Doch Gold findet Abnehmer: Als der Internationale Währungsfonds (IWF) im September 2009 damit begann, seine Goldreserven in zwei Tranchen um insgesamt ein Achtel oder 403,3 Tonnen (12,97 Millionen Unzen) zu reduzieren, kaufte die Reserve Bank of India 200 Tonnen, die Zentralbanken von Sri Lanka und Bangladesch nahmen jeweils zehn Tonnen und Mauritius zwei Tonnen.

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