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Geldanlage Gold schlägt Euro

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Goldbesitz-Verbot

Engagement der Superspekulanten Soros und Paulson im Goldfonds SPDR Gold Trust

Auch die private Nachfrage aus Schwellenländern stützt den Goldpreis. China wird in diesem Jahr fast 13 Millionen Unzen Gold importieren und zwölf Millionen Unzen produzieren. Chinas Goldmarkt schließt damit auf zum indischen, dem größten der Welt.

„Wer einen Teil seines Geldes auf lange Sicht in Gold anlegen will, sollte es physisch besitzen und dort aufbewahren, wo es am wenigsten wahrscheinlich ist, dass es einem weggenommen wird“, sagt Kevin Bambrough, Chef der kanadischen Sprott Resource. Restriktionen für Goldbesitzer gab es etwa in den USA von 1933 bis 1974. Um die Wirtschaft durch mehr Geld anzukurbeln, werteten in der Großen Depression viele Wirtschaftsnationen ihre Währungen gegenüber Gold ab. Am 5. April 1933 erließ US-Präsident Franklin D. Roosevelt eine Verordnung, die das private Horten von Gold im Wert von über 100 Dollar pro Kopf verbot. Bis 10 000 Dollar Strafe oder zehn Jahre Gefängnis drohten bei Verstößen. US-Bürger hatten ihr Gold für 20,67 Dollar pro Unze bei der Notenbank abzugeben, dann wurde die Parität auf 35 Dollar pro Unze fixiert.

Hedgefonds-Investments

Die Freigrenze von 100 Dollar, was etwa fünf Unzen Gold entsprach, war ein geschickter Schachzug der Regierung, weil dadurch die Mehrheit der Bevölkerung vom Verbot nicht betroffen war. Entsprechend regte sich dort auch kaum Widerstand gegen die Konfiszierung. Wer unter der Freigrenze lag, konnte an der späteren Aufwertung von Gold gar verdienen – ein probates Mittel, um Enteignungen gesellschaftsfähig zu machen.

Für Goldbesitzer „könnte es gefährlich werden, richtig zu liegen, wenn die Regierung falsch liegt“ – Marc Faber zitiert Voltaire, wenn er gefragt wird, ob er sich ein Goldbesitzverbot vorstellen könne.

Bambrough hat deshalb die Anteile seiner Gesellschaft an Gold-ETFs, die nur einen Anspruch auf physisches Gold darstellen, durch direkte Goldinvestments ersetzt. Aktuell hält er rund 74 000 Unzen Gold für 115 Millionen Dollar. Deutlich mehr besitzt Hedgefondsmanager John Paulson, der mit Wetten auf den Crash des US-Immobilienmarktes Milliarden machte: Seine Anteile am SPDR Gold Trust verbriefen den Anspruch auf 3,15 Millionen Unzen. Gegenwert: 4,9 Milliarden Dollar. Paulson prophezeit den USA zweistellige Inflationsraten. Deshalb werde der Anleihemarkt crashen, während Sachwertanlagen profitierten.

Während es bei Paulson so aussieht, als ziehe er seine Goldpositionen bis zum großen Finale durch (siehe Grafik), versucht George Soros Auf- und Abwärtsbewegungen zu nutzen. Flankiert wird das oft mit markigen Aussagen des berühmten Spekulanten. Soros weiß genau, dass er wahrgenommen wird in der Öffentlichkeit. Im Januar 2010 sah Soros Gold als „die ultimative Blase“. Es sei vernünftig, zum Beginn einer Blase zu kaufen, weil in dieser Phase die größten Preissprünge zu erwarten seien. Nur hatte er da schon gekauft. Stattdessen baute seine Investmentfirma, die im zweiten Halbjahr 2009 6,2 Millionen Anteile am SPDR Gold Trust gekauft hatte, diese Position im Jahresverlauf 2010 ab, auf 4,7 Millionen Anteile. Ende 2010 sagte Soros dann, dass die Bedingungen für einen weiteren Anstieg des Goldpreises „ziemlich ideal“ seien. Doch schon im ersten Quartal 2011 verabschiedete er sich nahezu komplett aus der Goldposition. Das Timing war nicht ganz so optimal: Der Goldpreis zog ohne Soros weiter an.

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