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Geldanlage Mit welchen Rezepten Investmentfonds-Manager Erfolg haben

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Top und Flop

Die haben sich ohnehin schon aus dem Staub gemacht: 2008 zogen sie in Deutschland 28 Milliarden aus Publikumsfonds für jedermann ab. Da sind die 1,5 Milliarden Euro, die dieses Jahr netto zuflossen, keine Trendumkehr. Zumal der größte Batzen an börsengehandelte Indexfonds ging und nicht an die Fondsgesellschaften, die aktiv versuchen, den Markt zu schlagen.

Der Schwenk von den aktiv gemanagten Fonds, die Wertpapiere ständig kaufen und verkaufen, hin zu den Indexfonds, die nur den Gesamtmarkt nachbilden, ist nachvollziehbar. In nahezu allen traditionellen Kategorien liegt das Durchschnittsergebnis der Fonds noch unter den Werten der zu diesen Gruppen passenden Indizes. Beispiel europäische Aktien: Der MSCI-Europa-Index hat in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt jährlich 0,2 Prozent verloren, die angebotenen Investmentfonds 1,6 Prozent. Die Differenz zwischen den Ergebnissen entspricht in etwa den Jahresgebühren der Fonds. Den Managern gelingt es also nicht einmal, ihre Kosten hereinzuspielen.

Auf zu wenige Pferde gesetzt

„In diesem Jahr müssen die Fondsgesellschaften endlich beweisen, dass aktives Management einen Mehrwert bringt. In der Finanzkrise sind sie den Beweis vielfach schuldig geblieben“, sagt Rüdiger Sälzle, Vorstand des Münchner Beratungshauses FondsConsult, „wenn die Fondsgesellschaften jetzt nicht die Kurve kriegen, werden Anleger verstärkt börsengehandelte Indexfonds kaufen.“

Die Bilanz der aktiven Fondsmanager fällt auch deshalb so ernüchternd aus, weil sie in bestimmte Segmente gejagt werden, statt nur dorthin, wo sie Mehrwert schaffen können. Der Deutsche Aktienindex (Dax) etwa enthält nur 30 Werte. Fondsmanager, die sich nur in diesen 30 Titeln tummeln dürfen, haben größere Schwierigkeiten, den Dax zu schlagen, als Manager, die weltweit in Aktien anlegen dürfen mit ihrem Index.

Einheitliches Erfolgsmuster gibt es nicht

In der Finanzkrise gingen aktiv gemanagte und bekannte Fonds wie der Fidelity European Aggressive und der DWS Eurovesta auf Tauchstation. Mit rund 700 Millionen Euro Volumen ist der Eurovesta einer der großen europäischen Aktienfonds. Mit der Beimischung von mittelgroßen und osteuropäischen Aktien zu den Standardwerten konnte Fondsmanager Udo Rosendahl im Aufschwung den Vergleichsindex MSCI Europa übertrumpfen.

Nach einem Minus von 52 Prozent im Jahr 2008 hat er die Gewinne allerdings komplett abgegeben. Unter den Index gerutscht ist mit einem Verlust von 64 Prozent auch der einstige Fidelity-Vorzeigefonds.

Bei aller Kritik gibt es dennoch Fondskapitäne, die sowohl in der Krise als auch in der Rally gut mithalten. Ein einheitliches Erfolgsmuster gibt es allerdings nicht.

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