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Geldanlage Mit welchen Rezepten Investmentfonds-Manager Erfolg haben

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Gute Mischfondsmanager umschifften die Klippen: Beim Carmignac Patrimoine haben die Anlagestrategen rund um den Gründer des französischen Fondshauses, Edouard Carmignac, ein gutes Händchen bei der Verteilung der Anlegergelder gehabt. Der Mischfonds Patrimoine aus dem Haus hat einer ganzen Fondsgruppe neuen Schub gegeben. „Da der Fonds zu mindestens 50 Prozent am Anleihemarkt investiert ist, galt er früher als relativ langweilig“, so André Härtel von Feri, „durch die Beimischung von Schwellenländer- und Rohstoffaktien stimmt das Ergebnis.“

Klassische Vermögensverwalter, die das Anlegergeld breit verteilen und den Überblick behielten, haben sich in der Krise bewährt: „Ich gehe so an das Management heran, als hätte mir der Anleger sein gesamtes Vermögen anvertraut“, sagt Luca Pesarini, der den Mischfonds Ethna Aktiv E steuert. Dabei gehe es für ihn nicht allein um die Frage, wie er das Geld am besten vermehren könne. „Es geht darum, wie man Vermögen vernünftig aufteilt, damit das Geld erhalten bleibt“, gibt sich Pesarini bescheiden. Schließlich fuhr der Ethna-Fonds in den vergangenen fünf Jahren ein Plus von neun Prozent pro Jahr ein.

Schwellenländerfonds erreichen gute Ergebnisse

Rechtzeitig an der Seitenlinie gestanden haben auch andere Mischfondslenker, als es bei Aktien abwärts ging: Der Wiener Leo Willert hat die Fondsgelder von Dachfonds wie dem C-Quadrat Arts Total Return Global AMI oder dem RAM-Fonds 2008 überwiegend in Geldmarkt- oder Anleihenfonds investiert. Mittlerweile ist er beim AMI-Fonds komplett in Aktienfonds umgestiegen. Der stete Wechsel hat sich gelohnt: 2008 hielt sich das Minus mit sieben Prozent in Grenzen, in diesem Jahr liegt Willert 16 Prozent im Plus. Obwohl er der guten Kursentwicklung der Börsen misstraut, greift er nicht ein, sondern verlässt sich zur Sicherheit auf Stoppkurse, bei deren Erreichen die Fonds automatisch verkauft werden.

Gewinner von morgen. Wer außerhalb der sicheren Variante investieren möchte und bereit ist, hohe Kursschwankungen zu tragen, liegt bei Schwellenländerfonds richtig. Die Aktienfonds Pictet Russia Equities und Henderson Horizon China haben das Vermögen der Anleger in diesem Jahr bereits verdoppelt. Auf längere Sicht waren die Schwellenländer die Top-Performer unter den Aktienfonds. Spitzenreiter Vitruvius Emerging Markets Equity hat innerhalb von fünf Jahren jährlich 17 Prozent verdient. Die guten Ergebnisse täuschen aber darüber hinweg, dass Anleger, die zu Höchstkursen eingestiegen sind und zu Tiefstpreisen verkaufen mussten, bei Schwellenländerportfolios locker 60 Prozent verlieren konnten. Trotz der ständigen Aufs und Abs hält Georg Schuh, Chief Investment Officer bei der Deutschen Bank, daran fest, dass an den asiatischen Märkten und insbesondere China kein Weg vorbeiführt.

Der gekonnte Einsatz von Schwellenländer-Aktien hat einigen weltweit anlegenden Fonds Schub gegeben. Sie sind ebenso wie europäische Aktienfonds Basisinvestments für Anleger, die sich langfristig engagieren möchten. Mit einem Plus von jährlich zehn Prozent pro Jahr seit 1999 hält der Carmignac Investissement als einziger, was Anlegern in vielen Verkaufsgesprächen bei Banken versprochen wurde. In den vergangenen fünf Jahren gab der MSCI-Weltindex 0,4 Prozent jährlich nach, der Fonds liegt mit 14 Prozent im Plus. In diesem Jahr machte er 30 Prozent gut und hängt damit vorsichtiger investierende Fonds ab.

"Natürlich liegen jetzt nicht mehr die Defensivkünstler aus dem vergangenen Jahr vorne. Ich halte aber trotzdem an ihnen fest, denn in einer Schwächephase sind sie mein Puffer", sagt Lars Kolbe, Vorstand und Dachfondsmanager beim Vermögensverwalter Starcapital. Diese Puffer wird er brauchen – so viel ist an den Finanzmärkten immer gewiss.

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