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Geldanlage Welche Rendite nachhaltige Fonds abwerfen

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Zu den wenigen klassischen Umweltfonds, die langfristig stabil scheinen, gehört der von der Hamburger Versicherungs- und Investmentgesellschaft Securvita angebotene "GreenEffects". Er erhielt in Analysen von Ökotest (2011) und Finanztest (2010) jeweils Bestnoten und investiert in 30 Werte des Natur-Aktien-Index (NAI), zu dem neben East Japan Railway, dem Windradhersteller Vestas und dem Reinigungsspezialisten Ecolab auch der Dämmstoffproduzent Steico und die Bonner Solarworld gehören.

Da der GreenEffects damit auf etliche verschiedene Umweltbranchen setzt, hängt er nicht am Tropf einzelner Segmente – ein entscheidender Vorteil. Zudem wählen die Fondsverantwortlichen nur etablierte Konzerne ("Technologieführer") aus. "Echte Ökovorreiter haben einen Vorteil an der Börse", meint Securvita-Vorstand und NAI-Erfinder Martens.  

Allerdings blieb auch der GreenEffects nicht vor Kritik verschont. Denn zum Portfolio gehört die Kaffeehauskette Starbucks – eine der wenigen Firmen, die keiner klassischen Ökobranche angehört. Als vor zwei Jahren Vorwürfe aufkamen, Starbucks habe äthiopischen Bauern Patente verweigert, hielt der fünfköpfige Anlageausschuss an der Aktie fest. Dessen Mitglieder – darunter Vertreter der Non-Profit-Organisation Germanwatch und des Instituts für angewandte Umweltforschung – betonten, dass Starbucks afrikanischen Bauern überdurchschnittliche Preise zahle. 

Festlegung auf einzelne Branchen vermeiden

Das sei wichtiger als unbelegte Vorwürfe und der Verkauf von Kaffee in Wegwerfbechern. Angesichts des Renommees der Ausschuss-Mitglieder blieb der Ruf des GreenEffects als ökologisch saubere Anlage unbeschadet. 

Riesige Sprünge machten Anleger mit dem GreenEffects zuletzt zwar nicht, aber der Fonds liegt bei der Performance vor den meisten Ökoportfolios. Deutlich besser schnitt beispielsweise der "Pictet-Water-P" ab – auch deswegen , weil die Wasserbranche in den vergangenen Jahren haussierte.

Aber Vorsicht: Dieser Trend kann sich wieder umkehren, eine Festlegung auf einzelne Branchen geht immer mit höheren Risiken einher. "Anleger sollten Fonds mit klarem Branchen-Fokus nur als Beimischung kaufen", rät Vermögensberater Zittlau. "Ihr Anteil sollte zehn Prozent des Gesamtdepots nicht übersteigen."

Der Sturzflug deutscher Solaraktien, die in den vergangenen fünf Jahren vielfach um mehr als 90 Prozent einbrachen, sollte Anlegern eine Warnung sein.

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