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Gesundheitspolitik Krankenkassen im künstlichen Koma

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Schreckensjahr für Krankenkassen

Ein Mann läuft an einem Logo der Krankenkasse City BKK vorbei Quelle: dpa

2011 war ein Jahr des Schreckens für die Kassen. Zehn Anbieter mussten fusionieren oder schließen. Das BVA schloss die City BKK aus Geldmangel, ratlose Versicherte wurden bei anderen Kassen abgewimmelt. Dann machte die BKK für Heilberufe dicht.

Auch im Lager der zwölf Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) mit knapp 24 Millionen Versicherten rumort es. Nachdem die schon vom Kartellamt abgesegnete Fusion der AOK Rheinland-Pfalz, AOK Saarland und IKK Südwest platzte, fusionieren demnächst nur die beiden Ortskrankenkassen. Die Saar-AOK galt als angeschlagen. Zuletzt schloss sich der Hamburger Ersatzkassen-Riese DAK mit dem Zwerg BKK Gesundheit zusammen. Beide waren angezählt und lange auf Brautschau.

Wer hat Nachholbedarf?

Zum 1. Januar 2012 wurden Fusionen von fünf Betriebskrankenkassen amtlich. Die Großkassen Techniker und Barmer GEK sind seit Langem auf der Suche. Die Krux: Die kleinen Soliden wollen nicht, und die Angeschlagenen will keiner freiwillig.

Für viele Anbieter wurde der Zusatzbeitrag, den sie in der Not direkt von den Mitgliedern einforderten, zum Selbstmord auf Raten. So wechselte ein Drittel der Mitglieder der BKK Hoesch, nachdem diese 15 Euro Zusatzbeitrag eingeführt hatte.

Auch die große DAK Gesundheit mit mehr als 6,6 Millionen Versicherten, die noch acht Euro extra im Monat verlangt, entgeht dem Sog nicht. Deren Chef Herbert Rebscher hält den Extra-Obolus für Wettbewerbsverzerrung: „Der Zusatzbeitrag hat mit Stärken und Schwächen nichts zu tun.“ Eine Kasse müsse Versicherte optimal versorgen. So könne es einer guten Kasse mit Filialnetz und Betreuung eben passieren, dass sie acht Euro fordern müsse.

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