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Gold-Anlage Warum die Welt Gold kauft

Laut Angaben des Branchenverbandes World Gold Council hat sich die Nachfrage nach physischem Gold zuletzt mehr als verdoppelt. Wer kauft und warum, was dem Goldpreis Perspektive gibt.

Ein Juwelier in Südindien Quelle: REUTERS

Gold hat Saison. Nicht nur unter Anlegern, die Inflation und Euro-Crash fürchten, sondern auch unter ganz normalen Konsumenten. Allerdings nicht in der westlichen Welt, sondern im asiatischen Raum. 

Vor allem Indien und China treiben aktuell die Nachfrage nach physischem Gold. Der Branchenverband World Gold Council (WGC) berichtet in seinem Quartalsbericht zur Goldnachfrage von einem starken Anstieg der Käufe bei Schmuck, Münzen und Barren. In Indien hat mit dem Goldverkaufsfestival im Vorfeld der Hochzeitssaison der Goldverkauf zugenommen, aber schon in den ersten drei Monaten zog die Nachfrage nach Gold deutlich an. Die abgesetzten Mengen Goldschmuck legten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 22,1 Tonnen zu, bei Münzen und Barren lag der Wert immerhin 6,3 Tonnen höher. Ingesamt stieg der Goldverkauf in Indien gegenüber dem ersten Quartal 2010 um 28,4 auf 291,8 Tonnen zu.

Gold in China immer beliebter

In China ist Gold als traditionelles Geschenk zu feierlichen Anlässen ebenfalls kulturell fest verankert. Besonderen Schub dürfte die Goldnachfrage in China allerdings durch zunehmende Inflation erhalten haben. Denn die Verkäufe von Goldbarren und -münzen haben sich in China im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt, während der Verkauf von Goldschmuck lediglich um 21 Prozent anstieg. Insgesamt kauften Chinesen zwischen Anfang Januar und Ende März sage und schreibe 93,5 Tonnen physisches Gold.

Anleger bevorzugen Barren und Münzen

Dieser Trend schlägt sich auch in der weltweiten Goldnachfrage nieder: Bei Gold-Investitionen haben Anleger zuletzt Barren und Münzen gegenüber börsennotierten Indexfonds (ETFs) und ähnlichen Finanzinstrumenten (ETPs) bevorzugt. Die Nachfrage nach Barren und Münzen ist im Vergleichszeitraum um 52 Prozent oder 125,5 Tonnen auf 366,4 Tonnen gestiegen. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach ETFs und sonstigen ETPs, die Gold in ihren Portfolios halten, stark zurückgegangen: Diese Produkte haben aufgrund von Mittelabflüssen 55,9 Tonnen Gold zurückgegeben, während sie im Vorquartal noch 3,6 Tonnen gekauft hatten.

Der Großteil der Abflüsse aus Gold-ETPs hat dem WGC zufolge im Januar in den USA und Großbritannien stattgefunden. Das WGC führt dies auf den Preisrückgang des Edelmetalls im Januar sowie auf Portfolio-Umschichtungen zum Jahreswechsel zurück. Auch Star-Investor George Soros und weitere prominente Hedgefonds-Manager aus den USA haben sich im Frühjahr stark aus Gold-ETFs zurückgezogen, wie Anfang der Woche bekannt geworden war.In den meisten anderen Märkten haben Gold-ETPs mehr Zuflüsse als Abflüsse verbucht. Das WGC begründete dies damit, dass Investoren die niedrigeren Preise für Zukäufe genutzt hätten. Vor allem in Indien gebe es einen Trend hin zu mehr Investitionen in Gold-ETFs, weil das Angebot an entsprechenden Fonds zunehme.

Anstieg bei Gold-Investitionen

Ende März hielten Gold-ETPs weltweit rund 2100 Tonnen Gold in ihren Portfolios, teilte das WGC mit. Dies entspreche einem Wert von rund 95 Milliarden Dollar (rund 67 Milliarden Euro). Einschließlich ETPs, Barren und Münzen sind die Gold-Investitionen im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 26 Prozent auf 310,5 Tonnen gestiegen. Damit machten Investitionen rund 32 Prozent der gesamten Nachfrage nach dem Edelmetall aus. Der Rest kam vonseiten der Schmuck- und Technologieindustrie.

Politische Unruhen verstärken Goldnachfrage

WGC-Analystin Eily Ong erwartet, dass die verstärkte Gold-Nachfrage vonseiten der Investoren anhalten wird. "Wir haben geopolitische Unruhen im Nahen Osten und Nordafrika gehabt, anhaltende Unsicherheit und Sorgen hinsichtlich Staatsschulden sowie anhaltende Inflationssorgen rund um die Welt", sagte sie. Zudem versuchten die Chinesen und Inder weiterhin, ihre Inflation durch Zinserhöhungen in den Griff zu bekommen. "All dies schafft ein sehr günstiges Umfeld." Hinzu kommt, dass auch Schwellenländer wie Brasilien und China ihre staatlichen Goldreserven weiter massiv aufstocken, was vor allem der angeschlagenen US-Wirtschaft und einem anhaltend schwachen Dollar geschuldet ist. Marktbeobachter rechnen daher mittelfristig mit einem Anstieg des Goldpreise auf 1600 Dollar je Feinunze.

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