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Haftpflicht Die besten Versicherungen für Singles und Familien

Die besten privaten Haftpflichtversicherungen für Familien und Singles. Quelle: Getty Images

Wer anderen unbeabsichtigt einen Schaden zufügt, muss dafür in voller Höhe aufkommen. Das kann in den finanziellen Ruin führen. Die private Haftpflicht kommt für Schäden auf. Die besten Tarife für Familien und Singles.

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Manchmal ist es nur der Bruchteil einer Sekunde, eine kurze Unachtsamkeit und schon ist ein Unglück passiert. Wir schauen beim Stadtbummel mal eben auf unser Handy und bringen einen Radfahrer zu Fall. Wir passen kurz nicht auf und die teure Skulptur bei Freunden liegt zerbrochen auf dem Boden. Oder der Fußball des Nachwuchses trifft nicht das Tor, sondern das Wohnzimmerfenster des Nachbarn. In all diesen Fällen springt die private Haftpflichtversicherung ein.

Die Kosten für das Fenster des Nachbarn mögen überschaubar sein, die Skulptur auch noch irgendwie bezahlbar. Aber was, wenn der Radfahrer schwer verletzt ist? Wenn er Folgeschäden davonträgt, vielleicht sogar für den Rest seines Lebens im Rollstuhl sitzt? Operationen, Reha, Schmerzensgeld - all das kann teuer werden. Und wenn er dann auch noch berufsunfähig wird und Rentenzahlungen hinzukommen, kann es schnell um Millionen gehen.

Darüber möchte man gar nicht nachdenken, aber solche Unfälle passieren.

Lieber freiwillig versichert, als versehentlich ruiniert

Grundsätzlich gilt: Wer anderen durch Unvorsichtigkeit oder Leichtsinn einen Schaden zufügt, muss dafür in voller Höhe aufkommen. „Im schlimmsten Fall haftet der Verursacher mit seinem gesamten Vermögen“, sagt Thomas Luckert, Versicherungsanalyst beim Analysehaus Morgen & Morgen. „Ohne Versicherungsschutz kann das sogar den finanziellen Ruin bedeuten.“ Jeder sollte deshalb eine solche Police abschließen. „Eine private Haftpflichtversicherung ist ein absolutes Muss“, sagt auch Philipp Opfermann, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale NRW.

Die Privathaftpflichtversicherung ist anders als die Kfz-Haftpflichtversicherung nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern freiwillig. Sie kommt für Schäden auf, die im privaten Umfeld des Versicherten entstehen. Das betrifft vor allem Bereiche wie Freizeit, Sport, Nachbarschaft oder Familie. Neben Sach- und Vermögensschäden kommt die Haftpflichtversicherung auch für Kosten auf, wenn Personen verletzt werden.

Kommt es zu Schadenersatzansprüchen, prüft und zahlt der Versicherer nicht nur den Schaden, sondern schützt auch vor unberechtigten Forderungen. Bei einem Rechtsstreit führt der Versicherer den Prozess und trägt dafür die Kosten. Nicht versichert sind Schäden, die vorsätzlich herbeigeführt wurden, in Kombination mit einer Straftat, bei riskanten Sportarten oder während der beruflichen Tätigkeit.

Im vergangenen Jahr haben die Versicherer nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Schäden in Höhe von 5,2 Milliarden Euro reguliert - ein neues Rekordhoch. Doch nur 85 Prozent der Deutschen haben eine solche Police. Dabei sind die Prämien für eine private Haftpflicht überschaubar, sehr gute Verträge gibt es für Singles schon für etwas mehr als 50 Euro im Jahr und für Familien ab gut 80 Euro. „Das kann sich wirklich jeder leisten“, sagt Opfermann. „Es gibt wirklich keine Argumente dafür, keine Haftpflichtversicherung abzuschließen.“

Die besten Privathaftpflichtversicherungen für Singles

WiWo-Ranking bietet Orientierung im Tarifdschungel

Doch wie finden Verbraucher die besten Tarife, worauf müssen sie achten? Immerhin 130 Versicherer bieten laut GDV Haftpflicht-Policen an. Das exklusive Ranking von Morgen & Morgen für die Wirtschaftswoche bietet Orientierung im Tarifdschungel und kürt die besten Versicherungen. Betrachtet wurden Policen mit Top-Schutz und fünf Sternen von Morgen & Morgen. Ausgezeichnet wurden dann die Haftpflichtversicherungen mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Sieben Familientarife und sechs Tarife für Singles haben die Note „sehr gut“ erhalten. „Sie unterschieden sich vor allem im Preis und weniger in den Leistungskriterien“, sagt Luckert.

Alte Policen unbedingt überprüfen

Besonders wichtig ist die Deckungssumme. Experten warnen vor zu niedrigen Summen. Für das Ranking wurden 50 Millionen Euro gewählt. „Die Beiträge für die Versicherung sind nur einige Euro günstiger, wenn die Deckungssumme beispielsweise nur bei 20 Millionen liegt“, sagt der Experte von Morgen & Morgen. Kommt es aber wirklich zu einer größeren Katastrophe, hätten Versicherte an der falschen Stelle gespart. Auch Verbraucherschützer Opfermann rät, bei der Deckungssumme „in die Vollen“ zu gehen und nicht an der falschen Stelle zu sparen. Auch auf eine Selbstbeteiligung sollten Verbraucher verzichten, sie bringe nur eine sehr geringe Ersparnis. Und im Zweifelsfall ärgern sich die Versicherten, wenn sie Schäden in Höhe von 100 oder 200 Euro selber zahlen müssen, obwohl sie versichert sind. Die ausgezeichneten Tarife verzichten auf eine Selbstbeteiligung.

Die meisten Schäden, die die Versicherer regulieren, liegen nämlich in Höhe von wenigen hundert Euro. Das können ganz banale Dinge sein, wie ein Waschbecken in der Wohnung, das zu Bruch geht, ein sogenannter Mietsachschaden. Oder die im Baumarkt geliehene Bohrmaschine fällt runter und ist defekt, im Versicherungsdeutsch ein „Schaden an einer beweglichen Sache zur Miete“. „Solche kleinen Unglücke sind in den Gewinnertarifen natürlich abgedeckt“, sagt Luckert. Ebenso wie Schäden bei Gefälligkeitsleistungen wie der Hilfe beim Umzug oder dem Blumengießen in der Urlaubszeit.

Auch ist der Verlust des privaten Schlüssels in den Sieger-Policen mit abgesichert. Der verlorene Schlüssel – das klingt banal, ist es aber oft nicht. Denn wer in einem Mietshaus mit sehr vielen Parteien wohnt, muss im Fall der Fälle den Austausch einer Schließanlage mit vielen, vielen (Sicherheits-) Schlüsseln bezahlen - ein teures Vergnügen.

Die besten Privathaftpflichtversicherungen für Familien

Ein weiteres Kriterium, um bei Morgen & Morgen fünf Sterne zu bekommen, ist die sogenannte Forderungsausfalldeckung. Sie schützt den Versicherten davor, als Opfer eines Haftpflichtschadens auf den Kosten sitzen zu bleiben, falls der Verursacher nicht zahlen kann. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Schadens­verursacher nicht haftpflichtversichert ist und für den Schaden privat nicht finanziell aufkommen kann. Dann springt die eigene Versicherung ein. „Die Forderungsausfalldeckung ist in den Top-Tarifen der Versicherer heute Standard“, sagt Luckert.

Achten sollten Kunden auch darauf, dass deliktunfähige Personen mitversichert sind.  Kinder unter sieben Jahren haften nämlich nicht für den Schaden, den sie anrichten. Trotzdem sorgt die kaputte Fensterscheibe des Nachbarn natürlich für Ärger. Gut, wenn die Haftpflicht auch bei Fünfjährigen einspringt. Im Straßenverkehr sind Kinder übrigens bis zu ihrem zehnten Geburtstag deliktunfähig. Das Thema Deliktunfähigkeit – das gilt auch für demente Familienangehörige oder geistig Behinderte – gehört für Versicherungsexperte Luckert zu den wichtigen Leistungskriterien. „Moderne, sehr gute Policen versichern deliktunfähige Personen mit“, sagt Opfermann.

Apropos modern: Der Verbraucherschützer rät, ältere Policen unbedingt zu überprüfen. In vielen Fällen sei die Deckungssumme zu niedrig. Früher lag sie oft nur bei einigen hunderttausend Euro. „Wer eine alte Police hat, sollte sie dringend überprüfen und mit seinem Versicherer sprechen“, sagt Opfermann. „Es gibt heute bessere Versicherungen als früher, mit mehr Leistungen und höherer Deckung, die oftmals sogar weniger kosten.“ Sehr guter Versicherungsschutz muss nämlich im Fall der privaten Haftpflichtversicherung nicht teuer sein, wie auch das aktuelle Ranking zeigt.

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