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Ihr Geld in der Krise "Die Streuung kann gar nicht breit genug sein"

Michael Schramm hat als persönlich haftender Gesellschafter bei der Privatbank Hauck & Aufhäuser mit Kundenvermögen ab eine Million Euro aufwärts zu tun. Sein Grundsatz für den sicheren Vermögenserhalt über Generationen hinweg: Möglichst breite Streuung.

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Michael Schramm, Gesellschafter der Privatbank Hauck & Aufhäuser

Michael Schramm hat einen Grundsatz für den sicheren Vermögenserhalt über Generationen hinweg: "Die klassische Lehre besagt, dass ein Vermögen breit gestreut sein sollte, denn verschiedene Anlageklassen und die entsprechenden Risiken entwickeln sich unabhängig voneinander. Aktuell - und das ist typisch für Krisenzeiten - sehen wir zwar eine hohe Korrelation vieler Assetklassen. Dennoch halten wir langfristig an unserer Philosophie fest: Die Streuung kann gar nicht breit genug sein."

Eine Schlussfolgerung daraus sei, dass man in Euro und Dollar denken müsse. "Der Euro ist die vierte Währung, die Deutschland in den vergangenen 100 Jahren hatte. Den Dollar gibt es schon länger, er ist immer noch die Weltleitwährung und die wichtigsten Rohstoffe werden in Dollar gehandelt." Auch wenn kurzfristig der Dollarkurs fallen könnte, wenn die US-Notenbank die Gelddruckmaschine anwirft: "Im Hinblick auf ein GAU-Szenario wäre es töricht, nicht auch im Dollarraum Anlagen zu besitzen."

Aktien sind krisenanfällig

Zur Beherrschung eines Mega-Krisenszenarios sind für Schramm Immobilien der wichtigste Schlüssel: "Der Schwerpunkt sollte auf fremdfinanzierten Wohnimmobilien liegen." Damit gewinne man sowohl in Zeiten hoher Inflation als auch in einem Deflationsszenario. Bei Inflation reduziert sich die Verschuldung durch die Geldentwertung. Bei Deflation sinken die Zinsen für die Finanzierung. Zugleich fallen aber die Mieten nicht im Gleichklang, da die Mieter nicht sofort ausziehen, bloß weil die Wohnung nebenan ein paar Euro günstiger wird.

Aktien sieht Schramm in einem GAU-Szenario eher als Verlierer: "Wegen der schwachen Nachfrage werden die Unternehmensgewinne sinken. Dann sehen wir sicherlich auch Insolvenzen und weitere Korrekturen an den Börsen." Auch bei rettenden Teilverstaatlichungen müssten die Aktionäre damit rechnen, mit zur Kasse gebeten zu werden.

Staatsanleihen sieht der Privatbankier als relative Gewinner, sofern die Emittenten erstklassig sind. Auf der sicheren Seite sei man mit Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA, weil deren Staatspapiere auch bei niedrigen Zinsen dauerhaft nachgefragt werden. Deutschland habe so viel Volksvermögen, dass das Land auch eine Depression überstehen könne. "Italienische oder rumänische Anleihen würde ich aber nicht zwingend kaufen", sagt Schramm.

Nichts gegen Gold

Gegen Gold hat Schramm prinzipiell nichts einzuwenden, in der Vergangenheit sei es in Krisen immer stabil geblieben. Das sei jedoch rein psychologisch begründet: "Niemand braucht Gold wirklich." Die Wahrnehmung der Anleger, dass Gold immer sicher ist, sei für die Zukunft nicht garantiert.

Bei Rohstoffen setzt Schramm daher lieber auf Beteiligungen an Agrarland: "Wenn es in einem GAU darum geht, was die Welt wirklich braucht, gehört Getreide dazu." Über geschlossene Fonds - bei denen ein Ausstieg allerdings nicht kurzfristig möglich ist - können sich auch Normalverdiener an Agrarland beteiligen, die Mindestanlagesummen beginnen bei 10 000 Euro.

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