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Kapitalanlage Zinsen pushen Vorsorgebeiträge

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Heikle Staatsanleihen im Depot

Die Riester-Irrtümer
Finanzamtschild Quelle: dpa
Stift auf einer Steuererklärung Quelle: dpa
Ein Sparstrumpf Quelle: dpa
Mann zeigt das Innere seiner Hosentaschen Quelle: dpa
Eltern spielen mit ihrem Sohn Quelle: dpa
Vater und Sohn sitzen an einem Fluss Quelle: dpa
Besucher beim Kongress Altervorsorge 2011 Quelle: dpa

Auch die Lebensversicherungen kämpfen mit Solvency II, Rendite und Zins. Viele der Unternehmen halten Papiere der PIGS-Staaten. Die Anleihen, in die die Gesellschaften investiert haben, können wahrscheinlich nicht zu 100 Prozent zurückgezahlt werden, sagt die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA). Nach einem eigenen Stresstest prognostizieren die Branchenaufseher, dass zehn Prozent der Versicherer langfristig ihre Renditeversprechen nicht halten können.

Spätestens bei Ausbruch der Euro-Schuldenkrise, als sichere Staatsanleihen ihre Renditestärke verloren, geriet die Branche in diesen Abwärtssog. Bei den Pensions- und Sterbekassen hat die BaFin bereits im Mai vergangenen Jahres die Notbremse gezogen. Neue Tarife dürfen nicht mehr als 1,75 Prozent Rechnungszins versprechen. Das entspricht auch dem staatlich festgelegten Garantiezins der Renten- und Kapitallebensversicherungen. Zwischen 2006 und 2011 genehmigte die Aufsicht nur noch neue Tarife, deren Rechnungszins die 2,25 Prozent nicht überstiegen. Wie es mit der Entwicklung von Zins und Rendite weitergeht, sei noch nicht absehbar. Auf jeden Fall ist es bei den Branchenaufsehern Politik, nur Zinsen durchzuwinken, die die Versicherungen auch dauerhaft gewährleisten können.

Vorsorge



Doch einen Hoffnungsschimmer gibt es für die Branche, Pensionskassen eingeschlossen: Nachdem Verbände, Aufsichtsbehörden und Politik auf die Probleme mit Solvency II hingewiesen haben, soll Brüssel bereit sein, die Kapitalvorschriften für Versicherer abzumildern. Die EU plane, eine siebenjährige Schonfrist für bestehende Verträge einzuführen. Das ließe auch die Lebensversicherer aufatmen. Sie hätten dann nur noch mit den Niedrigzinsen zu kämpfen.

Von all dem unberührt, bleibt die gesetzliche Rentenversicherung: Die darf ihre Reserven zwar nur in bombensichere - und damit eher renditeschwache - Anlagen investieren, fährt damit aber derzeit recht gut. Momentan bekommen die gesetzlich abgesicherten Rentner eine Rendite von drei bis vier Prozent auf ihre Beiträge. Die kommende Generation darf allerdings nur noch mit der Hälfte rechnen.

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