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Kaum noch Anbieter Beerdigt endlich die Riesterrente!

Riester-Zulage bringt oft nichts. Quelle: Getty Images

Mit der Deka steigt eine weitere Fondsgesellschaft aus dem Geschäft mit der Riesterrente aus. Statt dem Sterben auf Raten zuzusehen, sollte die Bundesregierung Riester endlich den Gnadenstoß versetzen.

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Wer mit Riester-Fondssparplänen für den Ruhestand vorsorgen will, hat immer weniger Auswahl. Die Sparkassentochter Deka stellt ihr Riester-Neugeschäft zum 1. Juni 2022 ein. Damit springt sie auf einen Trend auf: Bei der DWS lassen sich bereits seit Juli vergangenen Jahres keine neuen Riesterverträge mehr abschließen. Der genossenschaftliche Fondsanbieter Union Investment bietet Riesterprodukte nur noch mit einer Mindestlaufzeit von 20 Jahren an. 

Bei Versicherern sieht es ähnlich aus: Dort lässt sich ein Schwund bei riestergeförderten Policen beobachten. Im vergangenen Jahr sind gleich mehrere Gesellschaften aus dem Geschäft mit staatlich bezuschussten Rentenversicherungen ausgestiegen.

Die Riesterrente stirbt auf Raten. Das Angebot schwindet, das Interesse der Verbraucher ebenfalls. In den vergangenen drei Jahren ist die Zahl der Riesterverträge um 400.000 Stück gesunken, zeigen Zahlen des Bundesarbeitsministeriums. Kein Wunder: Die Beitragsgarantie, die für Riesterprodukte vorgeschrieben ist, macht es Fondsanbietern und Versicherern wegen der Niedrigzinsen inzwischen so gut wie unmöglich, nennenswerte Renditen zu erwirtschaften

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    Das Problem ist bekannt, schon die Große Koalition hatte eine Reform angekündigt. Passiert ist nichts. Statt vage Änderungen in Aussicht zu stellen, sollte die neue Bundesregierung dem Dahinsiechen endlich ein Ende bereiten und das Projekt Riester nach rund 20 Jahren beerdigen. Zeit für einen Neustart der privaten Altersvorsorge, wie er im Koalitionsvertrag ja auch vollmundig versprochen wurde.

    Für Verbraucher wäre ein klarer Schnitt von Vorteil. Eine Bestandsgarantie für Altverträge gilt als gesetzt. So viel Vertrauensschutz ist auch sinnvoll. Aber für die weitere Förderung neuer Verträge gibt es kaum gute Gründe. Schon als die Zinsen noch nicht so tief lagen wie heute, lohnte sich diese Art der Altersvorsorge eher für den Vertrieb als für die Kunden. Hohe Abschluss- und Verwaltungskosten drücken seit jeher das Ergebnis. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn man die Beitragsgarantie abschaffen würde, wie es die FDP gefordert hat. 

    Die Riesterrente sei „nicht reformierbar“, resümierte Klaus Müller, Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, im vergangenen Jahr. Recht hat er. Höchste Zeit, die Konsequenzen zu ziehen.

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