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Kfz-Tarifvergleich Die günstigsten Versicherungen für Autofahrer

Wer seine Kfz-Versicherung wechseln will, muss sich sputen: Am 30. November läuft die Frist ab. Jetzt haben die meisten Versicherungen ihre neuen Tarife für 2018 vorgestellt. Wir haben die Preis-Leistungssieger gekürt.

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Die günstigste Versicherung ist nicht unbedingt die beste. Quelle: imago / jochen tack

Wer bei der Kfz-Versicherung sparen möchte, hat jetzt die beste Gelegenheit dazu. Da die meisten Verträge bis zum Jahresende laufen, können Autofahrer ihre Versicherung noch bis zum 30. November kündigen, um ab Neujahr 2018 in den Genuss eines günstigeren und idealerweise leistungsstärkeren Tarifs zu kommen.

Die günstigsten Versicherungen für Autofahrer.

Daher stellen die meisten Versicherer bis Ende Oktober besonders attraktive Konditionen vor. Im Wechselmonat November versuchen sie so, ihren Wettbewerbern möglichst viele Kunden abzujagen. Schon während der ersten Oktoberwochen sind die Beiträge für die Kfz-Haftpflichtversicherungen nach Angaben von Vergleichsportalen gegenüber Juli im Durchschnitt um zwölf Prozent gesunken. Die nun für 2018 vorgestellten Tarife dürften nochmals etwas günstiger oder leistungsfähiger sein. Der Zeitpunkt für einen Kfz-Versicherungswechsel ist also ideal.

Die WirtschaftsWoche hat deshalb die ab dem kommenden Jahr geltenden Tarifangebote mit den Versicherungsexperten von Softfair verglichen und die günstigsten Angebote der Versicherer herausgefiltert. Insgesamt hat Softfair dafür die aktuellen Kfz-Tarife von 39 Versicherern ausgewertet. Darunter alles, was in der Branche Rang und Namen hat, von Allianz bis Zurich Versicherung. Bis auf sieben Versicherer haben dabei alle Anbieter neue Tarife für 2018 vorgestellt. Von den Top-Ten-Versicherern lagen lediglich von der Generali noch keine neuen Angebote vor. Nur wenige Versicherer wie etwa HUK-Coburg oder Allsecur nahmen an dem Vergleich nicht teil.

Die günstigsten Versicherungen für Kleinwagen

Da die Höhe des Jahresbeitrags von einer Vielzahl von Versichertenmerkmalen abhängt, hat die WirtschaftsWoche die Tarife für insgesamt acht Musterfälle verglichen. Dabei standen für die Fahrzeugklassen Kleinwagen, Mittel- und Kompaktklasse, Oberklasse und Geländewagen beziehungsweise SUV je zwei Fahrzeugmodelle zur Auswahl.

So bildet der Versicherungsvergleich beispielhaft die besten Kfz-Versicherungstarife für Mini One 1,6, Erstzulassung Okt. 2012 und VW Polo V 1,7 TSI vom Mai 2012 (Kleinwagen), Audi A4 Avant 2,0 TDI (Sept. 2015) und Mercedes C 200 CDI T-MODELL (März 2015) bei den Familienkombis, BMW 750I XDRIVE (Feb. 2015) und Mercedes S500 (Juni 2014) in der Oberklasse sowie für Opel Mokka 1,6 CDTI (Nov. 2016) und Porsche Macan S Diesel 3.0 (Nov 2016) bei den Geländewagen beziehungsweise SUV ab.

Im Vergleich zum Vorjahr gab es nur geringfügige Neuerungen beim Leistungsumfang. „Gefragter sind in diesem Jahr Versicherungspolicen, die auch Parkschäden oder Kurzschlussschäden – etwa nach Marderbissen – abdecken“, sagt Christoph Dittrich, Geschäftsführer von Softfair Analyse.

„Telematik-Tarife, die aufgrund defensiver Fahrweise Beitragsrabatte in Aussicht stellen, spielen hingegen noch eine untergeordnete Rolle“, erklärt Dittrich. Bei diesen Tarifen wird das Fahrverhalten mittels einer Telematik-Box aufgezeichnet und an den Versicherer übermittelt. „Zum Versicherungsbeginn sind die bereits angebotenen Telematik-Tarife auch kaum günstiger als die üblichen Versicherungen, teils sind sie sogar etwas teurer. Ein Versicherter muss hier schließlich erst noch beweisen, dass sein Fahrstil tatsächlich einen Rabatt rechtfertigt.“

Mehrere Hundert Euro Ersparnis möglich

Die Auswahl einer besonders günstigen Kfz-Versicherung lohnt sich. Selbst zwischen den jeweils zehn besten Kfz-Versicherungen im WirtschaftsWoche-Vergleich ergeben sich je nach Musterfall schon Beitragsunterschiede von mindestens 50 Euro (Kleinwagen) bis zu 420 Euro (Oberklasse) im Jahr. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Angebot kann aber deutlich größeres Sparpotenzial bestehen, zum Teil mehr als 2000 Euro für einen Fahranfänger.

Dass je nach Fahrerprofil mal die eine, mal die andere Versicherung den günstigsten Schutz anbietet, ist in allen Jahren zu beobachten. Ins Auge stach den Softfair-Analysten nur ein Versicherer: „Auffällig war in diesem Jahr die Allianz, die insbesondere im hochpreisigen Bereich, also bei der Versicherung von Oberklasse-Fahrzeugen und SUV, im Vergleich zum Vorjahr deutlich günstiger geworden ist und daher auch öfter unter den Top-Ergebnissen auftaucht“, berichtet Dittrich.

Die günstigsten Versicherungen für die Kompakt- und Mittelklasse

15.000 Kilometer, sicherer Stellplatz

Für die verglichenen Musterfälle galten in weiten Teilen einheitliche Anforderungen. So fahren alle Versicherten im Jahr 15.000 Kilometer, verfügen mindestens über einen Tiefgaragenstellplatz, haben für Haftpflicht- und Kaskoversicherung die Schadenfreiheitsklasse 10 (SF 10), der Versicherte ist der einzige Fahrer und die Selbstbeteiligung beträgt bei Teilkaskoschäden 150 Euro, und bei Vollkaskoschäden – sofern versichert - 300 Euro. Unterschiede gibt es hingegen bei Familienstand, Datum des Führerscheinerwerbs, Wohnort - was die Regionalklasse des Versicherten bestimmt - und vor allem beim Autotyp und dessen Kauf- beziehungsweise Neuwert.

Die Höhe der Prämie hängt dabei von einer Vielzahl an Einzelfall-Kriterien ab. Zum Teil haben die Versicherten die Beitragshöhe aber auch selbst in der Hand. „Eine relativ hohe Auswirkung auf den Preis haben zum Beispiel die Leistungen Rabattschutz und Werkstattbindung, als auch die Definition des Fahrerkreises“, erklärt Dittrich . „Dagegen ist der Schutzbrief meist für eine Pauschale von etwa 20 Euro zu haben und sehr zu empfehlen.“ Solche Schutzbriefe bieten vergleichbar den Automobilclubs eine kostenlose Abschlepphilfe oder schnellen Krankentransport nach einem Unfall.

Die günstigsten Versicherungen für die Oberklasse

Wahlweise Werkstattbindung und Rabattschutz

Eine Wertstattbindung drückt zum Beispiel den Versicherungsbeitrag spürbar, weil Reparaturkosten für die Versicherer so besser kalkulierbar und teilweise günstiger durchführbar sind. Für den Versicherten bedeutet es aber einen Verlust an Flexibilität. In unserem Vergleich verzichten die meisten Versicherer auf eine Werkstattbindung.

Auch der Rabattschutz, der im Schadensfall die erreichte Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) vor einer Herabstufung bewahrt, hat einen Nachteil für den Versicherten: Wechselt er die Kfz-Versicherung, geht der Rabattschutz wieder verloren und unter Umständen wird sogar die Herabstufung der SF-Klasse nachgeholt. Dadurch kann sich der Jahresbeitrag deutlich erhöhen.

Große Unterschiede: Mallorca, Marderbiss, Wildunfall

Leistungsunterschiede zwischen den Angeboten gibt es vor allem in Details, die aber zum Teil einen wichtigen Unterschied im Versicherungsschutz ausmachen. So bieten viele Kfz-Versicherungen etwa eine sogenannte Mallorca-Police nur optional, das heißt gegen Aufpreis. Dieser Zusatz greift bei Unfällen mit einem Mietwagen im Ausland.

Wer diesen Schutz benötigt, sollte seine Tarifbedingungen daraufhin prüfen. Einige günstige Versicherer in unserem Vergleich wie Axa oder Allianz bieten die Mallorca-Police schon in ihren Standardtarifen, andere wie die Europa schließen sie nur im teureren Komfort-Tarif mit ein. Ist die Mallorca-Police inklusive, gilt üblicherweise die gleiche Deckungssumme wie in der Haftpflicht, Versicherer Garanta etwa beschränkt die Haftung auf 1,5 Millionen Euro je Schadenereignis.

Richtiges Verhalten bei einem Wildunfall
Was-fällt-eigentlich-unter-„Wildunfall“? Quelle: Fotolia
Gefährliche-Zeitumstellung Quelle: dpa
Nicht-ausweichen Quelle: Fotolia
Vollbremsung-vermeiden Quelle: Fotolia
Nachfolgende-Fahrzeuge-warnen Quelle: dpa
Unfallstelle-absichern Quelle: dpa
Tier-liegenlassen! Quelle: Fotolia

Marderbiss und Folgeschäden

Unterschiede gibt es auch in der Regulierung von Marderbissen. Zerkaut ein Tier die Zündkabel, genügt mit etwas Glück nur der Austausch der Kabel. Kommt es aber wegen der
Tierbisse durch Kurzschluss oder fehlerhafte Motorsteuerung zu teureren Folgeschäden, regulieren die Versicherungen das sehr unterschiedlich.

Die günstigsten Versicherungen für SUV und Geländewagen

Im Vergleich deckt etwa die Axa Folgeschäden von Tierbissen unbegrenzt ab, andere Versicherer übernehmen keine Folgeschäden (BGV, Basler, Garanta). Wieder andere beschränken den Schadensersatz für Folgeschäden auf 1000 Euro (Württembergische), 2000 Euro (Condor), 3000 Euro (Allianz, VHV) oder 5000 Euro (HDI, DA, Europa-Komforttarife). Wessen Fahrzeug besonders gefährdet ist, sollte diese Leistungsunterschiede im Blick haben.

Kühe, Hunde und Katzen oft ausgenommen

Gerade jetzt im Herbst ist auch ein guter Schutz bei Unfällen mit Tieren wichtig. Die Definitionen der abgedeckten Unfallarten sind sehr uneinheitlich. Ist etwa von Haarwild die Rede, orientiert sich der Versicherer an der Definition von Haarwild laut Bundesjagdgesetz. Zum Haarwild gehören etwa Schwarz- und Rotwild, Wildschweine, Hasen, Murmeltiere und Fischotter. Hunde, Katzen, Kühe oder auch Wölfe gehören jedoch nicht dazu.

Einige Versicherer bieten daher einen erweiterten Schutz für Autofahrer und sprechen in ihren Versicherungsbedingungen von „Tieren aller Art“, zum Beispiel Axa, Allianz und HDI. Wieder andere – hier etwa Garanta und Württembergische – erweitern den Schutz bei Haarwildunfällen noch um Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen. Noch ein Tipp: Wer sein Fahrzeug beim Ausweichen vor einem Tier beschädigt, benötigt Vollkaskoschutz. Und wer bereits totes Haarwild überfährt und sein Auto dabei beschädigt, hat Pech: Ihm zahlt die Versicherung nichts.

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