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Kfz-Versicherung Sichere Fahrt - wann der Tarifwechsel lohnt

Unisex-Tarife und andere Besonderheiten dürften im kommenden Jahr die Preise für Kfz-Versicherungen in die Höhe treiben. Bis Ende des Monats können Versicherte den Anbieter wechseln. Wer wechseln will, sollte sich aber genau informieren.

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Wie Versicherungen ihre Vertreter heiß machen
Vorher: "Kein Unterschied mehr?"Der Finanzvertrieb MLP ist beim Thema Unisex auf allen Kanälen präsent. Wer lieber etwas in der Hand hält, bekommt die Kundenzeitschrift "Forum MLP". Wer dagegen lieber im Internet surft, kann dem Titel-Modell am Computer sogar live mit der Maus die Augen öffnen... (siehe letztes Bild) Bildquelle: Internetausgabe der Kundenzeitschrift "Forum MLP" Quelle: Handelsblatt Online
Warum werden Unisex-Tarife Ende 2012 überhaupt eingeführt? Grundlage ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 01.03.2011, das geschlechtsabhängige Tarife als Verstoß gegen das Gleichbehandlungsprinzip ansieht, erklärt der Versicherer Gothaer. Bildquelle: FAQ Unisex in der Krankenversicherung der Gothaer. Sicherheit für Berater„Wird die Versicherung mit Unisex teurer für mich? Soll ich noch schnell eine Versicherung abschließen? Soll ich meinen dringend benötigten Versicherungsschutz noch bis nächstes Jahr hinausschieben?“ Das seien die Fragen, die sich der Verbraucher angesichts der Einführung der Unisex-Tarife aktuell stelle, stellt die Gothaer in einer Pressemitteilung fest. Nichts überstürzen, sondern ganz genau prüfen, welche Policen für wen günstiger werden und welche teurer werden, warne der Verbraucherschutz. Doch wie soll der Berater dies für seine Kunden prüfen, wenn ihm eine konkrete Vergleichbarkeit von Angeboten nicht ermöglicht wird? Die Gothaer Leben biete daher den konkreten und individuellen Angebotsvergleich. Die Sicherheit, den richtigen Tarif empfohlen zu haben, erhalte der Berater nur, wenn er die Angebote angemessen prüfen und vergleichen kann. Deshalb biete die Gothaer Lebensversicherung ihren Maklern und Vermittlern schon heute die Möglichkeit, die neuen Unisex-Tarife mit den jetzigen Bisex-Tarifen zu vergleichen. Quelle: Handelsblatt Online
Musterschreiben für VermittlerDer Maklerservice Fondsfinanz hilft vielen der mehr als 200.000 Versicherungsvermittlern bei der Vorbereitung auf den Jahresschlussverkauf rund um Unisex. Um Kunden gezielt anzusprechen, müssen Vermittler vor allem wissen, in welchen Versicherungsbereichen sich durch die neuen Unisex-Regeln etwas für Mann oder Frau verändert. Als Hintergrundinformation nimmt der Maklerservice dabei auch gerne die Berechnungen der Stiftung Warentest. Fondsfinanz stellt Vermittlern zudem Musteranschreiben zur Verfügung:. "Wir haben eine Version für Frauen und eine für Männer erarbeitet, die Sie sofort an Ihre Kunden verschicken können. Laden Sie die gewünschte Datei herunter – Sie müssen nur noch Ihren Briefkopf einfügen und können die Anschreiben sofort versenden." Bildquelle: Vertriebshilfen des Service-Anbieters Fondsfinanz Quelle: Handelsblatt Online
Helden gesuchtDie Stuttgarter Lebensversicherung konzentriert sich in ihrer Werbung auf Männer. Die "Helden" sollen sich am besten sofort noch die Beitragsvorteile sichern, die sie in der neuen Unisex-Welt bei Rentenversicherungen verlieren. Verbraucherschützer warnen allerdings, nicht nur auf vermeintliche Ersparnisse zu schauen, sondern auch darauf, ob man eine bestimmte Versicherung tatsächlich braucht. Bildquelle: Flyer der Stuttgarter Quelle: Handelsblatt Online
"Männer, wollt ihr wirklich die Gleichberechtigung?... so fragt der Versicherer BBV in einem Flyer, den Vermittler mit dem eigenen Stempel verteilen können. Die Idee: die Urinstinkte der Männer wecken und durch Witzigkeit auffallen. Bildquelle: Flyer der BBV Quelle: Handelsblatt Online
Die alte KollektionDer Branchenführer Allianz stellt die Beitragsvorteile zwischen alter und neuer Versicherungswelt heraus. So lohnt sich etwa für Frauen, noch eine Risiko-Lebensversicherung abzuschließen - wenn sie noch keine haben. Das ist ein Produkt, das auch Verbraucherschützer als sinnvoll empfehlen. Der Grund: Der Beitragsvorteil für die "aktuelle Kollektion" könne bis zum 20. Dezember zwischen 30 und 55 Prozent liegen. Quelle: Handelsblatt Online
GewinnerinFrauen könnten gar nicht früh genug mit der Vorsorge anfangen, wirbt die Stuttgarter in einem Flyer, der sich an das weibliche Geschlecht richtet. Zum Thema Unisex beschränkt sich der Versicherer allerdings auf den Hinweis, dass Frauen von den neuen Unisex-Tarifen profitieren. Vielleicht kommt die Werbe-Botschaft des Versicherers bei diesem Bild auch bei so manchem Mann an. Bildquelle: Flyer der Stuttgarter Quelle: Handelsblatt Online

Anna fährt einen zwei Jahre alten VW-Golf. Paul auch. Doch obwohl beide das gleiche Modell besitzen, zahlt Anna wesentlich weniger für ihre Auto-Versicherung.

Da Männer laut Statistik mehr Unfälle bauen, ist der Versicherungsschutz für Frauen in Deutschland günstiger. Doch damit ist jetzt Schluss. Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat im März vergangenen Jahres beschlossen, dass das Geschlecht des Versicherten den Tarif nicht mehr beeinflussen darf. Die Diskriminierung eines Geschlechts sei unzulässig. Ab dem 21. Dezember dieses Jahres sind die Unisex-Tarife - also Einheitstarife für beide Geschlechter - deshalb vorgeschrieben. Das dürfte den Markt für Kfz-Versicherungen in Deutschland kräftig durchrütteln.

Das Marktbeobachtungsportal nafi.de hat berechnet, dass die Preise 2013 deutlich in die Höhe schießen könnten. Teilkasko-Versicherungen werden demnach durchschnittlich fünf Prozent teurer, bei Vollkasko-Tarifen sind es sogar zehn Prozent. Selbst bei der Pkw-Haftpflicht, die jeder Autofahrer in Deutschland abschließen muss, steigen die Preise laut nafi.de um bis zu drei Prozent. 

Wer jetzt denkt, dass nur die Frauen unter den neuen Unisex-Tarifen leiden werden, der irrt. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass die Tarife der Frauen einfach an das höhere Niveau der Männer angepasst werden. Laut Berechnungen der Zeitung „Finanztest“ könnten die Frauen-Tarife um bis zu 50 Prozent teurer werden. Vor allem junge Fahranfängerinnen müssen demnach mit massiven Preissteigerungen rechnen. Allerdings sollen die neuen Tarife eigentlich nur für Neuverträge gelten.  Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wollte sich noch nicht zu möglichen Preissteigerungen äußern. „Bisher ist das alles Kaffeesatzleserei“, sagt Christian Lübke.   

Wo Autos am meisten kosten
Autounfall auf der Autobahn Quelle: dpa
Leeres Autokennzeichen von Schwerin Quelle: dpa
Platz 15: BremenAuch die Autobesitzer in der Hansestadt fahren mit ihrer Kfz-Haftpflichtversicherung vergleichsweise günstig. Ungewöhnlich für eine Stadt mit mehr als 500000 Einwohnern. Regionalklasse: 3 Veränderung zum Vorjahr: 0 Index: 91,42 Quelle: dpa
Platz 14: KielDie nächste norddeutsche Stadt. Offenbar fährt es sich in diesen Gefilden äußerst sicher. Und deshalb setzen die Versicherer die Regionalklassen entsprechend niedrig an. Regionalklasse: 3 Veränderung zum Vorjahr: 0 Index: 91,65 Quelle: AP
Platz 13: ErfurtBlick auf den Erfurter Dom. In Thüringens Landeshauptstadt sind die Versicherungen zuletzt günstiger geworden. Regionalklasse: 4 Veränderung zum Vorjahr: -1 Index: 94,24 Quelle: dapd
Platz 12: MagdeburgTeurer wurde es dagegen an der Elbe, in Magdeburg. Aus der Regionalklasse 3 wurde die Klasse 4. Regionalklasse: 4 Veränderung zum Vorjahr: +1 Index: 95,64 Quelle: dpa
Platz 11: PotsdamWährend Berlin zu den teuren Pflastern für Autofahrer gehört, kommen die Kfz-Versicherten im benachbarten Potsdam relativ günstig davon. Regionalklasse: 5 Veränderung zum Vorjahr: 0 Index: 97,88 Quelle: dpa

Unisex nicht alleine schuld

Die Einheits-Tarife sind allerdings nicht die alleinigen Preistreiber. „In den letzten Jahren tobte ein regelrechter Preiswettbewerb unter den Anbietern“, sagt Peter Grieble, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Lübke geht sogar einen Schritt weiter. „Nur wenige Kfz-Versicherer schreiben schwarze Zahlen“, sagt der GDV-Experte. Die Preise lägen aktuell auf dem Niveau der Achtziger Jahre, Anbieter hätten also keinen Spielraum mehr nach unten. Während bisher die Prämie im Vordergrund stand, rücken jetzt die Leistungen wieder stärker in den Mittelpunkt. Daher erwartet auch Verbraucherschützer Grieble, dass die Policen im Schnitt ein paar Prozent teurer werden.

Zusätzlich werden regelmäßig zum Jahreswechsel die Typklassen für die Autos angepasst. Dieser Index gibt das Schadenrisiko für rund 22.000 verschiedene Automodelle an und wird vom GDV veröffentlicht. Je höher das Schadenrisiko des Autos ist, desto teurer die Versicherung. Auch die Höhe der Reparaturkosten spielt eine Rolle. Sind die Werkstätten des Herstellers sehr teuer, fällt auch der Versicherungsbeitrag höher aus. Traditionell liegen beispielsweise Porsche-Modelle relativ weit vorne, hier fallen hohe Versicherungskosten an. Aktualisiert werden die Statistiken jedes Jahr anhand der Zahl der Unfälle, in die das jeweilige Modell verwickelt war.  

Während 2012 nur rund ein Drittel der Modelle in andere Typklasse eingeordnet wurden, ändern sich 2013 laut GDV die Typklassen bei etwa der Hälfte aller Autos. Grund seien Änderungen bei den statistischen Berechnungen, sagt Lübke. Meistens landet das Fahrzeug allerdings lediglich eine Klasse höher oder tiefer, Veränderungen von mehreren Klassen sind selten. Trotzdem sind Preisänderungen vorprogrammiert. „Viele Versicherte werden aber auch von den Änderungen profitieren“, sagt GDV-Experte Lübke.   

Viele Preistreiber

Welche Automodelle bald mehr Prämie kosten
Einmal im Jahr passen die KFZ-Versicherer die Prämien für die verschiedenen Automodelle an. Nach Verbandsangaben ändern sich zum Anfang nächsten Jahres die Typklassen von jedem dritten der insgesamt rund 22.000 verschiedenen Modelle auf deutschen Straßen. „Die Prämienerhöhungen oder Abschläge können im dreistelligen Eurobereich liegen“, sagt Ivana Höltring von der Unternehmensberatung Nafi.  Für Handelsblatt Online hat sie die Auswirkung der Anpassung in Euro ausgerechnet. Für Haftpflicht, Teilkasko und Vollkaskoschutz ... Quelle: Presse
Die Prämien für KFZ-Versicherungen lassen sich nur individuell berechnen. Die Zahlenangaben des folgenden Vergleichs gelten jeweils für ein Fahrzeug, das in Frankfurt angemeldet ist, die Fahrleistung beträgt 15.000 Kilometer pro Jahr. Der Fahrer ist 40 Jahre alt, arbeitet in der Dienstleistungsbranche, ist als einziger Fahrer (Schadenfreiheitsklasse 10) eingetragen und nutzt das Fahrzeug ausschließlich privat. Deckungssumme in der Haftpflicht: 100 Millionen Euro. Selbstbehalt: Vollkasko 300 Euro, Teilkasko 150 Euro. Quelle: gms
SKODA SUPERB COMBI 1.8 TSI (interne Typenbezeichnung: 3T) In der Haftpflicht geht es für den Skoda gleich um fünf Typklassen runter. In der Musterrechnung für einen Frankfurter Fahrer sinkt die Prämie damit um 25 Prozent. Das Sparpotenzial liegt bei 98 Euro, der Versicherte zahlt pro Jahr nur noch 300 Euro. Diese Berechnung gilt für Neuwagen des Modells ab Zulassung 12/2012. Quelle: Presse
AUDI 100, Typ 44 (interne Bezeichnung: 100 STH) Noch größer ist das Sparpotenzial für den Fahrer dieses alten Audi. Die Haftpflicht-Prämie sinkt um 31 Prozent auf 364 Euro. Das Sparpotenzial beträgt 162 Euro. Das Fahrzeug wurde um sechs Typklassen runtergestuft. Eigentlich kein großes Wunder, denn in Sachen Diebstahl und Unfälle dürften sich die Modelle allein aus Anwesenheitsgründen inzwischen äußerst rar machen.
BMW 335i Touring (3K) Nicht alle Autofahrer sparen aber, wie das Beispiel dieses sportlichen Kombis zeigt. Drei Typklassen geht’s rauf, der Besitzer muss ab dem nächsten Jahr 18 Prozent mehr zahlen. Die Prämie steigt um 61 Euro auf 399 Euro. Bitte nicht wundern, dass im Foto nicht der aktuellste 3er-Touring abgebildet ist. Die neuen Typklassen werden nämlich nur angewandt auf die Baujahre 09/2008 bis 05/2012. Quelle: Presse
MERCEDES-BENZ VANEO 1.6 (414) Der bei den Käufern wenig beliebte Hochdachkombi wird jetzt für Autofahrer unattraktiver. Ab 2012 Steigt die Prämie um 27 Prozent auf 353 Euro. Die Hochstufung um vier Typklassen kosten den Versicherten aus dem Vergleich 76 Euro jährlich. Betreffen wird das aber - wie einige andere Tarifänderungen auch - vermutlich nur sehr wenige Autofahrer, denn die Produktion des Hochdach-Kombis wurde im Jahr 2005 bereits eingestellt. Es geht also nur noch um die verbliebenen Gebrauchtexemplare von 10/2001 bis 12/2005. Quelle: Presse
SEAT AROSA 1.4 (6H) Auch beim Teilkasko-Schutz gibt es Ausreißer. Die wenigen verbliebenen Fahrer dieses Kleinwagens können sich freuen – wenn sie Teilkaskoschutz vereinbart haben. Die Herabstufung von vier Typklassen bringt eine Ersparnis in Höhe von 31 Prozent auf 66 Euro. Der Geldvorteil liegt bei 29 Euro. Eine winzige Entschädigung für diejenigen, die schon bedeutend mehr in den Erhalt ihres Gebrauchten Spaniers über die Jahre gesteckt haben, denn auch dieses Modell wurde bereits 2005 eingestellt. Die Typänderung gilt für die Modelle zwischen 01/2000 und 02/2004. Quelle: Presse

Auch einige andere Faktoren können den Preis für eine Kfz-Versicherung in die Höhe treiben. Wer sein Auto in einer Großstadt anmeldet, zahlt in der Regel deutlich mehr als jemand, dessen Auto in einer ländlichen Region gemeldet ist. Im hektischen Stadtverkehr kann es schließlich öfter mal krachen.

Vorsichtige Fahrer gehören ebenfalls zu den Sparfüchsen unter den Autobesitzern. Die sogenannten Schadenfreiheitsklassen geben an, wie lange der Fahrer bereits unfallfrei unterwegs ist. Wer keinen Crash baut, steigt weiter auf und zahlt weniger für seine Versicherung. Auf nur noch 25 Prozent der Grundprämie können sich Fahrer herunterarbeiten, wenn sie 25 Jahre unfallfreie Fahrt hinter sich haben. Wer allerdings gerne mal einen fremden Seitenspiegel oder Kotflügel mitnimmt oder einfach Fahranfänger ist, landet bei rund 240 Prozent der Prämie.

Zahlreiche weitere Faktoren sorgen für zusätzliches Chaos im Tarifdschungel. Steht der Wagen draußen oder ist es ein Garagenfahrzeug? Fährt nur eine Person oder dürfen auch Kinder das Auto schon fahren? Gibt es im Haushalt nur ein Auto oder handelt es sich lediglich um einen Zweitwagen? Auch die Frage, ob der Fahrer im Besitz einer Bahncard oder ähnlichem ist, kann den Preis beeinflussen.     

Wer auffährt, hat Schuld, oder?
Ganz klar: Mit Flip-Flops oder offenen Sandalen darf man nicht Autofahren und rechts auf keinen Fall überholen. Moment mal: Stimmt das wirklich? Die Frage, was im Straßenverkehr erlaubt oder verboten ist, erhitzt regelmäßig die Gemüter. Dabei haben sich im Laufe der Zeit viele Stammtischweisheiten entwickelt und Legenden gebildet, die sich zwar hartnäckig halten, jedoch nicht unbedingt wahr sind. Unser Überblick zeigt einige prominente Beispiele. Bitte beachten Sie aber: Die Inhalte sind allgemein und informativ und verstehen sich ausdrücklich nicht im Sinne einer juristischen Fachpublikation. Vorgestellte Urteile sind für andere Gerichte nicht rechtsverbindlich. Diese können einen Fall völlig anders bewerten. Quelle: Presse
Das Rechtsfahrgebot besagt zwar, dass möglichst rechts gefahren wird, aber nicht, dass sobald auf einer mehrspurigen Straße rechts eine Lücke auftaucht, diese auch genutzt werden muss. Der mittlere Fahrstreifen einer Autobahn beispielsweise darf auch über längere Zeit befahren werden, wenn er nicht zum Überholen genutzt wird. Jedoch dürfen andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden, was zum Beispiel bei dauerhaftem Tempo 100-Fahren auf der linken Spur der Fall wäre. Bei einem solchen Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot wären 80 Euro und sogar ein Punkt in Flensburg fällig. Quelle: Presse
Keine Regel ohne Ausnahme: Telefonieren am Autosteuer ist zwar während der Fahrt verboten. Und die Begründung hierfür macht Sinn: Telefonieren lenkt Autofahrer stark vom Autofahren ab und erhöht zudem die Unfallgefahr. Selbst wer nur kurz aufs Handy schaut, ist abgelenkt und für einen Moment unachtsam auf den Verkehr. Auch das Telefonieren im stehenden Fahrzeug - etwa im Stau oder an einer roten Ampel - hat so manches deutsche Gericht bereits untersagt. Aber es gab auch schon Richter, die Verkehrssünder freisprachen, die an einer roten Ampel telefonierten. Weil der Motor ausgeschaltet war. Dabei ist es nach deutscher Rechtsprechung sogar verboten, für ein wichtiges Telefonat auf dem Seitenstreifen einer Autobahn anzuhalten, selbst wenn dabei der Motor ausgeschaltet wird. Quelle: Presse
Wer einem anderen hinten drauf fährt, hat Schuld. Das ist zwar häufig richtig, aber keine generell anwendbare Regel. Wenn der Auffahrende plausibel machen kann, dass der Fehler beim Vordermann lag, ist er aus dem Schneider. Die Beweislast liegt grundsätzlich bei dem, der Geld will. Quelle: Presse
Annahme: Festnehmen darf nur die Polizei. Erklärung: Grundsätzlich liegt das Gewaltmonopol beim Staat. Wenn man aber einen Straftäter auf frischer Tat ertappt, darf man ihn bis zum Eintreffen der Polizei auch festhalten oder notfalls selbst bei der Polizei abliefern. Falls nötig kann dabei Gewalt angewendet - allerdings nur, wenn die Gesundheit des Täters nicht gefährdet wird. Aber vorsicht: Wer den Falschen festsetzt, kann schnell wegen Freiheitsberaubung dran sein. Quelle: Presse
Die gute Nachricht für alle Schuh- und Freiluftfetischisten: Gleichgültig, ob mit Flip-Flops, High-Heels oder barfuß – Autofahren geht mit jedem oder sogar ganz ohne Schuhwerk. Verbote in diese Richtung gibt es nicht, daher droht bei einer Verkehrskontrolle auch kein Bußgeld. Jedoch weisen Versicherungsexperten darauf hin, dass sich der Autofahrer auch dünn-beschuht in der Lage sehen sollte, dem Straßenverkehr angemessen reagieren zu können. Geschieht nämlich ein Unfall, der womöglich auf das Schuhwerk zurückzuführen ist, muss der Frischluftfreund unter Umständen nicht nur eine Strafe wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht bezahlen (OLG Bamberg, Az.: 2 Ss OWI 577/06), sondern bekommt auch noch Probleme mit seiner Versicherung. Daher ist es ratsam, sich auch bei Flip-Flop-Wetter noch leichte, festere Schuhe zum Fahren ins Auto zu legen. Quelle: Presse
Annahme: Auf dem Weg zur Arbeit bin ich versichert. Erläuterung: Das ist zwar grundsätzlich richtig. Aber die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur, wenn auf dem direkten Arbeitsweg etwas passiert. Wer abbiegt und tankt, einen Abstecher zur Post oder zum Supermarkt macht, verliert diesen Versicherungsschutz. Quelle: Presse

Nicht alternativlos

Trotz Unisex und neuer Typklassen muss nicht unbedingt aufs Autofahren verzichtet werden, nur um Geld zu sparen. Das geht oft auch schon mit einem Wechsel des Versicherungstarifs. Der November ist der traditionelle Wechselmonat. Denn die Policen laufen immer für ein Jahr, die meisten bis Ende Dezember, und müssen mindestens einen Monat vorher gekündigt werden. Stichtag für alle Wechselwilligen ist also der 30. November dieses Jahres. Bei Preiserhöhungen seitens des Versicherers haben Kunden allerdings ein zusätzliches Sonderkündigungsrecht.

Angesichts der drohenden Preissteigerungen rechnet die Branche dieses Jahr mit bis zu 1,8 Millionen Tarifwechslern. Bisher waren die Deutschen allerdings nicht besonders wechselfreudig. Der GDV geht ebenfalls von weniger Wechseln aus. Während im letzten Jahr rund sechs Prozent aller Versicherten einen anderen Tarif gewählt hätten, würden dieses Jahr nur fünf Prozent erwartet.   

Grundsätzlich bieten sich vor allem Vergleichsportale im Internet an, um einen Blick auf die unterschiedlichen Angebote der Versicherer zu werfen. Auch der Kfz-Versicherungsrechner der WirtschaftsWoche bietet einen Überblick über geeignete Tarife. Interessierte sollten allerdings darauf achten, welche Tarife miteinander verglichen werden, da oft nicht alle in Frage kommenden Policen genannt werden.

Was eine Police abdecken sollte

Die ärgerlichsten Bußgelder
Ab dem 1. Mai erhöhen sich die Bußgelder bei vielen Verkehrsdelikten. Wer den TÜV um mehr als acht Monate überzogen hat, der zahlt bald nicht mehr 40 Euro, sondern 60 Euro. Eine Steigerung um 50 Prozent. Genauso teuer wird es, wenn bei Regen, Nebel oder Schnee die falsche Beleuchtung eingeschaltet wird. Auch wenn Kinder nicht (ausreichend) gesichert sind und wenn sich an Schulbussen falsch verhalten wird, muss ab dem 1. Mai 20 Euro mehr gezahlt werden. Quelle: dpa
Viele greifen während der Fahrt schnell mal zum klingelnden Handy. Wer einen Anruf ohne Freisprechanlage annimmt, der zahlt ab dem 1. Mai statt 40 Euro ein Bußgeld von 60 Euro. Quelle: dpa
Um die Autofahrer zum Reifenwechsel anzutreiben, hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer die Bußgelder angehoben: Wer als Autofahrer bei Schnee oder Glätte von der Polizei mit Sommerreifen erwischt wurde, musste 40 Euro bezahlen. Ab dem 1. Mai sind es 60 Euro, eine Steigerung um 50 Prozent. Quelle: AP
Wer ohne eine Umweltplakette in eine Umweltzone fährt, der muss tief in die Tasche greifen. Bisher lag das Bußgeld bei 40 Euro und einem Punkt. Ab Mai sind es 80 Euro - stolze 100 Prozent mehr. Quelle: AP
Die Europäische Union brachte viele Vorschriften. Eine besonders schöne: die Vereinheitlichung von Autokennzeichen. Danach wird auf den neuen europäischen Nummernschildern zwischen der Ortsmarke und der persönlichen Buchstaben- oder Zahlenkombination kein Bindestrich mehr gesetzt. Auch diese Tatsache kann Geld kosten. Nämlich dann, wenn im Fahrzeugschein der Strich noch abgedruckt ist, Kennzeichen und Dokument also nicht übereinstimmen. Ein deutscher Autofahrer musste jetzt in Italien genau für diesen Lapsus 500 Euro Bußgeld bezahlen. Wer gar kein Kennzeichen am Auto hat, der muss ab dem 1. Mai eine Strafe von 60 Euro zahlen. Davor waren es 20 Euro weniger. Wenn das Kennzeichen zwar da, aber abgedeckt und deshalb nicht zu erkennen ist, wird eine Strafe von 65 Euro fällig. Vor dem 1. Mai lag das Bußgeld für dieses Vergehen bei 50 Euro und einem Punkt. Quelle: dpa
Radarwarngerät Quelle: dpa
Umweltschutz wird in Deutschland groß geschrieben. Je nach Bundesland können Ordnungswidrigkeiten zu Lasten der Natur teuer werden. Wer seinen ausgesonderten Hausstand und Krempel in freier Natur ablädt, kann je nach Menge mit bis zu 2.500 Euro belangt werden, gleiches gilt für die unrechtmäßige Entsorgung von Altreifen. Deutlich höhere Strafen sind fällig, wenn gefährlicher Müll, wie etwa Asbestplatten, zurückgelassen werden. Quelle: dpa

Wer allerdings beim Wechsel der Police nur den Preis im Visier hat, läuft schnell Gefahr, am Ende in einem leistungsschwächeren Tarif zu landen. „Autofahrer sollten sich genau mit den Bedingungen der einzelnen Anbieter auseinandersetzen“, sagt Experte Grieble. Beispielsweise bei Schäden durch Marderbisse. Während einige Versicherer auch Folgeschäden wie Unfallkosten abdeckten, bezahlten andere nur für direkte Folgen wie kaputte Kabel. Auch die Höhe der übernommenen Folgeschäden ist nicht bei allen Versicherern gleich. Es lohnt sich also, in die Details der Versicherungsbedingungen einzusteigen.

Wichtig ist auch die Schadensumme, die vom Versicherer abgedeckt wird. „So hoch wie möglich“, sollte die laut Experte Grieble sein. Mindestens 50, besser 100 Millionen Euro Deckungssumme sollte ein Tarif deshalb haben. Denn passiert tatsächlich ein Unfall und jemand kommt zu Schaden, kann es ganz schnell teuer werden. Etwa dann, wenn der Verletzte lebenslang Renten beziehen muss, da er aufgrund seiner Verletzungen nicht mehr arbeiten kann.

Eine weitere Klausel, die den Vertrag teurer macht, aber durchaus lohnenswert sein kann, ist der „Verzicht auf die Einrede grober Fahrlässigkeit“. Denn normalerweise zahlen Versicherungen den Schaden nicht, wenn sie dem Fahrer grob fahrlässiges Handeln nachweisen können. Sind wir unserem Vordermann hinten rein gefahren, weil wir noch schnell eine SMS an den Liebsten verfassen mussten? Kommt die Versicherung dahinter, droht Ärger. Nicht so mit der oben genannten Klausel. Ist die im Vertrag enthalten, müssen Versicherungen in jedem Fall zahlen.

Vorsorge



„Versicherte sollten regelmäßig überprüfen, ob ihre Kfz-Versicherung den persönlichen Bedarf an Sicherheit abdeckt“, rät Verbraucherschützer Grieble. „Wer mit seinem Anbieter zufrieden ist, sollte sich nicht vom allgemeinen Wechseldrang anstecken lassen“, meint GDV-Experte Lübke.

Vor lauter Bäumchen-wechsel-Dich-Spielchen sollten Versicherte eins nicht vergessen: Wer seinen alten Vertrag zum 30. November kündigt, muss auch fristgerecht für eine neue Alternative sorgen. Denn die Kfz-Haftpflicht ist in Deutschland eine Pflichtversicherung, und wer sein Auto nicht absichert muss es erst mal stehenlassen.

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