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Kfz-Versicherung Sichere Fahrt - wann der Tarifwechsel lohnt

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Viele Preistreiber

Welche Automodelle bald mehr Prämie kosten
Einmal im Jahr passen die KFZ-Versicherer die Prämien für die verschiedenen Automodelle an. Nach Verbandsangaben ändern sich zum Anfang nächsten Jahres die Typklassen von jedem dritten der insgesamt rund 22.000 verschiedenen Modelle auf deutschen Straßen. „Die Prämienerhöhungen oder Abschläge können im dreistelligen Eurobereich liegen“, sagt Ivana Höltring von der Unternehmensberatung Nafi.  Für Handelsblatt Online hat sie die Auswirkung der Anpassung in Euro ausgerechnet. Für Haftpflicht, Teilkasko und Vollkaskoschutz ... Quelle: Presse
Die Prämien für KFZ-Versicherungen lassen sich nur individuell berechnen. Die Zahlenangaben des folgenden Vergleichs gelten jeweils für ein Fahrzeug, das in Frankfurt angemeldet ist, die Fahrleistung beträgt 15.000 Kilometer pro Jahr. Der Fahrer ist 40 Jahre alt, arbeitet in der Dienstleistungsbranche, ist als einziger Fahrer (Schadenfreiheitsklasse 10) eingetragen und nutzt das Fahrzeug ausschließlich privat. Deckungssumme in der Haftpflicht: 100 Millionen Euro. Selbstbehalt: Vollkasko 300 Euro, Teilkasko 150 Euro. Quelle: gms
SKODA SUPERB COMBI 1.8 TSI (interne Typenbezeichnung: 3T) In der Haftpflicht geht es für den Skoda gleich um fünf Typklassen runter. In der Musterrechnung für einen Frankfurter Fahrer sinkt die Prämie damit um 25 Prozent. Das Sparpotenzial liegt bei 98 Euro, der Versicherte zahlt pro Jahr nur noch 300 Euro. Diese Berechnung gilt für Neuwagen des Modells ab Zulassung 12/2012. Quelle: Presse
AUDI 100, Typ 44 (interne Bezeichnung: 100 STH) Noch größer ist das Sparpotenzial für den Fahrer dieses alten Audi. Die Haftpflicht-Prämie sinkt um 31 Prozent auf 364 Euro. Das Sparpotenzial beträgt 162 Euro. Das Fahrzeug wurde um sechs Typklassen runtergestuft. Eigentlich kein großes Wunder, denn in Sachen Diebstahl und Unfälle dürften sich die Modelle allein aus Anwesenheitsgründen inzwischen äußerst rar machen.
BMW 335i Touring (3K) Nicht alle Autofahrer sparen aber, wie das Beispiel dieses sportlichen Kombis zeigt. Drei Typklassen geht’s rauf, der Besitzer muss ab dem nächsten Jahr 18 Prozent mehr zahlen. Die Prämie steigt um 61 Euro auf 399 Euro. Bitte nicht wundern, dass im Foto nicht der aktuellste 3er-Touring abgebildet ist. Die neuen Typklassen werden nämlich nur angewandt auf die Baujahre 09/2008 bis 05/2012. Quelle: Presse
MERCEDES-BENZ VANEO 1.6 (414) Der bei den Käufern wenig beliebte Hochdachkombi wird jetzt für Autofahrer unattraktiver. Ab 2012 Steigt die Prämie um 27 Prozent auf 353 Euro. Die Hochstufung um vier Typklassen kosten den Versicherten aus dem Vergleich 76 Euro jährlich. Betreffen wird das aber - wie einige andere Tarifänderungen auch - vermutlich nur sehr wenige Autofahrer, denn die Produktion des Hochdach-Kombis wurde im Jahr 2005 bereits eingestellt. Es geht also nur noch um die verbliebenen Gebrauchtexemplare von 10/2001 bis 12/2005. Quelle: Presse
SEAT AROSA 1.4 (6H) Auch beim Teilkasko-Schutz gibt es Ausreißer. Die wenigen verbliebenen Fahrer dieses Kleinwagens können sich freuen – wenn sie Teilkaskoschutz vereinbart haben. Die Herabstufung von vier Typklassen bringt eine Ersparnis in Höhe von 31 Prozent auf 66 Euro. Der Geldvorteil liegt bei 29 Euro. Eine winzige Entschädigung für diejenigen, die schon bedeutend mehr in den Erhalt ihres Gebrauchten Spaniers über die Jahre gesteckt haben, denn auch dieses Modell wurde bereits 2005 eingestellt. Die Typänderung gilt für die Modelle zwischen 01/2000 und 02/2004. Quelle: Presse

Auch einige andere Faktoren können den Preis für eine Kfz-Versicherung in die Höhe treiben. Wer sein Auto in einer Großstadt anmeldet, zahlt in der Regel deutlich mehr als jemand, dessen Auto in einer ländlichen Region gemeldet ist. Im hektischen Stadtverkehr kann es schließlich öfter mal krachen.

Vorsichtige Fahrer gehören ebenfalls zu den Sparfüchsen unter den Autobesitzern. Die sogenannten Schadenfreiheitsklassen geben an, wie lange der Fahrer bereits unfallfrei unterwegs ist. Wer keinen Crash baut, steigt weiter auf und zahlt weniger für seine Versicherung. Auf nur noch 25 Prozent der Grundprämie können sich Fahrer herunterarbeiten, wenn sie 25 Jahre unfallfreie Fahrt hinter sich haben. Wer allerdings gerne mal einen fremden Seitenspiegel oder Kotflügel mitnimmt oder einfach Fahranfänger ist, landet bei rund 240 Prozent der Prämie.

Zahlreiche weitere Faktoren sorgen für zusätzliches Chaos im Tarifdschungel. Steht der Wagen draußen oder ist es ein Garagenfahrzeug? Fährt nur eine Person oder dürfen auch Kinder das Auto schon fahren? Gibt es im Haushalt nur ein Auto oder handelt es sich lediglich um einen Zweitwagen? Auch die Frage, ob der Fahrer im Besitz einer Bahncard oder ähnlichem ist, kann den Preis beeinflussen.     

Wer auffährt, hat Schuld, oder?
Ganz klar: Mit Flip-Flops oder offenen Sandalen darf man nicht Autofahren und rechts auf keinen Fall überholen. Moment mal: Stimmt das wirklich? Die Frage, was im Straßenverkehr erlaubt oder verboten ist, erhitzt regelmäßig die Gemüter. Dabei haben sich im Laufe der Zeit viele Stammtischweisheiten entwickelt und Legenden gebildet, die sich zwar hartnäckig halten, jedoch nicht unbedingt wahr sind. Unser Überblick zeigt einige prominente Beispiele. Bitte beachten Sie aber: Die Inhalte sind allgemein und informativ und verstehen sich ausdrücklich nicht im Sinne einer juristischen Fachpublikation. Vorgestellte Urteile sind für andere Gerichte nicht rechtsverbindlich. Diese können einen Fall völlig anders bewerten. Quelle: Presse
Das Rechtsfahrgebot besagt zwar, dass möglichst rechts gefahren wird, aber nicht, dass sobald auf einer mehrspurigen Straße rechts eine Lücke auftaucht, diese auch genutzt werden muss. Der mittlere Fahrstreifen einer Autobahn beispielsweise darf auch über längere Zeit befahren werden, wenn er nicht zum Überholen genutzt wird. Jedoch dürfen andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden, was zum Beispiel bei dauerhaftem Tempo 100-Fahren auf der linken Spur der Fall wäre. Bei einem solchen Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot wären 80 Euro und sogar ein Punkt in Flensburg fällig. Quelle: Presse
Keine Regel ohne Ausnahme: Telefonieren am Autosteuer ist zwar während der Fahrt verboten. Und die Begründung hierfür macht Sinn: Telefonieren lenkt Autofahrer stark vom Autofahren ab und erhöht zudem die Unfallgefahr. Selbst wer nur kurz aufs Handy schaut, ist abgelenkt und für einen Moment unachtsam auf den Verkehr. Auch das Telefonieren im stehenden Fahrzeug - etwa im Stau oder an einer roten Ampel - hat so manches deutsche Gericht bereits untersagt. Aber es gab auch schon Richter, die Verkehrssünder freisprachen, die an einer roten Ampel telefonierten. Weil der Motor ausgeschaltet war. Dabei ist es nach deutscher Rechtsprechung sogar verboten, für ein wichtiges Telefonat auf dem Seitenstreifen einer Autobahn anzuhalten, selbst wenn dabei der Motor ausgeschaltet wird. Quelle: Presse
Wer einem anderen hinten drauf fährt, hat Schuld. Das ist zwar häufig richtig, aber keine generell anwendbare Regel. Wenn der Auffahrende plausibel machen kann, dass der Fehler beim Vordermann lag, ist er aus dem Schneider. Die Beweislast liegt grundsätzlich bei dem, der Geld will. Quelle: Presse
Annahme: Festnehmen darf nur die Polizei. Erklärung: Grundsätzlich liegt das Gewaltmonopol beim Staat. Wenn man aber einen Straftäter auf frischer Tat ertappt, darf man ihn bis zum Eintreffen der Polizei auch festhalten oder notfalls selbst bei der Polizei abliefern. Falls nötig kann dabei Gewalt angewendet - allerdings nur, wenn die Gesundheit des Täters nicht gefährdet wird. Aber vorsicht: Wer den Falschen festsetzt, kann schnell wegen Freiheitsberaubung dran sein. Quelle: Presse
Die gute Nachricht für alle Schuh- und Freiluftfetischisten: Gleichgültig, ob mit Flip-Flops, High-Heels oder barfuß – Autofahren geht mit jedem oder sogar ganz ohne Schuhwerk. Verbote in diese Richtung gibt es nicht, daher droht bei einer Verkehrskontrolle auch kein Bußgeld. Jedoch weisen Versicherungsexperten darauf hin, dass sich der Autofahrer auch dünn-beschuht in der Lage sehen sollte, dem Straßenverkehr angemessen reagieren zu können. Geschieht nämlich ein Unfall, der womöglich auf das Schuhwerk zurückzuführen ist, muss der Frischluftfreund unter Umständen nicht nur eine Strafe wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht bezahlen (OLG Bamberg, Az.: 2 Ss OWI 577/06), sondern bekommt auch noch Probleme mit seiner Versicherung. Daher ist es ratsam, sich auch bei Flip-Flop-Wetter noch leichte, festere Schuhe zum Fahren ins Auto zu legen. Quelle: Presse
Annahme: Auf dem Weg zur Arbeit bin ich versichert. Erläuterung: Das ist zwar grundsätzlich richtig. Aber die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur, wenn auf dem direkten Arbeitsweg etwas passiert. Wer abbiegt und tankt, einen Abstecher zur Post oder zum Supermarkt macht, verliert diesen Versicherungsschutz. Quelle: Presse

Nicht alternativlos

Trotz Unisex und neuer Typklassen muss nicht unbedingt aufs Autofahren verzichtet werden, nur um Geld zu sparen. Das geht oft auch schon mit einem Wechsel des Versicherungstarifs. Der November ist der traditionelle Wechselmonat. Denn die Policen laufen immer für ein Jahr, die meisten bis Ende Dezember, und müssen mindestens einen Monat vorher gekündigt werden. Stichtag für alle Wechselwilligen ist also der 30. November dieses Jahres. Bei Preiserhöhungen seitens des Versicherers haben Kunden allerdings ein zusätzliches Sonderkündigungsrecht.

Angesichts der drohenden Preissteigerungen rechnet die Branche dieses Jahr mit bis zu 1,8 Millionen Tarifwechslern. Bisher waren die Deutschen allerdings nicht besonders wechselfreudig. Der GDV geht ebenfalls von weniger Wechseln aus. Während im letzten Jahr rund sechs Prozent aller Versicherten einen anderen Tarif gewählt hätten, würden dieses Jahr nur fünf Prozent erwartet.   

Grundsätzlich bieten sich vor allem Vergleichsportale im Internet an, um einen Blick auf die unterschiedlichen Angebote der Versicherer zu werfen. Auch der Kfz-Versicherungsrechner der WirtschaftsWoche bietet einen Überblick über geeignete Tarife. Interessierte sollten allerdings darauf achten, welche Tarife miteinander verglichen werden, da oft nicht alle in Frage kommenden Policen genannt werden.

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