Kfz-Versicherungen Für viele Autofahrer wird es teurer

Die neuen Typ- und Regionalklassen für die Kfz-Versicherungen für 2014 sind nun öffentlich. Für manchen Autofahrer könnten damit die Versicherungsbeiträge steigen. Entscheidend dafür, ob sich ein Versicherungswechsel lohnt, sind jedoch andere Faktoren.

Mit diesen Zulassungs-Lieblingen fahren sie günstig
So funktioniert das Ranking: Beim großen Auto-Unterhaltskostenvergleich haben Auto Bild und Schwacke vor allem auf den Wertverlust abgehoben, den größten und wichtigsten Kostenblock. Betrachtet werden ausschließlich die offiziellen Listenpreise der Hersteller, ohne Anrechnung der üblichen Rabatte. Weil die Mehrzahl der privat angeschafften Neuwagen heutzutage finanziert wird, sind auch diese Kosten mit in die Betrachtung eingeflossen. Angenommen werden eine fünfjährige Haltedauer des Fahrzeugs und 15.000 km jährliche Fahrleistung ... Quelle: dpa
Platz 10Marke / Modell: Kia Picanto 1.0 SpiritListenpreis (brutto): 12.390 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 11.536 Euro Wertverlust (netto): 7.260 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 4.276 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 10.485 EuroVersicherung (brutto): 3.645 Euro Spritkosten (netto): 4.422 Euro Servicekosten: 0 Euro* Verschleißkosten: 854 Euro Reifenkosten: 388 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.176 Euro Gesamtkosten: 22.021 EuroKosten pro Kilometer: 0,29 Euro*Kia-Aktion: Bei Kauf bis 30.06. im Kaufpreis eingeschlossen, ausgenommen Austattung Attract Alle Daten laut AutoBild/Schwacke Quelle: PR
Platz 9Marke / Modell: Nissan Pixo 1.0 Acenta Listenpreis (brutto): 9.590 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 9.021 Euro Wertverlust (netto): 5.706 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 3.315 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 12.829 EuroVersicherung (brutto): 4.766 Euro Spritkosten (netto): 4.322 Euro Servicekosten: 871 Euro Verschleißkosten: 1.203 Euro Reifenkosten: 296 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.371 Euro Gesamtkosten: 21.850 EuroKosten pro Kilometer: 0,29 Euro Quelle: PR
Platz 8Marke / Modell: Hyundai i10 1.1 Classic Listenpreis (brutto): 10.290 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 9.829 Euro Wertverlust (netto): 6.275 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 3.554 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 11.910 EuroVersicherung (brutto): 3.645 Euro Spritkosten (netto): 4.723 Euro Servicekosten: 715 Euro Verschleißkosten: 1.046 Euro Reifenkosten: 368 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.412 Euro Gesamtkosten: 21.739 EuroKosten pro Kilometer: 0,29 Euro Quelle: PR
Platz 7Marke / Modell: Fiat Panda 1.2 ClassicListenpreis (brutto): 9.490 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 9.069 Euro Wertverlust (netto): 5.790 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 3.279 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 12.539 EuroVersicherung (brutto): 3.429 Euro Spritkosten (netto): 4.925 Euro Servicekosten: 1.381 Euro Verschleißkosten: 980 Euro Reifenkosten: 236 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.589 Euro Gesamtkosten: 21.608 EuroKosten pro Kilometer: 0,29 Euro Quelle: PR
Platz 6Marke / Modell: Peugeot 107 ActiveListenpreis (brutto): 11.250 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 10.565 Euro Wertverlust (netto): 6.681 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 3.884 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 11.033 EuroVersicherung (brutto): 3.429 Euro Spritkosten (netto): 4.322 Euro Servicekosten: 1.017 Euro Verschleißkosten: 671 Euro Reifenkosten: 296 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.298 Euro Gesamtkosten: 21.598 EuroKosten pro Kilometer: 0,29 Euro Quelle: PR
Platz 5Marke / Modell: Ford Ka 1.2 AmbienteListenpreis (brutto): 9.100 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 8.859 Euro Wertverlust (netto): 5.715 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 3.144 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 12.562 EuroVersicherung (brutto): 3.645 Euro Spritkosten (netto): 4.925 Euro Servicekosten: 1.162 Euro Verschleißkosten: 904 Euro Reifenkosten: 352 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.575 Euro Gesamtkosten: 21.421 EuroKosten pro Kilometer: 0,29 Euro Quelle: PR
Platz 4Marke / Modell: Smart Fortwo Coupé pure microListenpreis (brutto): 10.335 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 10.567 Euro Wertverlust (netto): 7.004 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 3.563 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 10.278 EuroVersicherung (brutto): 2.496 Euro Spritkosten (netto): 4.221 Euro Servicekosten: 749 Euro Verschleißkosten: 1.114 Euro Reifenkosten: 372 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.327 Euro Gesamtkosten: 20.845 EuroKosten pro Kilometer: 0,28 Euro Quelle: PR
Platz 3Marke / Modell: Volkswagen UpListenpreis (brutto): 9.975 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 8.934 Euro Wertverlust (netto): 5.483 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 3.451 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 11.291 EuroVersicherung (brutto): 3.015 Euro Spritkosten (netto): 4.523 Euro Servicekosten: 774 Euro Verschleißkosten: 1.250 Euro Reifenkosten: 324 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.405 Euro Gesamtkosten: 20.225 EuroKosten pro Kilometer: 0,27 Euro Quelle: PR
Platz 2Marke / Modell: Citroen C1 1.0 AttractionListenpreis (brutto): 9.550 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 9.223 Euro Wertverlust (netto): 5.924 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 3.299 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 10.840 EuroVersicherung (brutto): 3.079 Euro Spritkosten (netto): 4.322 Euro Servicekosten: 1.054 Euro Verschleißkosten: 766 Euro Reifenkosten: 296 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.323 Euro Gesamtkosten: 20.063 EuroKosten pro Kilometer: 0,27 Euro Quelle: PR
Platz 1Marke / Modell: Toyota AygoListenpreis (brutto): 9.150 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 8.792 Euro Wertverlust (netto): 5.630 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 3.162 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 10.512 EuroVersicherung (brutto): 3.429 Euro Spritkosten (netto): 4.322 Euro Servicekosten: 563 Euro Verschleißkosten: 687 Euro Reifenkosten: 296 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.215 Euro Gesamtkosten: 19.304 EuroKosten pro Kilometer: 0,26 EuroAlle Daten laut AutoBild/SchwackeAuch im Test der Zeitschrift „Flottenmanagement“ (2/2013) landet der Kleinstwagen klar an der Spitze: Bei einer Laufleistung von 45.000 Kilometern in drei Jahren belaufen sich die Gesamtkosten auf 13.808,44 Euro. Sie liegen damit rund 650 Euro unter den Kosten des zweitplatzierten Modells. Quelle: PR

Die meisten Autofahrer beschäftigen sich nur nach einem Autokauf oder Umzug mit ihrer Kfz-Versicherung. Schließlich ist der Wechsel zu einer anderen Kfz-Versicherung ohne diesen Anlass mit Aufwand verbunden, der sich erst einmal für den Versicherten auszahlen muss. Anders ausgedrückt, muss schon eine deutliche Ersparnis bei den Versicherungsbeiträgen einen Wechsel lohnenswert machen, damit sich ein Autofahrer nach einem neuen Tarif bei Versicherern, Versicherungsberatern oder online bei Vergleichsportalen erkundigt.

Die Gelegenheit, seinen Versicherungsvertrag hinsichtlich der Kosten auf den Prüfstand zu stellen, kommt mit der jährlichen Abrechnung des Versicherers. Denn aus ihr geht auch hervor, ob die Beiträge im kommenden Jahr steigen. Dabei können sich wie in jedem Jahr auch die vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GdV) überarbeiteten Regional- und Typklassen auswirken, die der Verband Anfang September vorgestellt hat. Sie sagen den Versicherern, wie die Schadensbilanz in einer Region mit einem bestimmten Fahrzeug ausfällt. Die Gruppierungen von Zulassungsbezirken und Automodellen in diese Risikoklassen erleichtern vielen Versicherern somit die Einschätzung ihres Risikos und dienen bei der Kalkulation der individuellen Prämienhöhe für die Kfz-Versicherung als Anhaltspunkt. Laut Medienberichten könne es durch die neuen Regional- und Typklassen im Einzelfall sogar zu Prämienerhöhungen von mehr als 20 Prozent kommen. Das Vergleichsportal Check24.de kommt im ungünstigsten Fall sogar zu einer Beitragserhöhung von 310 Euro im Jahr aufgrund der neuen Einstufungen bei den Regional- und Fahrzeugtypklassen. Dafür müsste der Versicherungskunde jedoch nicht nur ein Fahrzeug fahren, mit dem vermehrt Unfälle gebaut werden und dass die Versicherer daher als riskanter und somit kostspieliger einstufen, sondern er müsste auch in einen heraufgestuften Zulassungsbezirk ziehen.

Wann die Kfz-Versicherung zahlt
Haftpflicht, Teil- und Vollkasko: Welche Kfz-Versicherungen sind unverzichtbar und welche sind sinnvoll?Pflicht für die Zulassung eines Kraftfahrzeuges in Deutschland ist eine Haftpflichtversicherung. Sie ersetzt Schäden, die Dritten durch den Gebrauch des Fahrzeugs zugefügt werden und leistet dabei sowohl für Sach-und Vermögensschäden wie auch für Personenschäden. Unerlässlich, aber nicht verpflichtend ist die Teilkasko: Sie übernimmt die Kosten für bestimmte Schäden, die Kfz-Besitzern am eigenen Fahrzeug entstehen – etwa Glasbruch oder auch Schäden durch Sturm, Hagel und Blitzschlag. Die Vollkasko-Versicherung übernimmt etwa die Reparaturkosten für Unfallschäden am eigenen Fahrzeug, wenn man selbst der Verursacher ist. Quelle: dpa
Gibt es Sonderfälle, bei denen die Kfz-Versicherung nicht greift und der Halter allein in der Pflicht bleibt?Ja, nämlich dann, wenn bei einem Wildunfall ein Ausweichmanöver versucht und dabei ein zusätzlicher Schaden verursacht wurde. Für diesen Schaden muss der Versicherungsnehmer aufkommen. Deshalb: Den Zusammenstoß vorbeugen, um nicht andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Quelle: dpa
Hilft eine Versicherung zum Beispiel bei einer Autopanne auch aktiv?Ja, sie hilft mit einem sogenannten Autoschutzbrief: Er kann beispielsweise dafür sorgen, dass die Versicherung Hilfsmaßnahmen organisiert und anfallende Kosten für Pannenhilfe und Abschleppen unterstützt. Quelle: dpa
In welche Schadensfreiheitsklasse werden Fahranfänger eingestuft?Wenn Sie ihren Führerschein gerade erst gemacht haben, dann steigen Sie in die Schadensfreiheitsklasse '0' ein. Je nach Kfz-Versicherungsanbieter macht das einen Schadenfreiheitsrabatt von 190 - 230 Prozent. Besitzt man den "Lappen" schon länger als drei Jahre, erfolgt eine Hochstufung in die Schadensfreiheitsklasse '0,5'. Quelle: dpa/dpaweb
Ist es möglich ein Auto zu verleihen?Ja. Allerdings wird im Schadensfall die Prämie des Versicherungsnehmers angehoben und nicht die des Unfallverursachers. Der Beitrag erhöht sich um den Betrag, der ohne den Rabatt für die Einschränkung des Nutzerkreises zu zahlen wäre. Quelle: dpa-tmn
Kann die Werkstatt im Schadensfall selbst gewählt werden?Es gibt bei einigen Kfz-Versicherungen sogar Preisnachlässe oder zusätzliche Serviceleistungen, wenn eine der festgelegten Partnerwerkstätten genutzt wird. Eine Besonderheit gibt es beim Neuwagenkauf: Dort kann die Herstellergarantie verfallen, wenn nicht die Vertragswerkstatt aufgesucht wird. Quelle: dpa
Was bietet eine Zusatz-Haftpflicht-Versicherung für Fahrzeuge, die im Ausland gemietet werden? Diese Versicherung soll eine Lücke schließen: Sie geht über die im Ausland geltenden Leistungsgrenzen hinaus und bis zu der Höhe, der vereinbarten Deckungssumme der Kfz-Haftpflicht. Sie wird nur für die Dauer des Auslandsaufenthaltes abgeschlossen und gilt dann für den Versicherungsnehmer, sowie den Menschen, der mit ihm in einer häuslichen Gemeinschaft lebt. Quelle: dpa/dpaweb
Auto geklaut – was muss beachtet werden?Im schlimmsten Fall zahlt die Versicherung nicht, nämlich dann, wenn Sie einen Fehler machen. Deshalb: Der Diebstahl muss innerhalb einer Woche beim Versicherer gemeldet werden und zwar schriftlich. Quelle: dpa
Ist eine vorzeitige Kündigung möglich, wenn die Kfz-Versicherung teurer wird?Ja, sobald die Tarife der Kfz-Versicherung angehoben werden, besteht ein Sonderkündigungsrecht. Das muss allerdings spätestens einen Monat nach dem Erhalt der Mitteilung von der Versicherung genutzt werden. Eine Ausnahme: Das Sonderkündigungsrecht gilt nicht, wenn der Kunde in eine teurere Autoversicherungsregion gezogen ist bzw. in eine höhere Schadensfreiheitsklasse eingestuft wurde.
Ist der Abschluss einer Insassenunfallschutz zusätzlich zur Autoversicherung sinnvoll?Nein. Die Mitfahrer sind bereits durch de Kfz-Haftpflicht des Fahrer versichert. Viel sinnvoller ist diesbezüglich eine private Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung, die schützt auch außerhalb des Autos. Quelle: AP

Für die meisten Fahrer dürfte sich aufgrund der neuen Regional- und Typklassen nur wenig ändern. Laut GdV sind nur ein Drittel der Kfz-Haftpflichtverträge von den Änderungen betroffen. Bei den Kasko-Tarifen ist es nur ein Fünftel der Versicherten. Ungefähr die Hälfte dieser Gruppe kommt in teurere Klassen. Dennoch Grund genug, die nächste Jahresabrechnung seiner Versicherung, die in den nächsten Monaten im Briefkasten liegen dürfte, genauer auf mögliche Prämienerhöhungen zu prüfen und sich gegebenenfalls nach einem anderen Versicherer umzusehen. Denn eine Erhöhung des Versicherungsbeitrags berechtigt den Kunden immer, den Vertrag innerhalb eines Monats zu kündigen und zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.

Das dürfte sich vor allem für jene lohnen, die seit Jahren einem Versicherer treu geblieben sind. Denn zu verschenken haben Autoversicherer nichts. Schon jahrelang tobt in der Branche ein fast schon ruinöser Preiskampf. Zwar stiegen die Prämieneinnahmen der Versicherer im vergangenen Jahr laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) um 5,4 Prozent auf 22 Milliarden Euro. Aber noch immer fahren die Kfz-Versicherer ein Minus ein, 2012 lag es operativ bei 600 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2011 lag das Minus noch bei 1,54 Milliarden Euro. Ohne andere Versicherungen aus den Sparten Schaden und Unfall würden die Assekuranzen Verluste einfahren. Es ist also damit zu rechnen, dass die Beiträge weiter angehoben werden. Seit Beginn des Jahrzehnts lassen die Preissenkungen nach. Aber noch immer ist eine Kfz-Versicherung heute deutlich billiger zu bekommen, als etwa Mitte der 90er Jahre, rechnet der GdV vor. Ein Vergleich verschiedener Anbieter kann sich also auszahlen.

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