Kfz-Versicherungen Last-Minute-Tipps für den Tarifwechsel

Noch bis zum 30. November können sich Autofahrer eine günstigere Kfz-Versicherung für 2016 suchen. Mitunter sparen sie so hunderte Euro. Warum der Wechsel jetzt besonders lohnt, worauf Kunden achten müssen.

Wie Sie mit der KFZ-Haftpflicht mehr Leistung für Ihr Geld bekommen. Quelle: Getty Images, Montage

Autounfälle passieren ständig. Gemessen an den Unfallzahlen vom Juli dieses Jahres kracht es pro Minute viermal, rund um die Uhr. Zum Glück bleibt dabei meistens beim Blechschaden. Allerdings gab es im ersten Halbjahr 2015 auch fast 2000 Tote und knapp 220.000 Verletzte zu beklagen. Autofahren ist gefährlich, der Schaden mitunter unermesslich.

In praktisch allen polizeilich registrierten Fällen kommt die Kfz-Versicherung zum Einsatz, sie ist aus gutem Grund Pflicht. Ein guter Versicherungsschutz ist für Autofahrer also wichtig, die Standardleistungen generell einheitlich. Dennoch gibt es große Preisunterschiede, die beim Neukunden nach Angaben von Vergleichsportalen bis zu 850 Euro im Jahr ausmachen können. Dabei sind die Kfz-Versicherungen derzeit sogar noch besonders günstig.

Der Zeitpunkt für den Versicherungswechsel vor Dezemberbeginn ergibt sich meist aus den Vertragslaufzeiten. Normalerweise gelten die Policen immer für ein Jahr und können einen Monat vor Ablauf gekündigt werden. Weil die Vertragslaufzeit meist vom 1. Januar bis 31. Dezember eines Jahres reicht, muss die Versicherung eben bis zum 30. November gekündigt werden, damit sie zum Jahreswechsel greift.

So sparen Sie bei Ihrer Kfz-Versicherung
Fahrzeugtyp entscheidendSportwagen versus Familienwagen: Bei einem BMW ist Diebstahlrate deutlich höher als bei einem Familienvan. Ein VW-Golf ist häufiger in Unfälle verwickelt als ein Fiat Panda. Fahrzeugtyp und Klasse sind entscheidend, wenn es um die Beitragshöhe in der KfZ-Versicherung geht. Quelle: Die Tipps wurden zusammengestellt von der Versicherungsmanager-App Knip. Quelle: obs
Günstiger auf dem LandIn Großstädten wie Berlin ist sowohl das Diebstahlrisiko als auch die Unfallgefahr größer, was sich im Versicherungsbeitrag bemerkbar macht. Wer sein Auto hingegen in einer ländlichen Gegend anmeldet, verringert das Risiko und kann somit auch Geld sparen. Quelle: dpa
Geringere Beiträge für FamilienAuch der Familienstand des Autobesitzers hat Einfluss auf den Versicherungsbeitrag. Bei verheirateten Paaren mit Kindern geht man eher von einem vorsichtigen Fahrstil und somit einem geringen Unfallrisiko aus – dementsprechend sind auch die Beiträge geringer. Quelle: dpa
Zweitwagenregelung nutzenAber auch Fahranfänger können sparen: einfach von der Zweitwagenregelung Gebrauch machen und das Fahrzeug zum Beispiel bei den Eltern mitversichern. Schon wird der Anfänger nicht mehr als solcher eingestuft. Quelle: CMS
Marderschäden versichernKaputte Schläuche durch Marderbisse sind häufig durch die Versicherung abgedeckt. Folgeschäden jedoch nicht. Weil Schäden aber manchmal eine Weile unentdeckt bleiben, sollten auch die Folgeschäden mitversichert werden. Quelle: obs
Nutztiere einschließen„Haarwild“, das sind Wildschweine, Rehe und Hasen. Unfälle mit genau diesen sind meist abgedeckt. Vögel und Nutztiere, wie zum Beispiel Kühe oder Schafe gehören nicht dazu, sollten aber bestenfalls eingeschlossen werden. Quelle: dpa
Werkstattbindung prüfenMit einer Werkstattbindung wird der Versicherungsbeitrag geringer. Insgesamt können die Kosten dann aber steigen, weil Vertragswerkstätten teurer sind. Quelle: dapd

Doch auch jenseits des Stichtages besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Chance, zu einem günstigeren Anbieter zu gehen. Wer etwa sein Fahrzeug wechselt, kann jederzeit die Police kündigen und das neue Gefährt bei einem anderen Anbieter versichern. Ebenso gibt es ein Sonderkündigungsrecht, wenn die bisherige Versicherung in Preise, also die Versicherungsprämie, erhöht. Auf diese Sonderkündigungsrecht muss die Versicherung sogar in ihrem Schreiben zur Beitragsrechnung laut Gesetz explizit hinweisen und eine Frist von einem Monat einräumen.

Ende November sind die Tarif am günstigsten

Tatsächlich macht aber die Preispolitik der Versicherer einen Wechsel zum Ende November besonders attraktiv. Denn immer zu Hochsaison der Versicherungswechsel im Herbst buhlen die Anbieter massiv um Neukunden, indem sie besonders günstige Tarife anbieten. Das Vergleichsportal Check24.de hat festgestellt, dass die durchschnittliche Haftpflichtprämie der Kfz-Versicherer seit Juli um durchschnittlich 19 Prozent gesunken ist. Laut Vergleichsportal KfzKompass sind die Prämien bis Ende November sogar um bis zu 25 Prozent niedriger.

Zum Leidwesen der Autofahrer ist es unter Kfz-Versicherungen üblich, das die Versicherungstarife für Kunden nach einem Jahr teurer werden. Ein Vergleich der günstigen Herbstpreise der Anbieter aus den vergangenen sechs Jahren zeigt, dass die Versicherungsprämien seitdem um durchschnittlich 37 Prozent gestiegen sind.

KFZ Versicherer Gesamtergebnis Platz 1 bis 10

Die Kfz-Versicherung wird also auch für Neukunden schon seit Jahren teurer. Ein Grund sind sicher die gestiegenen Anschaffungs- und Reparaturkosten bei modernen Fahrzeugen. Ein anderer Grund ist sicher der oft ruinöse Preiskampf der Anbieter, der in der Branche über Jahre zu niedrigen Margen oder sogar Verlusten geführt hat sowie die Probleme der Versicherungen insgesamt, mit den eingesammelten Beiträgen ausreichende Zinsgewinne aus dem Kapitalstock zu erwirtschaften. Höhere Beiträge der Versicherten müssen diese Defizite daher ausgleichen.
Auch wer schon mehrere Jahre bei einer Versicherung unter Vertrag ist, dürfte die eine oder andere Tariferhöhung erlebt haben, ebenso diverse Erhöhungen der Versicherungssteuer. Ob die Kfz-Versicherung letztlich teurer geworden ist oder nicht, ist vom Einzelfall abhängig.

Wer unfallfrei geblieben ist, erhält zwar mit den Jahren einen höheren Schadenfreiheitsrabatt und sein Beitrag sinkt tendenziell, aber dennoch kann es zu Prämienerhöhungen kommen, weil sich die Einstufung in Regional- und Fahrzeugtypklassen zu seinen Ungunsten ändert, oder die Versicherung schlicht einen höheren Deckungsbeitrag fordert.

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