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Krötenwanderung

Abzocke bei Lebensversicherungen

Anke Henrich
Anke Henrich Freie Autorin, Mittelstands-Expertin

Vorsicht! Betrüger kassieren beim Weiterverkauf von Lebensversicherungen.

Eine Kündigung einer Lebensversicherung Quelle: dpa/dpaweb

Keiner, der eine Lebens- oder private Rentenversicherung abschließt, hat in der Regel vor, sie demnächst wieder zu kündigen. Noch dazu, weil er dann Geld verliert. Die Versicherungen können in den ersten Jahren der Laufzeit dem Kunden ihre eigenen Kosten in Rechnung stellen. Wenn aber Not am Mann und zu wenig Geld in der Haushaltskasse ist, überlegt es sich mancher anders und will seine Lebensversicherung oder Altersvorsorge versilbern.

Der monetäre Verlust lässt sich aber mindern. Das funktioniert so: Die Police wird nicht komplett gekündigt, der Rückkaufwert von der Versicherung an den Kunden nicht ausgezahlt. Stattdessen wird die Police an einen Dritten weiterverkauft. Mehrere Unternehmen haben sich auf diese Aufkäufe am so genannten Zweitmarkt für gebrauchte Policen spezialisiert.

Ihr Geschäftsmodell: Sie bieten den Kunden in Geldnot einige Prozent über dem Restkaufwert an, er verkauft die Police an sie und das Unternehmen bezahlt alle noch ausstehenden Prämien der Police  über die gesamte, ursprünglich vereinbarte Laufzeit weiter. Am Ende ist Zahltag: Dann winkt dem Unternehmen nicht nur die hohe Abschlusszahlung samt Zinsen, sondern meist auch noch eine Einmalleistung.

Achtung Abzocke

So weit, so nützlich. Jetzt aber sind wieder dubiose Firmen auf diesem Markt unterwegs. Sie bieten den eiligen Kunden an, deren Police zu übernehmen. Mit dem kleinen Unterschied zur seriösen Konkurrenz, dass sie den Rückkaufwert plus Aufschlag  nicht auf einen Schlag, sondern über Jahre in Raten auszahlen wollen. Und, Überraschung, nach kurzer Zeit verduften sie. Der Kunde bekommt die komplette vereinbarte Summe nie.

Bereits 2010 und 2011 hat die Versicherungsaufsicht mehreren Anbietern diese Praktiken verboten. Die Nachfolger ziehen aber schon durchs Internet auf der Suche nach neuen ahnungslosen Kunden.

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Die Bafin warnt: In den ihr bekannten Fällen handelt es sich bei den als Käufer auftretenden Unternehmen nicht um Unternehmen, die von ihr kontrolliert werden. Solche Anbieter unterliegen anders als Versicherungsunternehmen auch keiner Solvenzaufsicht durch die Bafin. Das heißt, die Sicherstellung der dauernden Erfüllbarkeit der mit den Kunden geschlossenen Verträge steht in den Sternen.

Also Finger weg von Modellen, die den Rückkaufwert nur häppchenweise erstatten wollen.

Wer es juristisch ganz genau wissen will, findet die Informationen hier (ab Seite 9).

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