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Krötenwanderung

Brauchen Patienten noch eine Überweisung?

Anke Henrich
Anke Henrich Freie Autorin, Mittelstands-Expertin

Die Praxisgebühr ist weg, aber wann brauchen Kassenpatienten trotzdem das ungeliebte Überweisungsformular vom Hausarzt?

Nach dem Hickhack mit der Praxisgebühr bleibt nun noch die Frage: Wann brauche ich eine Überweisung? Quelle: dpa

2013 hat für gesetzlich Versicherte gut angefangen: Die bürokratische Praxisgebühr von zehn Euro pro Arztbesuch pro Quartal wurde zu Grabe getragen. Damit entfällt für die meisten auch die Stippvisite beim Hausarzt mit der Bitte an die ohnehin ausgelastete Arzthelferin um eine Überweisung zum Facharzt. Ausnahmen gibt es aber auch 2013 - und die sind durchaus sinnvoll.

Es gilt: Jeder standardmäßig gesetzlich Versicherte kann sich einen Termin beim Facharzt oder medizinischen Versorgungszentrum besorgen, sofern dort auch Kassenpatienten behandelt werden. Versicherte können selbst bei mehreren Doktoren einer Fachrichtung anklopfen. Auch wenn das medizinisch meist nur sinnvoll ist, falls es um eine fundierte Zweitmeinung zu einem wichtigen Eingriff geht.

Fragen und Antworten zur Praxisgebühr
Eine Hand hält am 8.12.2003 in einer Arztpraxis in Schwerin einen Zehn-Euro-Schein und eine Versichertenkarte Quelle: dpa
Philipp Roesler (l.) und der Generalsekretaer der FDP, Patrick Doering, enthuellen ein Plakat mit der Aufschrift "Tschuess Praxisgebuehr! (Niemand wird dich vermissen.)." Quelle: dapd
Eine Apothekerin entnimmt Medikamente aus einem Regal Quelle: AP
Ernest Hayeck, 77, has his eye's retina examined during a check-up Quelle: AP
Der Arzt Daniel Karaa aus dem brandenburgischen Briesen (Oder-Spree) steht im vollen Wartezimmer seiner Praxis Quelle: dpa
Wird jetzt die Krankenversicherung wieder teurer?Durch die Abschaffung der Gebühr verlieren die Krankenkassen knapp zwei Milliarden Euro im Jahr. Dieser Verlust soll künftig durch Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds ausgeglichen werden. Zusatzbeiträge haben die Kassen für das kommende Jahr nicht geplant, dafür sind die Überschüsse zu hoch, die die im vergangenen Jahr erwirtschaftet wurden. Quelle: dpa
Wenn die Kassen so ein dickes Polster haben, bekommen Patienten dann Geld zurück?Einige Krankenkassen haben angekündigt, ihren Mitgliedern im Jahr 2013 eine Prämie zu zahlen. So dürfen sich Versicherte von insgesamt acht Unternehmen wie der Techniker Krankenkasse (TK) oder der Hanseatischen Krankenkasse (HEK) über Prämien freuen. Quelle: dpa/dpaweb

Aber einige medizinische Spezialisten brauchen erst den genauen Suchauftrag eines Haus- oder Facharztes um an die Arbeit zu gehen: Radiologen, Nuklearmediziner, Pathologen, Laborärzte und andere. Folglich gilt: Erst eine Überweisung öffnet diese Türen.

Dann gibt es aber noch die GKV-Kunden, die einen Hausarzttarif abgeschlossen haben. Sie haben sich verpflichtet, stets zuerst diesen Doktor ihrer Wahl zu konsultieren und werden dafür von ihrer Krankenkasse mit einem niedrigeren Monatsbeitrag belohnt. Der Doc als Lotse durch das Gesundheitssystem, kein schlechter Ansatz. Diese Patienten brauchen deshalb nach wie vor den Überweisungsschein.

Fürs Krankenhaushaus gilt: Im Notfall wird jedem geholfen, bei einer planbaren Operation oder Therapie braucht es auch weiterhin die „Einweisung“ durch einen niedergelassenen Arzt.

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