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Lebensversicherung Finger weg bei Top-Renditen

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Besser wenig vom Versicherer, als nichts vom Betrüger

Ein Kunde füllt einen Antrag auf Abschluss einer Lebensversicherung aus Quelle: dpa

Welche Policen werden genommen?

Jede zweite der etwa 94 Millionen Lebensversicherungen wird vorzeitig aufgelöst. Doch nur wenige Versicherte mit älteren Verträgen finden am Zweitmarkt auch tatsächlich einen Käufer. Besitzer junger Policen haben null Chance. Bis etwa 2008 war der Verkauf gebrauchter Policen noch eine Alternative zum Storno. In der Finanzkrise ging der florierende Markt aber in die Knie. Ankäufer wie „Cash Life“ oder „Policen Direkt“ gerieten selbst in Schieflage. Die Branche kaufe zwar momentan „gern wieder auf“, betont Wichelhaus. Seit der Euro-Krise gebe es wieder vermehrt Abnehmer. Trotzdem sind die Händler wählerisch und picken sich nur renditestarke Verträge solider Versicherer heraus mit Rückkaufswerten ab etwa 10.000 Euro und Restlaufzeiten von wenigen Jahren.

Was tun bei Ablehnung?

Wer seine Gebrauchte nicht an eine Mitglied des BVZL verkaufen kann, aber dringend Geld braucht, dem bleibt oft nur die Kündigung. Er muss sich dann mit dem mageren Rückkaufswert wohl oder übel zufriedengeben. „Lieber sehr wenig vom Versicherer als gar nichts vom Betrüger“, sagt Rudnik. Besonders hart kann es allerdings bei einem Storno in den ersten drei, vier Jahren nach Vertragsabschluss werden. Nach Abzug der hohen Abschlusskosten bekommt der Kunde oft keinen Euro mehr zurück.

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Was gilt für ältere Verträge?

Policen, die vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden und am Ende steuerfrei ausgezahlt werden, sollten - wenn möglich - nicht verkauft oder gekündigt werden, betont Wortberg. Bei Garantiezinsen von drei oder gar vier Prozent sei es schlauer, das Laufzeitende abzuwarten und den Vertrag nur beitragsfrei zu stellen. Wer Glück hat, bekommt dann noch die Schlussüberschüsse obendrauf ausgezahlt. „So eine Rendite wie aus älteren Verträgen kriegt man momentan nirgends mehr“, erklärt der Verbraucherschützer. Ob sich das Halten lohnt, können Verbraucherzentralen ausrechnen.

Was ist mit Beleihen?

Bei kurzfristigen Engpässen sollten Kunden versuchen, ihre eigene Police zu beleihen statt zu verkaufen oder zu kündigen. Der Versicherte behält weiter seinen Versicherungsschutz und wird trotzdem finanziell schnell wieder flüssig. Das Beleihen ist oft möglich bis zur Höhe des Rückkaufswerts. „Das kann eine gute Lösung sein“, sagt Gatschke. Betroffene sollten sich immer beraten lassen, bevor sie verlustreich die Reißleine ziehen.

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