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Lebensversicherung Was besser ist, als die Police zu kündigen

Jemand betrachtet einen Vertrag durch eine Lupe. Quelle: Fotolia

Viele Lebensversicherte sind unzufrieden. Die niedrigen Zinsen machen die beliebte Form der Altersvorsorge immer unrentabler. Warum eine Kündigung der Verträge trotzdem nicht ratsam ist, welche Alternativen es gibt.

Weil Lebensversicherer Kapital langfristig anlegen, schlägt der Zinsrückgang der vergangenen Jahre erst nach und nach durch. Dafür würde auch ein Zinsanstieg anfangs kaum helfen. Fakt ist: Von den früheren Beitragsrenditen jenseits der vier Prozent dürfen Kunden nur noch träumen. Sie müssen sich eher fragen, ob die Anbieter ihre Mindestzusagen einhalten können. Insbesondere wenn ein Anbieter weniger gut dasteht, so im Rating. Für das langfristige Sparen gibt es renditestarke Alternativen, zum Beispiel Indexfonds-Sparpläne.

Für die Lebensversicherung spricht:

- Nur Versicherer zahlen Verträge – wenn gewünscht – als lebenslange Rente aus. Das sichert ein Basisauskommen. Allerdings setzen sie die Höhe entsprechend vorsichtig an. Es handelt sich um eine Wette auf ein langes Leben, die erst bei mehr als 100 Jahren Lebensdauer aufgeht. Das ist der Preis der Sicherheit.

- Frühere hohe Garantiezinsen, bis zu vier Prozent, sind heute wertvoll. Zwar wird dieser Zins nur auf die Beiträge nach Abzug der Kosten gezahlt. Der Abstand zu aktuell 0,9 Prozent Garantiezins ist trotzdem riesig.

- Einmalauszahlungen aus vor 2005 abgeschlossenen Verträgen bleiben meist steuerfrei. Soll die Auszahlung als lebenslange Rente erfolgen, spielt das aber keine Rolle.

- Individuell im Vertrag abgesicherte Risiken, etwa Zahlungen bei Berufsunfähigkeit, sprechen gegen eine Kündigung. Oft sind diese mittlerweile, etwa wegen Vorerkrankungen, nicht mehr oder nur sehr teuer versicherbar

Aussetzen oder widerrufen

Kündigen Kunden ihre Verträge, erhalten sie den Rückkaufswert – vor allem in den Anfangsjahren liegt der oft weit unter der Beitragssumme. Bei zwischen Juli 1994 und Ende 2007 abgeschlossenen Verträgen gibt es eine andere Option. Wegen Aufklärungsmängeln können diese oft noch widerrufen werden. Bei dieser Rückabwicklung entstehen meist allenfalls geringe Verluste.

Ansonsten können Versicherte Beiträge aussetzen („beitragsfrei stellen“). Über die Auswirkungen im Vertrag, auch auf Risikokomponenten, informiert der Versicherer. Oder sie verkaufen ihren Vertrag am Zweitmarkt. Aufkäufer wie Cash Life oder Policen Direkt bieten Aufschläge auf den Rückkaufswert, durchaus fünf Prozent, wenn die Police ihnen lohnend erscheint. Vorteil: So kann der Todesfallschutz für Angehörige erhalten werden.

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