Lebensversicherung WürttLeben-Chef Heinen befürchtet Abwicklung von Lebensversicherern

Exklusiv

Die aktuell niedrigen Zinsen bereiten den Lebensversicherern Probleme, doch steigende Zinsen würden sie noch schneller in Schieflage bringen.

Lebensversicherung unter der Lupe Quelle: dpa

"Ein plötzlicher, starker Zinsanstieg könnte für Lebensversicherer sehr gefährlich werden", sagte Norbert Heinen, Vorstandsvorsitzender der Württembergischen Lebensversicherung der WirtschaftsWoche. "Versicherer könnten Probleme bekommen, die Aufsicht müsste sie aus dem Verkehr ziehen." Dieses Risiko drohe bei einem Zinsanstieg "um 2,5, vielleicht 3,0 Prozentpunkte".

Steigen die Zinsen kräftig an, würden die bereits von Lebensversicherern gekauften Anleihen massiv an Wert verlieren. Die Konzerne haben fast 90 Prozent ihrer Kapitalanlagen von 844 Milliarden Euro in fest verzinsliche Wertpapiere investiert.

"Irgendwann wäre ihr Wert niedriger als der in unseren Bilanzen. Dann hätten wir keine Chance mehr, mit dem Verkauf dieser Anleihen außerordentliche Erträge zu erzielen." Genau diese Erträge bräuchten Lebensversicherer aber, um die von der Aufsicht vorgeschriebenen Reserven für ihre alten Zinsversprechen, die sogenannte Zinszusatzreserve, aufbauen zu können.

Heinen, der einen der nach Kapitalanlagen zehn größten Lebensversicherer führt, sorgt deshalb vor: "Wir verkaufen die Anleihen lieber jetzt und realisieren die Kursgewinne. Das Geld können wir in die Reserve stecken", sagte Heinen der WirtschaftsWoche.

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