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Lebensversicherungs-Rating Die besten Policen für Ihr Geld

Die einst beliebteste Altersvorsorge ist in arger Bedrängnis. Unser exklusives Lebensversicherer-Rating zeigt, welche Anbieter dem Niedrigzins standhalten und ihren Kunden noch Aussicht auf Überschüsse bieten.

Welche Lebensversicherungen bieten noch Stabilität und Rendite?

Frank Frommholz lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Der Honorarfinanzberater mit Büros in Hamburg und Lüneburg leitet seine Kunden mit Gelassenheit und Konstanz auch durch turbulente Jahre an den Kapitalmärkten, etwa während der Finanzkrise. Einen einmal gefassten Plan nicht über den Haufen zu werfen, das legt Frommholz, 62 Jahre alt, seinen Kunden nahe. Normalerweise. Jetzt aber sieht er eine „Sonderkonstellation“. Die gegenwärtige Zinsphase sei noch vor Jahren genauso unvorstellbar gewesen wie ihre aktuellen Konsequenzen, sagt Frommholz.

Er meint eine der wichtigsten Altersvorsorgen der Deutschen, die Kapitallebensversicherung. Sie ist seit Jahrzehnten in der deutschen Anlegerpsyche verankert. „Es ehrt den pflichtbewussten Mann, dass er nur ruhig leben kann, wenn Weib und Kind geborgen sind, durch eine Lebensversicherung“, warben die Anbieter in den Dreißigerjahren – mit mehr Gespür für Geschäftssinn als für Rollenbilder und Versmaß. „Schon mit kleinen Beiträgen bilden Sie ein beachtliches Kapital für die Zukunft. Garantiert“, lautete die Botschaft in den Siebzigern.

Eigentlich soll die Lebensversicherung Risiken mindern, etwa das Risiko von Altersarmut. Jetzt aber ist sie selbst zum Risiko geworden. Und was für eins.

Finsinger Rating 2017: Ein exklusives Rating zeigt die leistungsstärksten Lebensversicherer.

Exklusives Rating von 63 Anbietern

Betrachtet man nur die zur Altersvorsorge abgeschlossenen Kapitallebensversicherungen, bei denen die Geldanlage im Vordergrund steht, gibt es in Deutschland über 70 Millionen Verträge. Fast 900 Milliarden Euro sind in ihnen angelegt. Jahrelang funktionierte das Modell. Zahlungen im Todesfall, wie sie bei Risikolebensversicherungen im Vordergrund stehen, spielen hier kaum eine Rolle. Stattdessen zahlten Versicherte Monat für Monat ein, um dann zu Rentenbeginn eine hohe und steuerlich bevorzugte Auszahlung zu kassieren oder sich lebenslang eine Rente zahlen zu lassen.

Doch weil Lebensversicherer etwa 90 Prozent des Kapitals für ihre Kunden zu festen Zinsen angelegt haben, trifft der Zinsschwund sie besonders. Frommholz warnt: „Es droht ein Vermögensverlust.“

Wichtig wie selten zuvor ist in diesen Zeiten die Finanzstärke der Lebensversicherer. Nur Anbieter mit ausreichend großen Kapitalpolstern werden noch in der Lage sein, das Geld ihrer Kunden einigermaßen chancenreich anzulegen. Ziehen die Versicherer zudem noch wenig an Kosten und Provisionen ab, bleibt für den Kunden genug übrig.

Die leistungsstärksten Lebensversicherer 2017

Genau diese Betrachtung zeichnet das Rating der WirtschaftsWoche aus, das zum 21. Mal veröffentlicht wird. Entwickelt wurde die Methodik vom Wiener Finanzwissenschaftler Jörg Finsinger. Mittlerweile wird das Rating vom Hamburger Ratinghaus softfair analyse erstellt. Die Besonderheit: Jeder Euro, egal, ob aus höheren Kapitalerträgen oder aus niedrigeren Kosten, ist gleich viel wert. Und, anders als andere Ratings, zeichnet es nicht Erfolge der Vergangenheit aus, sondern analysiert die künftige Leistungsfähigkeit von 63 Lebensversicherern aus Kundensicht.

Testsieger ist die Europa Lebensversicherung, die es gemeinsam mit LVM, Huk-Coburg und Debeka praktisch seit Erstauflage des Ratings jedes Jahr in die Spitzengruppe mit fünf Sternen geschafft hat. Wer sich als Kunde an diesem Urteil orientiert hat, ist damit gut gefahren: Tatsächlich waren die Auszahlungen dieser Anbieter im Rückblick weit überdurchschnittlich.

Die Unterschiede zwischen den Anbietern dürften noch zunehmen. Nur etwa jeder dritte Lebensversicherer schneidet dieses Jahr besser als die Benchmark ab, ein Durchschnittswert besonders wachstumsstarker Anbieter. Vor fünf Jahren schaffte das noch jeder zweite Anbieter. Bei 18 Anbietern liegt die Leistungsfähigkeit jetzt um mehr als 100 Prozent unter dem Durchschnitt. Das heißt: Auf Basis der Modellannahmen dürften deren Kunden mit überhaupt keinen Überschüssen rechnen. Vor fünf Jahren galten nur sechs Anbieter im Ratingmodell als derart gefährdet.

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