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Leser fragen, die WiWo antwortet Für wen Riester unschlagbar ist

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Wann sich Riester für Besserverdiener und Ältere lohnt

Was ist mit denen, die mehr verdienen?
Bei Besserverdienern ist das in der Regel anders. Der Steuervorteil klingt zwar auch erst einmal ganz gut: 2100 Euro einzahlen, 700 Euro zurückbekommen. Das Problem ist nur: In der Einzahlungsphase ist Riester zwar von der Steuer befreit. In der Auszahlungsphase wird es aber voll besteuert. Das heißt, auf 100 Prozent der Riester-Rente muss man seinen persönlichen Steuersatz zahlen. In dem Sinne ist der Steuervorteil eigentlich nur eine Steuerstundung: Man muss jetzt keine Steuern zahlen, aber dafür später. Einen Vorteil gibt es nur dann, wenn der Steuersatz im Alter niedriger ist als heute. Das ist meist so, immerhin. Aber dadurch, dass auch die gesetzliche Rente mehr und mehr in der Auszahlungsphase besteuert wird, werden die Leute in Zukunft im Alter höhere Steuersätze zahlen, als wir alle das von unseren Eltern oder Großeltern kennen.

Am meisten lohnt sich Riester also, wenn man Kinder hat. Um die Zulagen zu bekommen, müssen die Kinder freilich noch jünger sein. Heißt das im Umkehrschluss: Für Ältere lohnt sich Riester nicht?
Die Kinderzulage bekommt man, solange man Anspruch auf Kindergeld hat. Wenn die Kinder schon älter sind, würden sie entsprechend weniger ins Kalkül fallen. Wer älter ist, wird aber ohnehin Probleme haben, überhaupt einen Riestervertrag zu bekommen. Zwar wollen Versicherer eigentlich immer gerne neue Kunden gewinnen, aber bei Riester haben sie das Problem mit dem garantierten Beitragserhalt. Da sie erst ihre Kosten abrechnen müssen, fällt es ihnen schwer, diese Garantie bis zu einem nicht weit entfernten Ruhestandsbeginn zu halten. Deswegen nehmen viele Kunden schon ab 50 oder 55 Jahren nicht mehr an.

Hier gibt es eine Alternative von Fairr, fairrelax genannt, die man sogar mit über 60 Jahren noch abschließen kann. Der Vertrag dieser Rentenversicherung hat lediglich eine Mindestlaufzeit von zwölf Monaten. Man mag sich jetzt denken: Was soll das denn bringen, bei so kurzer Spardauer kommt am Ende ja nur eine Mini-Rente heraus? Dabei ist genau das der Trick. Wenn man beispielsweise mit 64 Jahren eine solchen Vertrag abschließt und den drei Jahre lang bespart, dann hat er in Summe vielleicht 6500 Euro angespart. Es gibt aber eine Regel, dass wenn am Ende eine Rente von unter 80 Euro herauskommt, dann kann man sich das ganze Geld auf einen Schlag auszahlen lassen und muss trotzdem, anders als sonst, die Riester-Förderung nicht zurückzahlen. Da kann man rein rechnerisch auf Renditen von 20 Prozent pro Jahr kommen durch die Förderung.

Fazit: Um in diesem ganzen Wirrwarr eine kurze Orientierung zu geben: Bei Geringverdienern ist die Riester-Förderung wirklich klasse. Auch für Ältere kann sie sich lohnen, gewissermaßen als Last-Minute-Vorsorge. Bei allen anderen muss man sagen: Riester macht aus einer schlechten Geldanlage keine gute. Man sollte sich da von irgendwelchen Vermittlern nichts anderes erzählen lassen. Die reden dann gerne von „geschenktem Geld“, das man unbedingt annehmen müsse. Nein. Riester macht aus einer schlechten Geldanlage keine gute. Es kann aber sehr wohl aus einer guten Geldanlage eine bessere machen. Und gut heißt für mich: Ich habe Renditechancen und möglichst geringe Kosten.

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