Pflege-Ratgeber Wann die Pflegeversicherung zahlt - und wofür

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Die richtige Beratung

Frage 8: Wo bekommen Pflegende Hilfe?

Wer pflegt, hat nach dem Gesetz Anspruch auf Beratung. Zeitnah, persönlich und individuell. Diese Hilfe sollte jede Pflegeperson auch in Anspruch nehmen – und mehrheitlich sind sie nach dem neuen Pflegegesetz sogar regelmäßig dazu verpflichtet. Denn wer als pflegender Angehöriger ohne professionellen Pflegedienst alleine einen Pflegebedürftigen in den Pflegegraden 2 bis 5 versorgt, soll eine professionelle Beratung wahrnehmen. (Darauf weist die Kasse schriftlich hin.)

Pflegeberatung heißt, dass sie alle Themen rund um die Pflege besprechen können. Sowohl finanziell – welche Gelder stehen mir zu, wie kann ich die Entlastungsleistungen nutzen, wie organisiere ich die Pflege – als auch fachlich lassen sich innerhalb der Pflegeberatung alle Fragen klären. Dies ist sowohl telefonisch als auch bei einem persönlichen Gespräch möglich. Pflegende müssen dieses Gespräch zudem nicht zwangsläufig bei dem Pflegebedürftigen zuhause machen. Ein solches Gespräch kann etwa auch bei der Pflegeperson stattfinden – und natürlich auch ohne den Pflegebedürftigen selbst, wenn seine/ihre Anwesenheit nicht von Nöten ist.

Wichtig: Pflegepersonen sollten in diesem Fall bei jedem Pflegeberatungsgespräch eine Vollmacht vorlegen können, dass sie berechtigt sind, medizinische und organisatorische Dinge im Namen des Pflegebedürftigen zu klären! Diese Vollmacht muss bei jedem Gespräch, auch wenn es sich um den gleichen Berater handelt, geprüft werden!

Für die Pflegeberatung von Privatversicherten ist die Compass-Pflegeberatung zuständig. Für gesetzlich Versicherte wird in Deutschland in über 550 Pflegestützpunkten Pflegeberatung angeboten. Das Credo: Betroffene und deren Angehörige sollen dort unabhängig und neutral beraten werden.
Neben der Pflegeberatung in den Pflegestützpunkten der Kassen bieten viele weitere Stellen Beratungen zur Pflege an und geben Auskunft über Leistungsansprüche und Hilfeleistungen.

Dazu zählt beispielsweise die Pflegeberatung der Arbeitswohlfahrt (AWO). Sie bietet neben ausführlichen Informationen online und Pflegeberatung in den Zweigstellen eine kostenlose, anonyme Pflegeberatung – online oder telefonisch.

Eine große Übersicht der deutschlandweiten Anlaufstellen bietet auch das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). Die Pflegeexperten haben in einer großangelegten Recherche die nicht-kommerziellen Beratungsangebote für hilfe- und pflegebedürftige Menschen übersichtlich zusammengestellt. Hier können sich Pflegebedürftige oder ihre Pflegenden umfassend über geeignete Angebote in der eigenen Gegend informieren, denn neben den Pflegestützpunkten werden sowohl Einrichtungen der Vereine, Wohlfahrtsverbände als auch die Beratungsangebote von Kommunen, Ländern und dem Bund aufgeführt.

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