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Pflegereport 2013 Reha statt Pflege und 45.000 Euro Eigenbeteiligung

Keiner wünschte es sich, aber alle sind betroffen: Erst als Töchter und Söhne, die sich um die gute Versorgung ihrer kranken Eltern bemühen, später womöglich selbst als Pflegefall. Jedes Jahr nimmt die Barmer GEK als größte deutsche Krankenkasse deshalb diesen Markt für ihren " Pflegereport" unter die Lupe.

Schwarz-Rote Kompromisse
Gesundheits- und PflegepolitikMit Zustimmung der Parteivorsitzenden vereinbarten die Fachpolitiker, dass der von Krankenkassen erhobene Zusatzbeitrag künftig nicht mehr pauschal, sondern einkommensabhängig erhoben wird. Der allgemeine Beitragssatz soll bei 14,6 Prozent fixiert werden. Heute liegt der Beitragssatz bei 15,5 Prozent. Der Arbeitgeberbeitrag wird bei 7,3 Prozent eingefroren. Der Pflegebeitragssatz soll spätestens zum 1. Januar 2015 um 0,3 und später um weitere 0,2 Prozentpunkte erhöht werden. Gefahr: Ein Sozialausgleich aus Steuermitteln ist anders als bei den pauschalen Zusatzbeiträgen nicht mehr vorgesehen. Klamme Krankenkassen könnten mit den Beiträgen nicht auskommen. Folgen: Kassenmitgliedern könnten zusätzliche Lasten aufgebürdet werden. Einzelne Kassen in Finanzsorgen könnten von ihren Mitgliedern einen prozentualen Zusatzbeitrag verlangen. Quelle: dpa
Die Ziffern 8,50, symbolisch fuer die Forderung eines Mindestlohns von 8,50 Euro, stehen in Berlin vor dem Bundeskanzleramt bei einer Aktion des Duetschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Quelle: dapd
Ein Mitarbeiter des Autobauers Mercedes Benz hält am 24.02.2011 in Sindelfingen vor dem Werk ein Plakat mit der Aufschrift «Gleiche Arbeit? Gleiches Geld!» in die Höhe. Quelle: dpa
Zwei Rentner sitzen mit einer jüngeren Dame auf einer Bank am Ammersee. Quelle: dapd
Eine alte Dame sitzt in einem Seniorenheim in Berlin-Kreuzberg und hat Geldscheine in den Händen. Quelle: dpa
Eine Mutter hält beim Kochen ihr Kleinkind auf dem Arm. Quelle: dpa
Stromleitungen und Windkraftanlagen stehen vor dem Kohlekraftwerk in Mehrum (Niedersachsen) Quelle: dpa

Das Ergebnis der  aktuellen Studie der Barmer Ersatzkasse (BEK): Noch mehr als bisher versuchen Kliniken und Krankenkassen, durch frühzeitigen Einsatz von Rehabilitationsmaßnahmen den Status Pflegefall bei den Kranken zu vermeiden. Oder zumindest hinauszuzögern. So erhalten 15 Prozent der über 65-jährigen Pflegebedürftigen im Jahr vor Pflegeeintritt eine medizinische Rehabilitation. Im nachfolgenden Jahr beträgt die Quote immerhin noch sieben Prozent.

Das klingt erfreulich. Und trotzdem konnten die Autoren der Studie um Professor Heinz Rothgang vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen Erfolge von Reha-Maßnahmen – beispielsweise eine verlängerte Lebenszeit – nicht eindeutig nachweisen. „Die Versorgungsforschung mit Routinedaten stößt hier an Grenzen. Es bleiben Fragezeichen hinter der Reha, so plausibel sie auch erscheint“, so Schlenker.

Fakten aus dem Pflegereport 2013

Der Pflegereport gibt auch einen Überblick über aktuelle und langfristige Entwicklungen in der Pflege. „Der Trend geht zur professionellen Versorgung. Besonders stark sind die ambulanten Pflegedienste gewachsen“, so Rothgang. Sie haben 2012 fast 23 Prozent der pflegebedürftigen Menschen betreut – so viele wie nie zuvor. Das nützt nicht nur den belasteten, pflegenden Angehörigen, sondern auch den Pflegekassen, die zu den Krankenkassen gehören. Ambulant ist billiger als stationär. Dementsprechend sind die Personalkapazitäten in der ambulanten Pflege zwischen 1999 und 2011 mit 64 Prozent schneller gewachsen als die Zahl der Betten in Pflegeheimen, die um 36 Prozent zugenommen hat.

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Gestiegen sind aber auch die Eigenleistungen, die die Kranken oder ihre Familien für die Betreuung und Versorgung privat aufbringen müssen. So standen im Jahr 2011 Versicherungsleistungen in der stationären Pflege von 1.023 Euro in Pflegestufe I einem Eigenanteil von insgesamt 1.380 Euro gegenüber. 2009 hatte der Eigenanteil bei gleich hohen Versicherungsleistungen durchschnittlich 1.351 Euro betragen. Zum Fürchten ist die Pflegestufe III mit einem Eigenanteil von 1.802 Euro.  Die Versicherungsleistungen waren hier allerdings von 1.470 Euro im Jahr 2009 auf 1.510 Euro im Jahr 2011 gestiegen.

Die privaten Pflegekosten liegen bei Frauen durchschnittlich bei 45.000 Euro, Männer sollten 21.000 Euro aufbringen können.

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