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PKV und Zusatzversicherung Die beste Krankenversicherung für Ihr Geld

Private Krankenversicherer erhöhen die Prämien, bei gesetzlichen Kassen drohen Leistungskürzungen. Wie Sie aus über 800 Voll- und Zusatzpolicen die besten auswählen, was beim Wechsel wichtig ist.

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Glücklicher Patient im Krankenhaus Quelle: dpa, Montage

Der Wahlkampf erreicht das Gesundheitswesen: Jeder kann Privatpatient werden, verspricht Gesundheitsminister Daniel Bahr. Nach seinem Willen soll es künftig keine Einkommensgrenzen mehr beim Einstieg in die private Krankenversicherung geben. Jeder Deutsche soll dann auf Wunsch eine private Grundsicherung bekommen. Die dürfte dann allerdings kaum über dem heutigen Kassenniveau liegen. Die Probleme der privaten Versicherer würden so ebenfalls kaum gelöst, da die ausufernden Kosten vor allem in den Tarifen für die besser Verdienenden anfallen.


Der große Bilanzcheck

(Mehr zur Methodik des Tarifvergleichs finden Sie hier.)

Akut leidet das System der privaten Krankenversicherung (PKV) vor allem unter den niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt. Die Versicherer müssen, um genug Rücklagen für steigende Ausgaben in der Zukunft zu schaffen, einen Rechnungszins von 3,5 Prozent plus eine Sicherheitsmarge schaffen. Bei mickrigen 1,6 Prozent für die zehnjährige Bundesanleihe ist das fast eine Mission impossible. Wer die Latte von 3,5 Prozent reißt, muss den für seine Kalkulationen verwendeten Rechnungszins senken – und die Prämie anheben. Das Bundesfinanzministerium schätzt, dass wegen des Rechnungszinses 2,9 Millionen von insgesamt neun Millionen privat Versicherten mit steigenden Prämien rechnen müssten.

Die besten PKV-Tarife und die Leistungsfähigkeit der Anbieter

Ungeschoren bleiben auch die anderen Versicherten nicht: Neben den niedrigen Zinsen treiben auch steigende Kosten für die Apparatemedizin und die Tatsache, dass es immer mehr ältere und damit teure Versicherte gibt, die Prämien. Der AOK-Bundesverband errechnete bei den Privaten für die kommenden 40 Jahre ein Defizit von 2700 Euro pro Jahr und Kopf. Die privaten Versicherer konterten mit einer Studie des Gesundheitsökonomen Thomas Drabinski, der für 2060 einen Beitragssatz der gesetzlichen Kassen (GKV) von bis zu 33 Prozent prognostiziert. Derzeit sind es 15,5 Prozent.

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    Damit die Beiträge nicht durch die Decke gehen, knapsen GKV und PKV schon jetzt, wo sie nur können. Verbraucherzentralen berichten, dass die GKV immer öfter die Zahlung von Krankengeld ablehnt. Und beim Ombudsmann der Privaten stieg die Zahl der jährlichen Beschwerden seit 2008 um über 45 Prozent auf zuletzt gut 6350. Am häufigsten stritt man darüber, ob Leistungen von der Police gedeckt werden. Steigende Prämien und mehr Konflikte zeigen Wirkung: Erstmals seit Jahrzehnten verlor die PKV 2012 mehr Versicherte an die GKV, als sie an Neukunden hinzugewann.

    Umso wichtiger wird es für Kassenpatienten oder Berufseinsteiger, die in die PKV wechseln wollen, einen Versicherer zu finden, der die Beiträge stabil halten kann und dessen Tarife ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Gleiches gilt für Kassenpatienten, die den immer dünner werdenden Leistungskatalog der GKV mit privaten Zusatzpolicen aufbessern wollen.

    Vergleichsportale sammeln nur Adressen für Berater

    Diese Leistungen müssen private Krankenversicherer übernehmen
    Zunächst einmal sollten Privatpatienten und solche, die es werden wollen, wissen, dass die Versicherung sich weigern kann, Rechnungen eines bestimmten Arztes zu bezahlen. Dieser Ausschluss kommt in der Regel dann vor, wenn der Mediziner mehrmals durch falsche Abrechnung aufgefallen ist oder deutlich höhere Rechnungen stellt, als die Konkurrenz. Die Versicherung muss ihre Kunden allerdings darüber informieren, wenn sie bestimmte Ärzte ausschließt und kann sich nicht erst nach der Behandlung weigern, die Kosten zu übernehmen. Quelle: Fotolia
    Wann eine Arztrechnung eingereicht wird, spielt übrigens keine Rolle. Die Versicherung muss zahlen, auch wenn der Patient die Rechnung erst Jahre nach der Behandlung einreicht. Quelle: Fotolia
    Wer für eine Operation nicht in eine Uniklinik oder ein städtisches Krankenhaus, sondern in eine Privatklinik gehen möchte, kann das tun. Die Versicherung übernimmt die Kosten - auch wenn die oft deutlich über denen der anderen Spitäler liegen. Quelle: dpa/dpaweb
    Neben den Kosten für Arztbesuche und Klinikaufenthalte übernehmen die Versicherer in der Regel auch hohe Laborkosten. Selbst wenn diese über dem von den gesetzlichen Kosten akzeptierten Satz liegen. Privatversicherte sollten allerdings ihren Vertrag genau prüfen: Manche Unternehmen schließen hohe Laborkosten aus beziehungsweise zahlen nur den regulären Satz. Die Kunden müssen dann die Differenz selber tragen. Quelle: dpa
    Außerdem übernimmt die Versicherer Leistungen von fachfremden Ärzten. Wenn beispielsweise der Hautarzt seinen Patienten gegen Tetanus impft, zahlt die Private die Behandlung anstandslos. Quelle: dpa
    Wo sich Kassenpatienten mit den günstigen Modellen abfinden oder selbst tief in die Tasche greifen müssen, übernehmen die privaten Krankenversicherer auch teuren Zahnersatz. Die Patienten dürfen günstige Modelle ablehnen, wenn diese beispielsweise einen schlechten Tragekomfort haben. Quelle: AP
    Auch Massagen und Krankengymnastik muss die private Krankenversicherung bezahlen. Jedoch übernehmen die Versicherer nur die am Markt üblichen Preise. Wer eine Behandlung in Anspruch nimmt, die teurer ist als in Deutschland üblich, muss die Differenz aus eigener Tasche zahlen. Quelle: Fotolia

    Vergleichsportale im Internet geben vor, dass Interessenten mit ein paar Mausklicks die beste Krankenversicherung finden könnten. Tatsächlich dienen die Online-Angebote vor allem dazu, Adressen für Berater zu sammeln. 

    Um einen unabhängigen Überblick zu geben, hat die WirtschaftsWoche mit dem Hamburger Analysehaus Softfair sowohl die PKV-Anbieter und deren Tarife als auch Zusatzpolicen für gesetzlich Versicherte unter die Lupe genommen. Das umfassende Paket mit ausführlichen Vergleichstabellen zu den besten Tarifen für 30- und 50-Jährige und ausführlichen Informationen zum Tarifwechsel und zu Vergleichsrechnern gibt für 2,99 Euro im WiWo-Shop zum Download.

    Wann sich der Wechsel zur PKV lohnt und worauf zu achten ist

    Wer bei den Gesundheitsfragen etwas vergisst, riskiert, dass der Versicherer später die Police kündigt. Oft drängen Vertreter die Interessenten, Krankheiten zu verschweigen, um den Abschluss nicht zu gefährden. Statt sich einseifen zu lassen, sollten Versicherte ihren kompletten Gesundheitsstatus offenlegen. Carl Wittig, Fachanwalt für Versicherungsrecht in Bremen, empfiehlt, zunächst bei den Kassenärztlichen Vereinigungen nachzufragen, bei welchen Ärzten man seine Versichertenkarte in den vergangenen zehn Jahren abgegeben habe. Danach können Patienten Kopien der Krankenakte bei den Ärzten anfordern. Die müssen diese laut Gesetz herausgeben. Die kompletten Unterlagen sollten Kunden mit ihrem Antrag beim Versicherer einreichen.

    Vorsorge



    Auch bei Zusatzpolicen für Kassenpatienten prüfen die Versicherer in der Regel die Gesundheit ihrer Kunden. Weil sie nur einzelne Leistungen abdecken, sind sie deutlich günstiger als die PKV-Tarife. So kostet ein guter Krankenhaus-Zusatztarif zwischen 40 und 60 Euro pro Monat. Sinnvoll ist neben der Krankenhaus-Zusatzpolice auch eine Zahnzusatz-Police – sofern bereits wichtige Risiken wie etwa Berufsunfähigkeit oder Haftpflicht abgesichert sind.

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      Einige Zusatzpolicen bieten eine Option, ganz in die PKV zu wechseln. Wer bereits in der privaten Krankenversicherung ist, kann dagegen nur schwer wieder zurück in die GKV. Privat Versicherte, die ihre Prämie nicht mehr finanzieren können, haben jedoch die Möglichkeit, in einen günstigeren Tarif zu wechseln.

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