PKV Vorteile und Nachteile der privaten Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung (PKV) bietet einige Vorteile gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Doch es gilt auch Nachteile zu kennen und zu beachten.

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In der privaten Krankenversicherung (PKV) sorgt im Prinzip jeder Versicherte für sich selbst. Das bedeutet gerade für junge Versicherte niedrige Beiträge. Im Alter kann es aber dadurch sehr teuer werden. Die Vorteile und Nachteile der PKV in der Übersicht.

Welche Vorteile bietet die private Krankenversicherung?

Zu den Vorteilen der PKV zählt nach Angaben des Verbandes, dass die Versicherer die Kosten für alle zugelassenen Medikamente übernehmen. Zudem werden im Krankenhaus Patienten oft vom Chefarzt behandelt.

Die private Krankenversicherung wirbt außerdem mit einer freien Arzt- und Krankenhauswahl. Außerdem hat der Arzt Therapiefreiheit. Er kann also auch neue Heilverfahren und Arzneimittel verwenden, die unter Umständen von den gesetzlichen Versicherern noch nicht anerkannt werden.

Worauf muss man achten, wenn man diese Vorteile genießen will?

Jeder Privatversicherte schließt seinen eigenen individuellen Vertrag ab. Deshalb ist es wichtig, bei Vertragsabschluss genau festzulegen, welche Leistungen man in Anspruch nehmen möchte und welche nicht. Wer also zum Beispiel vertraglich nicht explizit eine Chefarztbehandlung regelt, der kann sich am Ende auch nicht beschweren, wenn er „nur“ von einem normalen Arzt behandelt wird. Einmal vertraglich zugesicherte Leistungen bleiben aber erhalten.

Welche Nachteile gibt es bei der privaten Krankenversicherung?

Einer der größten Nachteile bei der PKV ist, dass man nicht ohne weiteres wieder zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln kann. Für alle, die älter als 55 Jahre sind, ist ein Wechsel zurück nahezu unmöglich. Der Gesetzgeber hat die Hürden extra hoch gesetzt, damit in der PKV nicht nur junge Versicherte sind, die aufgrund ihres Alters von geringen Beitragssätzen profitieren und später in die möglicherweise günstiger gewordene GKV zurückkehren können.

Wie gelingt der Wechsel zurück in die GKV?

Angestellte können in die GKV zurückwechseln, wenn ihr Einkommen unter der sogenannten Versicherungspflichtgrenze liegt. Die Grenze legt fest, ab welchem Beitrag man sich als Angestellter überhaupt privat versichern lassen darf. Im Jahr 2018 liegt sie bei monatlich 4.950 Euro (brutto).

Selbstständige können nur von der PKV in die GKV wechseln, wenn sie in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis wechseln – also sich von einem Unternehmen anstellen lassen. In dem Job müssen sie dann weniger als die Versicherungspflichtgrenze verdienen und können sich dann wieder für die GKV entscheiden.

Gibt es weitere Nachteile bei der PKV?

Wer in die PKV möchte, muss sich in der Regel einer Gesundheitsprüfung unterziehen. Kommt die Versicherung auf Basis der Untersuchung zu dem Ergebnis, dass ein erhöhtes gesundheitliches Risiko besteht, muss ein Versicherter einen höheren Tarif in Kauf nehmen – oder bestimmte Leistungen ausklammern.

Die anfangs günstigen Einstiegstarife bei der PKV können sich binnen zehn Jahren zu hohen Beiträgen entwickeln. Versicherte müssen zudem Arztrechnungen selber bezahlen (vorstrecken) und sich das Geld anschließend bei ihrer Versicherung wiederholen. Wer gerade knapp bei Kasse ist, kann dadurch einen finanziellen Engpass erleiden.

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