PKV-Zusatzpolicen Die besten Zusatzversicherungen für Kassenpatienten

Private Zusatzpolicen bieten Kassenpatienten Extras bei Krankenhaus oder Zahnersatz. Was bei der Tarifwahl zu beachten ist.

Die besten Krankenhaus-Zusatzpolicen privater Krankenversicherer. Quelle: Marcel Stahn

Die Ausstattung lässt kaum Wünsche offen: Minibar, kostenlose Zeitung, vom Bett aus bedienbare Vorhänge, bei Bedarf lässt sich auch ein Laptop ausleihen. In der Hotelklinik des Evangelischen Krankenhauses in Düsseldorf können sich Privatpatienten in neun Einzel- und drei Doppelzimmern umsorgen lassen. Kassenpatienten haben nur Zutritt, wenn sie eine private Zusatzpolice abgeschlossen haben.

In den Zimmern für gesetzlich Versicherte (GKV) drängen sich in den Krankenhäusern dagegen meist drei Patienten. Für Privatsphäre bleibt wenig Platz, außerdem kommt statt dem Chef- oft der Assistenzarzt. Nicht verwunderlich, dass Kassenpatienten 5,9 Millionen Policen für private Extraleistungen im Krankenhaus abgeschlossen haben. Weitere 7,7 Millionen Policen decken ambulante Leistungen und 14,1 Millionen finanzieren Brücken, Kronen und Implantate für marode Zähne.

Im vergangenen Jahr legte die Zahl der Kassenpatienten mit Zusatzpolicen um 2,3 Prozent zu. Anders sieht es bei den Volltarifen für Privatpatienten aus. Netto hat die PKV im vergangenen Jahr Mitglieder an die GKV verloren. Grund dafür sind massive Beitragserhöhungen in den vergangenen Jahren. Die Beiträge der Zusatzpolicen haben sich dagegen kaum verändert. Marktführer Debeka meldet für das kommende Jahr in vielen Zusatztarifen sogar sinkende Prämien, weil auch die Ausgaben der Versicherung gesunken seien.

Behandlung wie ein Privatpatient

Das klingt gut, aber Zusatzpolicen sind eben kein vollwertiger Ersatz für eine private Krankenversicherung. Mit einer Zusatzpolice haben Kassenpatienten keinen Zugang zu Privatärzten oder Privatkliniken. Kern der Gesundheitsversorgung ist immer noch der Leistungskatalog der GKV. Allerdings können sich Kassenpatienten mit den Zusatzpolicen einige Annehmlichkeiten von Privatpatienten sichern, eben das Einbettzimmer oder die Chefarztbehandlung.

Wie nah der Kassenpatienten dem Komfort eines Privatpatienten kommt, hängt vom einzelnen Tarif ab. Weil inzwischen Hunderte verschiedener Tarifkombinationen auf dem Markt sind, ist es für Versicherte kaum zu durchschauen, welches Angebot das passende ist.

Vorteile der privaten Krankenversicherung

Das Hamburger Unternehmen für Maklersoftware softfair analyse hat daher rund 200 private Zusatzpolicen fürs Krankenhaus und den Zahnarzt geprüft. Auf einen Vergleich der ambulanten Tarife hat softfair verzichtet, weil sie gegenüber dem GKV-Leistungskatalog wenig sinnvolle Extras bieten und so unterschiedlich gestrickt sind, dass sie sich kaum seriös gegenüberstellen lassen.

Kassenpatienten, die überlegen, sich eine Zusatzpolice zulegen, sollten wissen, dass sie gegenüber dem privaten Krankenversicherer ihre Vorerkrankungen offenlegen müssen. Im Versicherungsdeutsch heißt das vorvertragliche Anzeigepflicht. Wer diese Pflicht verletzt, riskiert seinen Versicherungsschutz. Im schlimmsten Fall müssen die Versicherten bereits erhaltene Leistungen zurückzahlen.

„Wer sich zusätzlich privat versichern will, sollte sich von seinen behandelnden Ärzten einen Auszug aus der Krankenakte besorgen“, empfiehlt Roland Harstorff, unabhängiger Versicherungsberater aus Norderstedt. Ärzte erstellen diese Auszüge gegen eine geringe Gebühr. Erst wenn zwischen Vertragsschluss und der Vorerkrankung mehr als zehn Jahre liegen, darf der Versicherer die Police nicht rückabwickeln.

Softfair hat bei seiner Analyse nur Tarife in die engere Wahl gelassen, bei denen der Versicherer in den ersten drei Jahren nach Vertragsschluss auf eine einseitige ordentliche Kündigung verzichtet. Anders als in der GKV hat der Kassenpatient mit der Zusatzpolice beim privaten Versicherer keinen unbegrenzten Vertrag. Wird dem Versicherer der Kunde zu teuer, kann er die Police kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Ende des Versicherungsjahrs.

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