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Preis-Schock Schon wieder steigen die PKV-Beiträge

Laut Medienberichten müssen Privatversicherte künftig noch tiefer in die Tasche greifen: Für Neukunden sollen Beiträge um bis zu 40 Prozent teurer werden und auch Bestandskunden werden zur Kasse gebeten.

Eine Radiologin hält am Donnerstag (10.06.2010) in ihrer Praxis in München (Oberbayern) eine Röntenaufnahme eines Sparschweins gegen einen Leuchtkasten. Quelle: dpa

Nachdem im September bereits die Branchenriesen Debeka und DKV Beitragserhöhungen angekündigt haben, wollen nun laut Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel auch andere Private Krankenversicherer nachziehen. Demnach wollen elf Versicherer ihre Beiträge erhöhen: für Neukunden um bis zu 41 Prozent. Die 41 Prozent bei der Axa sowie die 34 Prozent Beitragssteigerung bei der Münchener Verein seien zwar Ausnahmen, teurer werde es aber bei alle Versicherern.

Im Schnitt wollen die Großen der Branche zwar nur um rund 2,6 Prozent teurer werden - besonders aussagekräftig sind diese Durchschnittswerte allerdings nicht, da sie sich auf die Verträge aller Versicherten beziehen. Besonders teuer wird es jedoch für ältere Versicherte oder bei Tarifen, deren Beiträge in den vergangenen Jahren stabil gewesen sind.

Zurück in die gesetzliche Krankenkasse
Grafik Wechsel zwischen Privaten und Gesetzlichen Krankenversicherungen
Frau am Schreibtisch Quelle: Picture-Factory - Fotolia.com
Büro Quelle: Picture-Factory - Fotolia.com
Agentur für Arbeit Quelle: dapd
Mutter mit Kind Quelle: diego cervo - Fotolia.com
Senioren auf einer Parkbank Quelle: dapd

Bestandskunden müssen mehr zahlen

Doch nicht nur die Neukunden der Privaten müssen künftig mehr zahlen: Erfahrungsgemäß wird zeitgleich mit dem Neugeschäft auch im Bestandskundengeschäft erhöht. Ein Versicherungsexperte sagte gegenüber Spiegel Online, dass man davon ausgehe, dass langjährige Versicherte zehn Prozent mehr zahlen müssen, wenn die Neukundenverträge fünf Prozent teurer werden. Bei der Gothaer Versicherung sollen Bestandskunden künftig monatlich rund 100 Euro mehr hinblättern müssen. Alle anderen Privatversicherten erfahren demnächst schriftlich von ihrem Anbieter, wie viel teurer ihre Beiträge werden.

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Grund für die aufwärts gerichtete Preisspirale ist die aktuelle Niedrigzinspolitik innerhalb der Eurozone. Wegen ihr geraten Lebensversicherer und private Krankenversicherer in einen Anlagenotstand. Besonders weil die Versicherer per Gesetz gezwungen sind, einen relativ hohen Anteil ihrer Kapitalanlage mit Staatsanleihen zu bedienen, gibt es ein Problem mit dem sogenannten Rechnungszins.

Je niedriger die Zinsen sind, die die Versicherer auf ihre Anlagen bekommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihren Rechnungszins - die Basis der gesamten Kalkulation - absenken müssen. Dieser Zinssatz gibt an, wie hoch die Verzinsung pro Jahr ausfallen muss, damit die Versicherer Beitragsstabilität und Leistungsversprechen halten können. Die gesetzliche Obergrenze des Satzes liegt nach Paragraph vier der Kalkulationsverordnung bei 3,5 Prozent. Derzeit bekommen die Unternehmen am Kapitalmarkt aber nur mit Mühe und Not 3,5 Prozent - wenn es überhaupt so viel ist.

ked

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