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Private Vorsorge Die besten Lebensversicherer

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Fehlendes Kapital der Versicherer

Wo Lebensversicherungen auf Renditejagd gehen
7 Prozent Rendite holen Lebensversicherer aus dem StromnetzIngenieure in der Schaltzentrale des Netzbetreibers Amprion in Brauweiler sorgen für stabile Netze. 75 Prozent an Amprion halten Versicherer Wie stark weht der Wind an der Nordsee? Wie viel Sonne scheint auf die Solarparks in Bayern? Was verbrauchen die Fabriken an Rhein und Ruhr gerade? Solche Parameter und unzählige mehr jagen die Amprion-Ingenieure durch ihre Rechner. Drohen Engpässe, geht es schnell – militärisch knapp geben sie dann den Kollegen per Telefon Anweisung, damit Leitungen richtig geschaltet werden und der Strom stabil fließt – und mit ihm die Rendite. Quelle: dpa
„Die Investition in Amprion ist für uns attraktiv, weil sie gut planbare und berechenbare Erträge bringt“, sagt Thomas Mann, Geschäftsführer der Talanx Asset Management. Da die Bundesnetzagentur die Entgelte für die Netznutzung so festsetzt, dass die Netzbetreiber eine fixe Eigenkapitalverzinsung erhalten, kann wenig schiefgehen. Quelle: Presse
8 Prozent Rendite will die Allianz Leben mit Windenergie verdienenIn Windparks, hier in Suderbruch (Lüneburger Heide), und in Solaranlagen stecken ungefähr eine Milliarde Euro der Lebensversicherten Der Wind weht an diesem Herbsttag nur sanft über Suderbruch, einem Ferienort in der Lüneburger Heide. Bauernhöfe, allesamt in rotem Backstein, säumen die Dorfstraße. Ein kleiner Pfad führt zu den Windrädern, acht an der Zahl, die sich im Abstand von mehr als 100 Metern auf der weiten Flur verteilen. Im Frühjahr hat die Allianz den Windpark für geschätzt 30 Millionen Euro gekauft. Quelle: Presse
„Ein wenig mehr könnte die Mühle schon noch leisten“, sagt Erik Sönksen. Der 43-Jährige kennt sich aus, seit 20 Jahren hat er mit Wind zu tun. Früher hat er die Mühlen – so nennt er die Windräder liebevoll – gebaut, heute kontrolliert er nach TÜV-Manier, ob alles sitzt, wie es soll. Am Turm wandert sein Blick langsam nach oben – 105 Meter –, bis er schließlich an den drei Rotorblättern hängen bleibt. Sie drehen sich gemächlich, neun Mal pro Minute. Dabei könnte das Getriebe bis zu 15 Umdrehungen pro Minute verarbeiten. Je stärker der Wind die Rotoren anschiebt, desto mehr Strom kann der Generator erzeugen – und desto mehr Geld fließt an die Versicherten der Allianz. Quelle: Presse
300 Millionen Euro investiert die R+V Leben dieses Jahr in ImmobilienEinkaufspassagen, wie hier die Frankfurter Zeil 72–82, sind bei Lebensversicherern besonders beliebt. R+V kalkuliert mit fünf Prozent Rendite Bastian Becker holt tief Luft. Dann streift er seine Anti-Rutsch-Handschuhe über und stemmt die schweren Hanteln. Vier Mal die Woche kommt der 36-Jährige in das Frankfurter Fitness-First-Studio auf der Einkaufsmeile Zeil. Was der Hoteldirektor bislang nicht wusste: Er hält sich nicht nur fit, sondern finanziert nebenbei die Altersvorsorge vieler Lebensversicherten. Das Gebäude Zeil 72–82 gehört der Wiesbadener R+V Lebensversicherung. 50 Euro Beitrag überweist Becker im Monat an den Fitnessclub. „Ich selbst habe keine Lebensversicherung“, sagt Becker, als er wieder zu Atem gekommen ist, „aber über die Miete finanziere ich wohl einem Versicherten den Ruhestand mit.“ Quelle: WirtschaftsWoche
Später, als Becker auf dem Crosstrainer am Fenster seine Ausdauer trainiert, kann er in der Haupteinkaufsmeile die shoppinglustigen Fußgänger beobachten. Wer Kleidung bei Zara oder Mango kauft, trägt ebenso zur R+V-Rendite bei wie die Kunden des Kosmetiksalons oder die Jugendlichen im Laden für Computerspiele. R+V setzt auf viele Mieter aus verschiedenen Branchen. „Fällt einer aus, trifft uns das nicht so hart“, sagt Markus Königstein, der für R+V Kapital in Immobilien anlegt. Quelle: WirtschaftsWoche
200 Euro Gewinn machte die Gesellschaft des Hotels RosenparkAn der Gesellschaft, zu der das Luxushotel in Marburg gehört, hält die AachenMünchener 25 Prozent. Das Hotel läuft offenbar schlecht Im Garten des „Vila Vita Rosenpark“ in Marburg haben sich die Blätter rotgelb gefärbt. Durch das Dickicht der Herbstbäume hören Gäste die Lahn plätschern. Innen zieren handgeschmiedete Rosen das Geländer im Atrium des Fünf-Sterne-Superior-Luxushotels. Die Treppen führen hoch bis unter die Glaskuppel mit der goldenen Sonne. Und auf dem Weg in den Ballsaal Vivaldi mit seinen Lüstern plauschen betuchte Gäste auf Samtsesseln. Quelle: Presse

Auch in Wind- und Solaranlagen, Einkaufscenter, Hotels und Wohnimmobilien stecken Lebensversicherer nun Geld und hoffen auf mehr Rendite. Längst nicht alle aber sind dazu in der Lage, sich ein Stück weg von den zinsschwachen Anleihen zu bewegen. "Viele Lebensversicherer können attraktive Geldanlagen nicht nutzen, weil sie nicht über ausreichend Kapital verfügen", sagt Stephan Kalb, Leiter Versicherungsanalyse bei der Ratingagentur Fitch. Die EU-Kommission hat die Pläne zur Einführung strengerer Eigenmittelvorschriften (Solvency II) zwar mehrfach verschoben, diese könnten sogar erst 2016 eingeführt werden. Doch die Lebensversicherer bereiten sich schon jetzt darauf vor. "Finanzschwache Versicherer halten sich schon zurück und investieren zum Beispiel nicht in Infrastruktur wie Stromnetze", sagt Kalb. Nach den aktuellen Plänen müssten Versicherer für solche Investments später 49 Prozent Eigenmittel bereitstellen. So soll verhindert werden, dass mögliche Verluste bei riskanteren Anlagen die den Versicherten zustehenden Gelder schmälern.

Mit ihrer Zurückhaltung dürften kapitalschwache Versicherer zu stärkeren Wettbewerbern weiter ins Hintertreffen geraten. "Für Versicherte ist es daher wichtig wie nie, einen kapitalstarken Anbieter zu wählen", sagt Christoph Dittrich, Geschäftsführer des Hamburger Analysehauses Softfair. Nur kapitalstarke Versicherer können chancenreich investieren. Zieht der Versicherer den Kunden vom Beitrag außerdem möglichst geringe Kosten ab und beteiligt er sie großzügig an den erzielten Überschüssen, stehen die Renditechancen gut.

Beim Aufspüren der vorbildlichen Versicherer hilft das Rating der WirtschaftsWoche. Der Wiener Finanzwissenschaftler Jörg Finsinger und das Analysehaus Softfair haben dazu 72 Lebensversicherer aus Kundensicht analysiert.

Die Lebensversicherer mit **-Rating

* = stark unterdurchschnittlich; ***** = stark überdurchschnittlich

(sortiert nach Leistungsfähigkeit in absteigender Reihenfolge)

Zwei-Sterne
Lebensversicherer

Zins-

prog.
1; 2

histor.

Zins
1; 3

Ab-
schluss-

kosten
1; 4

Verw.-
kosten
1; 5
Aus-
schüttung
1; 6
Leistungs-
fähigkeit
für den Kunden
1; 7
SV Sachsen3,3 %3,8 %5,6 %1,7 %89,8 %-38,6 %
Barmenia Leben 3,6 %4,1 %5,5 %4,1 %87,1 %-42,1%
Condor 3,6 %4,3 %5,8 %4,0 % 87,9 %-45,4 %
Iduna Vereinigte3,5 %4,2 %5,6 %3,7 %84,1 %-50,0 %
Württembergische3,6 %4,3 %6,2 %2,8 %82,9 %-55,7 %
Nürnberger 3,6 %4,0 %6,1 %3,6 %85,0 %-59,9 %
Deutscher Ring3,6 %4,1 %6,3 %3,4 %90,5 %-62,9 %
Zurich Deutscher Herold3,5 %4,5 %6,3 %2,5 %78,6 %-63,3 %
Axa 3,5 %4,3 %5,9 %3,3 %75,6 %-64,8 %
DBV Dt. Beamten Lebensvers.3,5 %3,8 %6,0 %3,6 %89,3 %-66,2 %

Vergleichsmaßstab (Benchmark)8

3,6 %

4,3 %

5,2 %

2,6 %

86,7 %

1 in Prozent, gerundet; 2 prognostizierte Rendite auf die Kapitalanlagen des Versicherers, unter realistischen Annahmen nach einem mathematischen Modell; 3 bisherige historische Verzinsung der Kapitalanlagen des Versicherers, nach dem strengen Niederstwertprinzip zu aktuellen Zeitwerten; dient nur zum Vergleich, fließt nicht ins Rating ein; Mittelwert 2005 bis 2011; 4 Kosten, die beim Vertragsabschluss zum Beispiel für Provisionen an den Vermittler anfallen, als Anteil an den Gesamtbeiträgen aller neu abgeschlossenen Verträge, Mittelwert 2009 bis 2011; 5 jährliche Verwaltungskosten, als Anteil an den Versicherungsbeiträgen (Bruttobeiträge), Mittelwert 2009 bis 2011; 6 Anteil der Gesamtüberschüsse, den der Versicherer an die Kunden ausschüttet, Mittelwert 2005 bis 2011; 7 Leistungsfähigkeit nach dem Finsinger-Modell im Vergleich zum Benchmark-Versicherer (Durchschnittswert von 25 besonders wachstumsstarken Versicherern), je höher der Wert, desto leistungsfähiger ist der Versicherer; 8 Durchschnittswert der 25 wachstumsstärksten unter den 50 größten Lebensversicherern;

Quelle: Softfair, Professor Jörg Finsinger; Hinweise zur Methodik finden Sie hier.

Die WirtschaftsWoche hat sich außerdem vor Ort angeschaut, wie die Anlagemanager der Versicherer das Geld ihrer Kunden anlegen – abseits der üblichen Staatsanleihen, Bankschuldscheine und Pfandbriefe.

Insgesamt stecken rund 1,3 Milliarden Euro der Allianz in 34 Windfarmen und sieben Solarparks in Deutschland, Frankreich und Italien. Etwa drei Viertel davon stammen von Lebensversicherten. Sieben bis acht Prozent Rendite sollen die Investments in erneuerbare Energien bringen, hofft die Allianz, und das über die 20 Jahre, für die die Einspeisevergütung staatlich garantiert ist.

Noch gibt es Reserven - Die zehn größten Lebensversicherer im Bilanzcheck. (zum Vergrößern bitte anklicken)

Die Allianz kann sich solche Investments locker leisten, hat sie doch besonders starke Kapitalpolster aufgebaut (siehe Tabelle links). Das gibt ihr Spielraum, das Geld der Kunden auch mal unkonventionell anzulegen. Allianz-Lebensversicherte verdienen auch an Parkuhren in Chicago. Gemeinsam mit anderen Investoren hat sich die Allianz für über eine Milliarde Dollar auf 75 Jahre die Rechte an deren Einnahmen gesichert. Von deutschen Lebensversicherten stecken rund 190 Millionen Dollar in den Parkuhren. Acht bis neun Prozent Rendite erwartet die Allianz.

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