WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Private Vorsorge Die besten Lebensversicherer

Seite 4/5

Immobilien sind begehrt

Wo die Immobilienpreise am höchsten sind
Platz 11: DortmundDie Ruhr-Metropole zählt zu den vergleichsweise günstigen Großstädten. In den vergangenen zwölf Monaten waren die Preise dort sogar rückläufig. Kaufpreis pro Quadratmeter: 1.330 Euro Preisveränderung: - 0,7 Prozent* *Preisentwicklung der vergangenen zwölf Monate. Quelle: dpa
Platz 10: EssenKaufpreis pro Quadratmeter: 1.420 Euro Preisveränderung: - 0,7 Prozent Quelle: dpa
Platz 9: LeipzigKaufpreis pro Quadratmeter: 1.460 Euro Preisveränderung: + 3,5 Prozent Quelle: dpa
Platz 8: DresdenKaufpreis pro Quadratmeter: 1.780 Euro Preisveränderung: + 9,2 Prozent Quelle: ap
Platz 7: KölnKaufpreis pro Quadratmeter: 2.240 Euro Preisveränderung: + 5,2 Prozent Quelle: dpa
Platz 6: BerlinKaufpreis pro Quadratmeter: 2.430 Euro Preisveränderung: + 11,5 Prozent Quelle: dpa
Platz 5: StuttgartKaufpreis pro Quadratmeter: 2.640 Euro Preisveränderung: + 10,5 Prozent Quelle: dpa

Aktuell hat der Versicherer R+V Kapital rund fünf Prozent seines Portfolios in Betongold investiert – auf bis zu acht Prozent will Königstein die Quote hochfahren. Das geht langsamer als erträumt. Dem "Trendbarometer Immobilienanlagen" der Beratung Ernst & Young zufolge wollen 60 Prozent der Versicherer ihre Immobilienquote erhöhen. Einkaufscenter und Ladenzeilen wie die von R+V sind mit Abstand am begehrtesten. Auch Königstein muss lange suchen: "Eine Zeit lang haben wir kaum geeignete Objekte gefunden, es waren zu viele Investoren unterwegs."

Dennoch: Rund 300 Millionen Euro wird R+V 2012 neu in Immobilien investiert haben. Ins Visier hat Königstein vor allem Büros in Metropolen oder Wohnungen in Großstädten wie Stuttgart genommen. Er kalkuliert mit über fünf Prozent Rendite. Doch für Investitionen in Immobilien werden Lebensversicherer in Zukunft mehr Kapital brauchen, nach aktuellen Plänen wären 25 Prozent Eigenmittel nötig.

Kunden kapitalstarker Anbieter profitieren nicht erst in Zukunft von mehr finanziellem Spielraum und den dadurch erhofften höheren Renditen. Teilweise profitieren sie schon jetzt. So müssen Lebensversicherer ihre Kunden an den mit ihren Beiträgen aufgebauten stillen Reserven beteiligen – wenn auch nur zu 50 Prozent.

Die Lebensversicherer mit ****-Rating

* = stark unterdurchschnittlich; ***** = stark überdurchschnittlich

(sortiert nach Leistungsfähigkeit in absteigender Reihenfolge)

Vier-Sterne-
Lebensversicherer

Zins-

prog.
1; 2

histor.

Zins
1; 3

Ab-
schluss-

kosten
1; 4

Verw.-
kosten
1; 5
Aus-
schüttung
1; 6
Leistungs-
fähigkeit
für den Kunden
1; 7
Volkswohl-Bund 3,6 %4,7 %4,9 %2,0 %91,0 %+32,1 %
Itzehoer 3,6 %4,1 %4,7 %1,1 %71,0 %+24,9 %
Öffentl. Braunschweig 3,6 %4,7 %4,7 %2,3 %80,1 %+22,1 %
InterRisk3,5 %4,4 %3,3 %5,6 %83,1 %+18,6 %
Nürnberger Beamten 3,4 %3,2 %4,3 %2,2 %81,7 %+18,3 %
Öffentl. Berlin Brandb.3,5 %4,1 %4,9 %2,3 %91,5 %+18,0 %
Hamburger Leben3,2 %3,2 %3,4 %3,3 %78,7 %+14,6 %
Stuttgarter 3,9 %4,5 %6,0 %2,4 %91,5 %+13,3 %
LV von 1871 3,6 %4,2 %5,0 %2,5 %90,8 %+13,2 %
Inter 3,3 %3,4 %3,5 %4,0 %80,7 %+12,6 %
Provinzial Rheinland 3,4 %4,0 %4,8 %1,8 %85,8 %+12,6 %
Provinzial Hannover  3,6 %4,3 %5,5 %1,8 %94,1 %+12,2 %
Saarland 3,6 %4,4 %5,1 %2,1 %85,9 %+11,4 %
SV Versicherung3,6 %4,2 %5,2 % 2,4 %85,9 %+9,4 %
Victoria 3,6 %3,9 %4,8 %3,3 %80,7 %+3,8 %
Provinzial Nord-West3,6 %4,0 %5,3 %2,2 %89,5 %+1,5 %
Basler3,7 %4,8 %5,0 %4,1 %86,8 %+1,3 %

Vergleichsmaßstab (Benchmark)8

3,6 %

4,3 %

5,2 %

2,6 %

86,7 %

-

1 in Prozent, gerundet; 2 prognostizierte Rendite auf die Kapitalanlagen des Versicherers, unter realistischen Annahmen nach einem mathematischen Modell; 3 bisherige historische Verzinsung der Kapitalanlagen des Versicherers, nach dem strengen Niederstwertprinzip zu aktuellen Zeitwerten; dient nur zum Vergleich, fließt nicht ins Rating ein; Mittelwert 2005 bis 2011; 4 Kosten, die beim Vertragsabschluss zum Beispiel für Provisionen an den Vermittler anfallen, als Anteil an den Gesamtbeiträgen aller neu abgeschlossenen Verträge, Mittelwert 2009 bis 2011; 5 jährliche Verwaltungskosten, als Anteil an den Versicherungsbeiträgen (Bruttobeiträge), Mittelwert 2009 bis 2011; 6 Anteil der Gesamtüberschüsse, den der Versicherer an die Kunden ausschüttet, Mittelwert 2005 bis 2011; 7 Leistungsfähigkeit nach dem Finsinger-Modell im Vergleich zum Benchmark-Versicherer (Durchschnittswert von 25 besonders wachstumsstarken Versicherern), je höher der Wert, desto leistungsfähiger ist der Versicherer; 8 Durchschnittswert der 25 wachstumsstärksten unter den 50 größten Lebensversicherern;

Quelle: Softfair, Professor Jörg Finsinger; Hinweise zur Methodik finden Sie hier.

Angesichts der niedrigen Zinsen wehren sich die Versicherer allerdings dagegen. Ihr Argument: Da sie die Anleihen bis zum Laufzeitende halten – sie brauchen die hohen Zinszahlungen –, wäre es nicht sinnvoll, zu verkaufen und die stillen Reserven in echtes Geld umzumünzen. Nun zeichnet sich ein Kompromiss ab. "Die Lebensversicherer dürfen wohl künftig einen Teil der stillen Reserven als temporär einstufen", sagt Versicherungsanalyst Kalb. Für alle Kunden, die kurz vor der Auszahlung ihrer Police stehen, wäre das bitter: Sie würden an den Reserven dann nicht mehr beteiligt. Kunden mit lang laufenden Verträgen würden hingegen profitieren, da den Versicherern mehr Reserven und damit mehr Anlagespielraum bliebe.

An anderer Stelle schränken die niedrigen Zinsen diesen Spielraum ohnehin ein: Seit 2011 müssen Lebensversicherer Rückstellungen bilden, wenn der Zins sicherer Anleihen im zehnjährigen Durchschnitt unter den Garantiezins einzelner Verträge fällt. 2011 war dieser Vergleichszins auf 3,9 Prozent gefallen, für alle Verträge mit garantierten vier Prozent Zins waren Rückstellungen fällig. Seitdem ist er weiter gesunken. Ende 2012 müssen Versicherer dafür "insgesamt etwa fünf Milliarden Euro zurückstellen", schätzt Kalb von Fitch.

Woher soll das Geld derzeit kommen? Viele Lebensversicherer müssen Reserven anzapfen. Oft nutzen sie einen Bilanzpuffer, mit dem sie in ertragsschwachen Jahren die an die Kunden ausgezahlten Überschüsse aufbessern können. Ende 2011 machte dieser Puffer noch 3,4 Prozent aller für die Kundenansprüche gebundenen Rückstellungen aus – 0,2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%