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Private Vorsorge Schlecht versorgt mit Riester-Rente

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Tabelle: Mit Aktien mehr drin Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung

Dieses überraschende Ergebnis – das nicht nur für Rentenversicherungen, sondern ähnlich auch für die übrigen Riester-Sparformen gilt – liegt auch daran, dass die im Vertrag angehäuften Erträge bei der Direktauszahlung nur zu 50 Prozent versteuert werden müssen, während die Rente zu 100 Prozent versteuert wird.

Die Voraussetzung dafür: Der Riester-Sparer darf sich sein Geld frühestens im Alter von 60 Jahren auszahlen lassen. Außerdem muss der Vertrag wenigstens zwölf Jahre bestanden haben. Für Verträge, die vom kommenden Jahr an abgeschlossen werden, liegt die Altersgrenze schon bei 62 Jahren. Nicht ausgeschlossen ist, dass der Fiskus diese Hintertür eines Tages komplett schließen wird.

Riester-Sparer, die nicht aussteigen, sondern nur den Anbieter wechseln möchten, müssen nicht um ihre Förderung bangen. Der Wechsel ist theoretisch jederzeit problemlos möglich. Vor allem bei den Bank- oder Fondssparplänen ist er auch praktisch kein Problem. Zwar müssen die wechselnden Kunden meist eine Gebühr zahlen. Doch die lässt sich verschmerzen: Beim Fondssparplan von Union Investment sind es 50 Euro, beim Banksparplan der Sparkasse Holstein immerhin 150 Euro.

Erhebliche finanzielle Nachteile bei Kündigung

Echte Fußfesseln legen aber einige Rentenversicherer ihren Kunden an. Da die Versicherer ihre Kosten meist während der ersten fünf Jahre der Vertragslaufzeit abziehen und oft noch Stornogebühren verlangen, bekommen viele Kunden bei einem Wechsel nur einen kleinen Teil ihrer Einzahlungen wieder heraus. „Bitte beachten Sie, dass Sie bei Kündigung regelmäßig erhebliche finanzielle Nachteile haben. Wir raten deshalb von einer Kündigung ab“, heißt es etwa unumwunden in den Riester-Vertragsbedingungen des Versicherers Asstel.

Sinnvoller kann es in solchen Fällen sein, den Vertrag beitragsfrei zu stellen und bei einem anderen Anbieter einen neuen Vertrag abzuschließen. Doch es gibt Ausnahmen: Der Direktversicherer CosmosDirekt verzichtet auf Storno- oder Wechselgebühren und sichert den Kunden bei einem vorzeitigen Ausstieg sogar die Rückzahlung der eigenen Beiträge zu. Dass Cosmos‧Direkt im Tarifvergleich gut abschneidet, verwundert da kaum: Wer ordentliche Konditionen bietet, muss sich auch nicht davor schützen, dass Kunden stiften gehen.

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