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Privatrente Wann sich eine Sofortrente lohnt

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In diesem Beispiel fährt ein Ruheständler selbst im negativsten Szenario, bei einer mageren Rendite von zwei Prozent und einem einmaligen Wertverlust von 20 Prozent des kompletten Portfolios bis ins Alter von 83 Jahren mit dem Auszahlplan besser als mit der Sofortrente. Er erhält in dieser Zeit die gleiche Rentenzahlung wie bei der Sofortrente, verfügt aber über einen größeren Kapitalstock.

Bei 3,5 Prozent Rendite und ohne Crash liegt der Auszahlplan bis zum Alter von 90 Jahren vorn. Dabei wird unterstellt, dass die Versicherung tatsächlich auch die prognostizierten Überschussbeteiligungen zahlt. Kommt es nicht dazu, fällt die Rechnung für die Sofortrente noch schlechter aus. Gleiches gilt, wenn Anleger von einer höheren Rendite als den moderaten Raten der Beispielrechnung ausgehen.

Wer Aktien und Investmentfonds nicht über den Weg traut, der kann den Plan auch nur mit Tagesgeld, Festgeld und Staatsanleihen aufbauen. Steuerlich macht das keinen Unterschied: Auf die Erträge fällt seit Jahresbeginn ein Steuersatz von 26,4 Prozent an (Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag). Die Steuerzahlungen sind beim Auszahlplan damit in der Regel zu Beginn etwas höher als bei der Sofortrente, sinken aber kontinuierlich.

Auf eigene Faust investieren

Neu-Rentner können sich die Anlagemischung für einen Auszahlplan auch selbst zusammenstellen. Wer sich mit Finanzthemen etwas auskennt, sollte das in Erwägung ziehen, meint der Sachverständige Sachs. „Viele kommen gar nicht auf die Idee, sich selbst darum zu kümmern.“ Um sowohl eine ausreichende Risikoabsicherung als auch den regelmäßigen Zugriff zu garantieren, ist ein Expertenrat aber sinnvoll. Zumal jeder Auszahlplan einen Nachteil hat: Der Sparer muss ihn einhalten, damit die Rechnung aufgeht. Das erfordert Disziplin. Wer von vorneherein etwas Spielraum bei seinen monatlichen Raten einplant, ist auch für unvorhersehbare Ausgaben gewappnet.

Eines ist jedoch bei realistischen Renditeerwartungen sicher: Irgendwann ist der Kapitalstock des Fondsdepots aufgebraucht, weitere Auszahlungen sind dann nicht möglich. Damit die Chance auf ein besonders langes Leben nicht zum Risiko wird, bietet sich ein Auszahlplan daher vor allem für eine Rentenaufstockung an. Fällt die monatliche Rate zwischenzeitlich etwas niedriger aus oder ist das Fondsdepot eines Tages aufgebraucht, sollte das kein existenzielles Problem sein. Die Grundversorgung sollten Ruheständler ohne die monatlichen Beträge aus dem Auszahlplan meistern können. Ist das nicht möglich, spielt die Sofortrente mit den garantiert lebenslangen Zahlungen ihren Trumpf aus.

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