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Ranking Welche Lebensversicherungen sich noch lohnen

Viele Policen sind besser als ihr Ruf. Allerdings geht die Schere zwischen starken und schwachen Versicherern immer weiter auseinander. Bei welchem Lebensversicherer Sie auch in Zukunft gut aufgehoben sind.

Gerade Familien sorgen gerne mit Lebensversicherungen vor - leider nicht immer erfolgreich. Quelle: Fotolia

Früher stand die Lebensversicherung bei den Deutschen auf einer Stufe mit Miele-Waschmaschine, Volkswagen und Eigenheim: grundsolide, verlässlich, planbar, Geborgenheit vermittelnd. Heute gilt sie als Kostenfalle, Abzocke und Auslaufmodell. Gern zitieren Versicherungskritiker ein altes Urteil des Landgerichts Hamburg, das es erlaubt, Lebensversicherungen als "legalen Betrug" zu bezeichnen. Google listet dazu 7000 Treffer auf.

Ist Deutschland ein Land der Betrogenen? Immerhin haben wir gut 89 Millionen Lebens- und Rentenversicherungen abgeschlossen. Vorsorgesparer sind verunsichert. Versicherungsvermittler reagieren mit Zynismus. "Da ist es wieder, das gern genommene Lebensversicherungs-Bashing", kommentiert Makler Oliver Mack von Hoesch & Partner in seinem Blog "Zwischen den Türmen" die neueste Titelgeschichte zur Lage der Lebensversicherer. Scheinbar unversöhnlich stehen sich Fronten gegenüber - Verbraucherschützer und Journalisten auf der einen, Versicherer und Vermittler auf der anderen Seite.

Tipps: Die richtige Police finden

Das übliche Drehbuch

Eine übliche Magazingeschichte zur Lebensversicherung braucht folgende Zutaten: einen Kunden, der sich betrogen fühlt, weil er zum Vertragsende weniger bekommt, als ihm beim Abschluss in Aussicht gestellt wurde. Einen Vermittler, der dem Kunden eine schlechte Police angedreht und dafür üppige Provisionen kassiert hat.

Einen Versicherer, der mit seinen Anlagen kaum noch Rendite für die Kunden erzielt. Und einen Verbraucherschützer, der vor dem Abschluss einer Lebensversicherung warnt. Dabei ist die Lage vieler Kunden deutlich besser als die Stimmung. Langjährig Versicherte bekommen zum Vertragsende bislang meist noch eine Rendite, die sich im Niedrigzinsumfeld sehen lassen kann.

Dossier Lebensversicherer

Probleme gibt es in der Lebens- und Rentenversicherung dennoch zuhauf, und sie werden zunehmen. Deshalb gilt: Nur wer bei einem finanzstarken Anbieter abschließt, darf bei neuen Verträgen noch auf eine akzeptable Verzinsung hoffen. Das Rating der WirtschaftsWoche hilft dabei, diese vorbildlichen Versicherer aufzuspüren. Der Wiener Finanzwissenschaftler Jörg Finsinger und das Analysehaus Softfair haben dazu 74 Lebensversicherer aus Kundensicht analysiert.

Enttäuschte Versicherungsnehmer

Große Lebensversicherer lassen Kunden hungern
Der Speck ist wegWer eine Lebensversicherung kauft, geht zum Vertreter. Rund zwei Drittel des Neugeschäfts entfällt daher auf die 20 größten Lebensversicherer. Die Branchenriesen werden nun jedoch immer vorsichtiger. Im Schnitt liegt ihre Überschussbeteiligung bei 3,49 Prozent - das ist mager und dürfte weniger als der ohnehin schon niedrige Branchenschnitt von rund 3,6 Prozent sein. Der Grund: Fast alle sind mit ihren Gutschriften runter gegangen, manche Riesen haben sogar schon drei Prozent erreicht. Senkungen der Zinsgutschriften von 0,5 Prozentpunkt oder mehr ließen oft aufhorchen. Hier scheint nur noch wenig Speck zu sein für die Kunden. Stand: Januar 2013 Quelle: rtr
Platz 20 - R+V: Wartet abDer drittgrößte Lebensversicherer in Deutschland will erst Ende Februar mitteilen, wie hoch seine Überschussbeteiligung im laufenden Jahr ist. Das ist ungewöhnlich spät. Zur Begründung hieß es in Wiesbaden, man wolle die Entwicklung des Marktes abwarten. Damit ist die R+V die große Ausnahme in der Branche. Für 2012 hatte die R+V die Angaben noch - wie in der Branche üblich - Anfang Dezember 2011 geliefert. Damals hieß es, trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds könne die R+V Lebensversicherung AG für ihre Kunden auch 2012 eine Gesamtverzinsung von 4,40 Prozent bieten. Darin enthalten sei eine laufende Verzinsung von 3,85 Prozent. Quelle: Presse
Platz 19 - Zurich: 3,0 ProzentEiner der größten Anbieter von Lebensversicherungen, die Zurich, ist mit ihrer Überschussbeteiligung deutlich heruntergegangen. Sie liege für 2013 auf nun bei drei Prozent, heißt es auf der Internetseite von Assekurata. Für 2012 waren es noch 3,35 Prozent und für 2011 schrieb der Versicherer 3,7 Prozent gut. Die durchschnittliche Gesamtverzinsung (laufende Verzinsung sowie Schlussüberschuss inkl. deklarierter Beteiligung an den Bewertungsreserven) betrage nun etwa 3,8 Prozent - nach 4,2 Prozent für 2012. Die vertragsindividuelle Gesamtverzinsung hänge dabei von Daten wie Produkt, Laufzeit und Alter der versicherten Person ab. Zurich setze auf nachhaltige finanzielle Stärke der Lebensversicherung statt auf kurzfristige Renditeversprechen, erklärte der Versicherer auf Anfrage von Handelsblatt Online. Wegen der anhaltend niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten habe die Unternehmensführung daher entschieden, eine Senkung der Überschussbeteiligung für den Neuzugang und den Bestand vorzunehmen. "Unsere Kapitalanlagepolitik ist auf höchste Sicherheit ausgelegt. Wir können unseren Kunden keine höhere Verzinsung auszahlen, als wir mit unserer Kapitalanlage erwirtschaften", erklärte eine Sprecherin der Zurich. Quelle: Presse
Platz 18 - Ergo: 3,0 bis 3,2 ProzentErgo ist einer der größten Anbieter auf dem Markt. Für Ergo Leben sinkt die Überschussbeteiligung auf 3,2 von 3,8 Prozent, für Victoria Leben auf 3,0 von 3,5 Prozent. Die Gruppe verwaltet mehr als sieben Millionen Verträge. Mit den Deklarationen hat der Versicherer ein Zeichen gesetzt. Damit erreicht einer der Marktgrößen die Marke von drei Prozent bei den laufenden Überschüssen. Quelle: dapd
Platz 17 - SV Sparkassenversicherung: 3,05 ProzentDie Überschussbeteiligung der SV Sparkassenversicherung ist von 3,75 Prozent für 2011 auf 3,55 Prozent in diesem Jahr auf nun 3,05 Prozent in diesem Jahr gefallen. Dies ergibt aus Angaben, die Assekurata veröffentlicht hat. Der Rückschritt ist damit stärker als im Schnitt der Branche. Der Sparkassenversicherer war in den vergangenen Jahren besonders stark durch Einmalgeschäft gewachsen.
Platz 16 - Versicherungskammer Bayern (VKB): 3,1 ProzentDer größte Sparkassenversicherer, die Versicherungskammer Bayern, setzt auf hohe Reserven. Die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG, größter Lebensversicherer der VKB, zähle zu den Gesellschaften mit den höchsten Bewertungsreserven in der Branche. Allerdings liegt damit ein weiterer großer Lebensversicherer aus dem Sparkassensektor unter den Großen relativ weit hinten. Dennoch senkt das Unternehmen seine Überschussbeteiligung 2013 auf einen der niedrigsten Werte in der Branche: 3,1 Prozent. Bisher waren es 3,5 Prozent. Die Bayern-Versicherung bietet darüber hinaus auch im Jahr 2013 eine attraktive Gesamtverzinsung auf den Sparanteil. Für Neuverträge gegen laufenden Beitrag betrage diese 3,7 Prozent. Darin enthalten seien 0,6 Prozent für den Schlussüberschuss inklusive der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven. Die Sparte Lebensversicherung des Sparkassenversicherers verzeichnete 2012 ein starkes Beitragswachstum. Die Prämien stiegen den Angaben zufolge um 5,9 Prozent auf 2,62 Milliarden Euro.
Platz 15 - Württembergische: 3,25 ProzentDie Lebensversicherung im Versicherungs- und Bausparkonzern Württembergische und Wüstenrot geht um 0,25 Prozentpunkt mit der Überschussbeteiligung runter: Sie sinkt von 3,5 Prozent in den beiden Vorjahren auf nun 3,25 Prozent. Norbert Heinen, Vorstandsvorsitzender der Württembergischen Lebensversicherung AG: „Mit unserer vergleichsweise konservativen Positionierung beim Zinsüberschuss berücksichtigen wir die Entwicklungen am Kapitalmarkt und stabilisieren unseren Bestand auch gegen Belastungen aus der anhaltenden Niedrigzinsphase, der EU-Verschuldungskrise und Ausfallrisiken.“ Zusammen mit dem Schlussüberschuss und der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven ergebe sich ab 2013 eine gesamte Verzinsung der Sparanteile von 3,9 Prozent (Vorjahr: knapp 4,2 Prozent). Quelle: Presse

Wagen wir also eine konstruktive Analyse: Welche Stärken und Schwächen hat die Lebensversicherung? Was bietet sie noch? Soll ich neu abschließen, dabeibleiben oder kündigen?

Dass viele Kunden trotzdem unzufrieden sind, haben die Versicherer sich selbst zuzuschreiben - weil sie in fetten Jahren viel zu hohe Erträge versprochen haben. Die Kunden "beobachten die Renditen von Jahr zu Jahr und sehen alles dahinschmelzen", sagt Honorarberaterin Kühn. Selbst solche mit auslaufenden Verträgen kämen zwar auf drei oder vier Prozent Rendite.

Die leistungsstärksten Lebensversicherungen

Eigentlich nicht schlecht. "Sie ärgern sich aber trotzdem, weil sie die sieben Prozent im Kopf haben, mit denen sie geködert wurden." Andreas Böker, Vermögensverwalter aus Montabaur, stimmt zu: "Ich kenne keinen zufriedenen Versicherungssparer, denn alle Verträge haben ihre ursprünglich prognostizierten Werte nicht erreicht."

Grafik

Sicher und planbar?

Prognostiziert - das ist das Stichwort. Sicher und planbar sind in der Lebensversicherung nur die garantierten Werte.

Bis Mitte 1986 lag der Garantiezins für Neukunden bei drei Prozent. In der Spitze, von Juli 1994 bis Juni 2000 betrug er vier Prozent. Dann fiel er immer weiter. Seit Anfang 2012 bekommen Kunden für neu abgeschlossene Policen nur noch 1,75 Prozent pro Jahr garantiert (siehe Grafik).

Im Lauf des kommenden Jahres könnte der Zins für Neukunden erneut abgesenkt werden müssen, deutete jüngst Jörg von Fürstenwerth an, der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands GDV. Über alle Verträge hinweg haben Versicherer ihren Kunden im Schnitt gut drei Prozent Zins garantiert. Gezahlt wird diese Mindestrendite aber nur auf den Sparanteil - also auf das, was bleibt, wenn der Versicherer vom Beitrag Kosten für Vertrieb und Verwaltung und Beiträge für den Todesfallschutz abgezogen hat.

Die Schere geht auseinander

Was Lebensversicherungen wirklich bringen
Interrisk: Österreicher bieten beste BeitragsrenditeDie Ratingagentur Assekurata errechnete für Interrisk eine garantierte Beitragsrendite von 1,69 Prozent - für einen Vertrag, der 25 Jahre läuft und formal einen Garantiezins von 1,75 Prozent hat. So nah ist kein anderer Versicherer am Garantiezins dran. Auch im Vorjahr war dies so. Die prognostizierte - und damit unverbindliche - Beitragsrendite beträgt 4,2 Prozent. Damit liegt Interrisk als einer von vier Anbietern noch über der Marke von vier Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Satz jedoch deutlich gesunken, und zwar von 4,57 Prozent. Die InterRisk Versicherungs-AG ist das deutsche Tochterunternehmen der östereichischen Vienna Insurance Group. Quelle: Presse
Europa: Direktversicherer hält sich im SpitzenfeldDie Europa Lebensversicherung liefert seit Jahren gute Zahlen ab. Doch auch diese sinken. Die garantierte Beitragsrendite ist mit 1,57 Prozent sogar noch ein wenig höher als im Vorjahr mit 1,53 Prozent, weil Kostenvorteile zu Buche schlagen. Bei der prognostizierten Beitragsrendite liegt Europa mit 4,53 Prozent an der Spitze des Feldes. Der Wert liegt jedoch deutlich unter den 4,95 Prozent des Vorjahres. Bei der Überschussbeteiligung hält Europa noch die Marke von vier Prozent. Das geht hervor aus einer Mitteilung des Versicherers an die Ratingagentur Assekurata. Für 2012 betrug die Überschussbeteiligung noch 4,35 und für das Jahr 2011 waren es noch 4,5 Prozent. Quelle: Screenshot
Cosmos Direkt: Niedrige Kosten - hohe RenditeDie Lebensversicherungsangebote der Cosmos Direkt profitieren vom Vertriebsweg. Es ist für Kunden günstiger, wenn sie im Internet oder am Telefon einkaufen. Die Tochter der Generali gibt diese Vorteile in den Konditionen weiter. Am besten ist dies bei der garantierten Beitragsrendite zu erkennen. Platz 3 im Ranking von Assekurata mit 1,46 Prozent. Auch hier errechnete die Ratingagentur einen leicht besseren Wert als im Vorjahr. 4,17 Prozent für die prognostizierte Beitragsrendite ist ebenfalls ein Spitzenwert in der Branche. Im Vorjahr waren es aber noch 4,57 Prozent.
Hannoversche Leben: Schon unter vier ProzentMit der garantierten Beitragsrendite von 1,35 Prozent liegt der Direktversicherer aus Hannover auf Platz 4 - und damit sehr gut. Mit der prognostizierten Beitragsrendite erreicht er Platz 5. Dieser Wert liegt jedoch unter vier Prozent (3,92 Prozent), nachdem es im Vorjahr noch 4,17 Prozent waren. Nur vier Lebensversicherer liegen bei dieser Hochrechnung noch über vier Prozent. Dies zeigt den Trend in der Branche und auch bei der Hannoverschen Leben, für die die Schauspielerin und Komikerin Anke Engelke wirbt.
WGV: Guter Garantierendite, schlechtere PrognoseDie Württembergische Gemeinde-Versicherung (WGV) bietet eine sehr gute Beitragsrendite. Mit 1,31 Prozent liegt der Versicherer auf Platz 5 in der Branche, wie Assekurata berechnete. Schlechter ist die prognostizierte Beitragsrendite mit 3,63 Prozent. Mehr als ein Dutzend Konkurrenten liegen hier besser. Wie andere Untersuchungen zeigen, liegt die WGV in der Leistungsfähigkeit für den Kunden häufig in den Top10. Quelle: Presse
Ergo Direkt: Besser als die große MutterErgo Direkt will nicht nur mit dem Thema Verständlichkeit punkten, sondern auch mit seinen Lebensversicherungsrenditen. Bei der garantierten Beitragsrendite liegt der Direktversicherer mit 1,31 zusammen mit der WGV auf Platz fünf. Auffällig ist die starke Verbesserung zum Vorjahr. Da lag dieser Wert nur bei 1,23 Prozent. Mit einer prognostizierten Rendite von 3,57 Prozent liegt Ergo Direkt allerdings nur im oberen Mittelfeld der Branche. In jedem Fall ist der Direktversicherer mit beiden Werten deutlich besser als das Vertreter-Unternehmen Ergo, die große Mutter aus Düsseldorf. Quelle: Screenshot
Asstel: Gothaer-Tochter springt in die Top10Die Asstel aus Köln-Mülheim profitiert ebenfalls davon, dass der Vertrieb eines Direktversicherers günstiger ist als bei Unternehmen, die auf Vertreter setzen. Die garantierte Beitragsrendite liegt mit 1,3 Prozent daher vergleichsweise hoch - Platz 8 bei Assekurata von 61 Versicherern. Die prognostizierte Beitragsrendite ist mit 3,8 Prozent ebenfalls vergleichsweise gut - ein Top10-Wert für die Tochter der Gothaer Versicherungen. Quelle: Presse

Immer strengere Kapitalvorschriften werden die Unterschiede in der Branche noch vergrößern. Nur bei Versicherern mit ausreichenden Rücklagen können die Anlagemanager etwas freier investieren und so mehr Rendite für die Kunden herausholen.

Im großen Lebensversicherungs-Rating der WirtschaftsWoche spielen die Kapitalpolster der Lebensversicherer deshalb eine besonders wichtige Rolle (die kompletten Ergebnisse aller 74 Versicherer finden Sie hier.)

Grafik

Das freie Kapital macht beim Testsieger Debeka über zwölf Prozent der Kapitalanlagen aus. Die Debeka schafft daher mit ihren Kapitalanlagen prognostizierte 3,7 Prozent Zins in den kommenden Jahren. Da die Debeka den Kunden außerdem relativ wenig Kosten in Rechnung stellt und einen großen Anteil ihrer Überschüsse weiterreicht, sind die Ertragsaussichten für die Versicherten besonders gut.

Auch Direktversicherer vorn

Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Huk-Coburg und LVM. Die Direktversicherer Hannoversche, Europa und Cosmos Direkt landen knapp dahinter. Sie vertreiben ihre Policen über Telefon und Internet und können die Kosten so gering halten.

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Angesichts der niedrigen Zinsen haben auch klassische Versicherer die Bedeutung niedriger Kosten erkannt. Die erwirtschafteten Kapitalerträge sind schlichtweg zu niedrig, um die Kosten abzudecken. So diskutierte der Branchenverband GDV Pläne, die Politik zu einer Deckelung von Vertriebsprovisionen zu bewegen. Ähnlich wie schon in der privaten Krankenversicherung könnte der Gesetzgeber dann Obergrenzen vorgeben, um Provisionsexzesse und entsprechende Nachteile für die Kunden zu vermeiden.

Als die Diskussion publik wurde, schrien Versicherungsvermittler jedoch auf. Dabei würde die angedachte Beschränkung der Vermittlerprovision auf vier Prozent der Beiträge über die gesamte Vertragslaufzeit ihnen immer noch ein gutes Auskommen ermöglichen. Es tat sich dennoch erst mal: nichts.

Eins macht diese Reaktion jedenfalls klar: Noch ist die Lage nicht so schlecht, dass die Branche zu grundlegenden Reformen bereit wäre, welche die Lebensversicherung generell attraktiver machen. Je länger die Zinsen unten bleiben, desto schneller dürfte sich das ändern.

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