Reiseschutz Richtig versichert in den Urlaub

Gepäck weg, der Mietwagen ist kaputt und beim Bergsteigen den Fuß gebrochen? Zig Policen sichern genau solche Fälle ab. Welche Versicherungen nötig und welche bloß Geldmacherei sind.

So klappt's mit dem Last Minute-Urlaub
Ein Strand auf den Tobago Keys Quelle: dpa
Ein Flugzeug der Lufthansa startet am Freitag (25.05.2012) am Flughafen in München Quelle: dpa
Sale Quelle: dpa
Taschenrechner Quelle: dpa
An dem neuen Logo des TÜV NORD wird am Montag (06.09.2004) auf der Firmenzentrale in Hannover gearbeitet Quelle: dpa/dpaweb
Eine Mittarbeiterin des Internetportales "www.ferien.de" informiert Besucher auf der Internationalen Tourismus-Boerse in Berlin Quelle: AP
Cuban chef Hector Higuera, second left, and U.S, chef Sara Jenkins, right, pointing, team up, in Havana, Cuba, Quelle: dapd
"cancel" steht am 27.03.2012 in Berlin während eines Warnstreiks auf dem Flughafen Tegel auf einer Anzeigetafel Quelle: dpa
Der neue ADAC-Rettungshubschrauber "Christoph Hansa" vom Typ MD 900 Explorer Quelle: AP

Pro Jahr fahren und fliegen rund 44 Millionen Deutsche ins Ausland. Jetzt läuft der Countdown, die Sommerreisezeit hat begonnen. Wer seine Ferien im Reisebüro bucht, bekommt auch gleich das ganze Paket an Versicherungen angeboten. Von Reiserücktritt- bis Auslandskrankenschutzpolice. Da Schätzungen zufolge ein Drittel der Urlauber in den Ferien medizinische Hilfe brauchen - wegen Magenverstimmungen bis hin zum schlimmen Unfall - sind entsprechende Versicherungen nicht nur etwas für Abenteurer. Auch die Verbraucherzentralen raten dringend zu speziellen Urlaubsabsicherungen. "Denn ohne die richtige Zusatzpolice müssen Urlauber im schlimmsten Fall einen Schaden aus eigener Tasche bezahlen", heißt es seitens der Verbraucherschützer. Und das kann richtig teuer werden.

Reisetrücktritts- und Reiseabbruchversicherung

Das Verbrauchermagazin Finanztest rät vor allem bei Reisen mit Kindern zu einer Rücktrittsversicherung. Werden die Kinder überraschend krank, müssen Eltern sonst schnell bis zu 80 Prozent des Reisepreises als Stornokosten bezahlen. War nicht die Ferienwohnung am Gardasee, sondern das fünf Sterne Luxushotel in der Karibik gebucht, ist das besonders ärgerlich. Auch Beate Wagner von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sagt: "Die Reiserücktrittsversicherung ist eine der sinnvollen Absicherungen - was man ja nicht von allen sagen kann." Sie rät besonders bei sehr kostspieligen Reisen zu dieser Absicherung.

Auch wenn der Urlaub sehr lange im Voraus geplant werde, sei eine solche Versicherung sinnvoll. Ende 2011 hat Finanztest 90 Tarife für Rücktrittsversicherungen geprüft. Zwar ist keiner der Anbieter komplett durchgefallen, Zurich und Generali haben jedoch nur die Note ausreichend bekommen und halten damit die rote Laterne. Testsieger in den Kategorien Absicherung für Alleinreisende und Familien waren die Hanse Merkur sowie die Würzburger. Bei beiden Versicherern waren auch Umbuchungen mit abgedeckt. Damit nicht nur der Rücktritt vom gebuchten Urlaub, sondern auch der vorzeitige Abbruch abgesichert sind, rät das Verbrauchermagazin Finanztest zu einem Vollschutztarif, der sowohl eine Reisetrücktritts- als auch eine Reiseabbruchversicherung beinhaltet.

Mehrkosten durch Erdbeben & Co.

Reisende, die im Frühjahr 2010 im Ausland unterwegs waren, haben am eigenen Leib erfahren müssen, wie viel Probleme es macht, wenn der Urlaub wegen höherer Gewalt nicht pünktlich beendet werden kann. Wegen des isländischen Vulkans Eyjafjalla lag der internationale Flugverkehr lahm, Tausende kamen nicht nach Hause. In einem solchen Fall stellt sich die Frage, wer dem Hotelier die Kosten für Übernachtung und Verpflegung zahlt. Beispielsweise der ADAC zahlt zwar das Hotelzimmer, Essen und Getränke sind allerdings Verhandlungssache. Die Würzburger Versicherung springt für Mehrkosten bis 3000 Euro ein, alles andere zahlt der Urlauber selbst.

Die Reiseabbruchversicherung der Europäischen Reiseversicherung (ERV), sowie die Vollschutztarife von Cosmos und Hanse Merkur decken dagegen sämtliche Kosten ab, die durch eine verspätete Rückreise wegen Naturkatastrophen entstehen.


Günstige Familientarife

Die zehn größten Touristenfallen
Angkor Wat Quelle: winni - Fotolia
Der schiefe Turm von Pisa Quelle: Amanda Perkins - Fotolia
Eiffelturm in Paris Quelle: dpa
Felsen von Gibraltar Quelle: Horváth Botond - Fotolia
Floating Market Quelle: REUTERS
Key West Quelle: Vulkanisator - Fotolia.com
Pyramiden von Gizeh Quelle: dpa
Taj Mahal Quelle: REUTERS
Mickey Mouse leads other Disney characters in dancing to the music of the Florida A&M marching band down Main Street USA Quelle: REUTERS

Außerdem raten die Experten von Finanztest zu Familientarifen. "Drei oder mehr Personen kommen mit einem Familientarif günstiger weg, als wenn jede Person einen Einzelvertrag abschließt", heißt es. Bei einigen Versicherern gelten auch Ehepaare als Familie, bei vielen greifen die Tarife erst, wenn Kinder im Spiel sind. Beim Testsieger Hanse Merkur beispielsweise gilt die Familienprämie laut Informationsblatt "nicht für zwei Erwachsene ohne Kinder". Das bestätigt auch Wagner von der Verbraucherzentrale. "Es kommt immer ganz auf den Versicherer an", sagt sie.

Besonders lohnenswert sei ein Jahresvertrag. Bis zu sechs Wochen im Jahr sind damit alle Familienmitglieder abgesichert - auch, wenn sie alleine unterwegs sind. Die sechs Wochen können auch auf mehrere Reisen verteilt werden. Das gilt allerdings auch für Einzeltarife. Wer länger als sechs Wochen am Stück verreist, dem ist mit den üblichen Reiserücktrittsversicherungen aber nicht geholfen. "Bei langen Reisen muss man sich auf jeden Fall bei der Versicherung erkundigen, welche Absicherungen es gibt", sagt Wagner. Des Weiteren ist es ratsam, seine Rücktrittsversicherung darauf abzuklopfen, ob es auch die Gebühren zurück gibt, wenn Angehörigen in Deutschland etwas zustößt. Bei den Versicherern, die Finanztest mit sehr gut und gut bewertet hat, sind solche Fälle abgesichert. Bei vielen anderen Assekuranzen sind Unglücksfälle in der Heimat kein Grund, eine Urlaubsreise vorzeitig abzubrechen. Wer es dennoch tut, bleibt auf den Kosten sitzen.

Finger weg von der Selbstbeteiligung

Allgemein raten die Experten, sich nicht auf Tarife mit Selbstbeteiligung einzulassen. "Kunden sind sich häufig nicht im Klaren darüber, dass sie bei Tarifen mit Selbstbeteiligung einen Eigenanteil an den Stornokosten zahlen müssen", heißt es bei Finanztest. Dieser Eigenanteil kann mitunter 20 Prozent der Stornogebühr betragen. Der geringste Eigenanteil beträgt 25 Euro. Auch Testsieger Hanse Merkur verlange in manchen Verträgen diese Selbstbeteiligung. Allerdings nur, wenn der Reisende eine ambulante medizinische Behandlung beansprucht. Bei einem Krankenhausaufenthalt entfällt der Eigenanteil.


Arztwahl am Urlaubsort

Europas Reise-Riesen im Rausch
Nach schwierigen Jahren hat die Touristik-Branche nicht zuletzt in der zweiten Jahreshälfte wieder kräftig zugelegt. Die Deutschen sind und bleiben nun mal Reiseweltmeister. Die 64 größten Veranstalter verkauften hierzulande über 30 Millionen Reisen. Das sind fünf Prozent mehr als im Krisenjahr, weil Veranstalter und Hoteliers die zuvor erlahmte Reiselust mit Drehungen an der Preisschraube stimulierten. Quelle: ap
Steffi und Lisa am Strand von Ahlbeck auf der Insel Usedom: Deutschland ist und bleibt Reiseland Nummer eins. Dann folgt Spanien, der größte Gewinner war 2010 die Türkei mit einem Plus von neun Prozent. Es folgen die größten Reiseveranstalter Europas … Quelle: dpa
Tui TravelEuropas größter Reiseveranstalter Tui musste wegen der Auseinandersetzungen in Ägypten und Tunesien einen Verlust von 80 Millionen Euro einbüßen. Trotzdem hat Tui im abgelaufenen Jahr in seiner Touristiksparte profitiert. Insgesamt stieg der Umsatz im September beendeten Geschäftsjahr 2010/11 um 7 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro. Quelle: dpa
Tui TravelAber bei den Beschäftigten der Tui geht seit spätestens Anfang Februar die Angst um: Denn hier kündigte der Reisekonzern an, seine Gewinne im Touristik-Geschäft in Deutschland mit einem Wachstums- und Sparprogramm steigern zu wollen. Ansonsten will Tui – ähnlich wie Konkurrent Thomas Cook – vor allem bei Pauschalreisen nicht mehr (nur) über den Preis Kunden gewinnen, sondern durch die Exklusivität der Hotels. Quelle: gms
Thomas CookÄhnlich sieht es auch Thomas Cook, Europas Nummer zwei der Reiseveranstalter. „Einfach nur noch Flug und ein x-beliebieges Hotel zusammenzupacken, das funktioniert nicht mehr“, sagt Michael Tenzer, Geschäftsführer Touristik bei Thomas Cook dem Handelsblatt. Gerade die anspruchsvollen, reiseerfahrenen Gäste haben einen klaren Hang zur Marke. Quelle: dpa
Thomas CookThomas Cook hat 2010 in Deutschland 6,6 Millionen Menschen auf die Reise geschickt. Der Umsatz lag hierzulande bei 2,85 Milliarden Euro. Das bedeutet für den deutschen Markt nur Rang drei hinter Rewe Touristik. In Europa ist Thomas Cook aber mit einem Umsatz von 10,2 Milliarden Euro deutlich größer als Rewe. Quelle: dpa
ReweIn Europa die Nummer drei – aber in Deutschland konnte Rewe Touristik den Konkurrenten Thomas Cook erstmals überholen - ganz zur Freude von Rewe-Chef Alain Caparros. Der Marktanteil liegt bei 14 Prozent, der von Thomas Cook beträgt 13,4 Prozent. Das gelang Rewe nicht zuletzt wegen ihrer erfolgreichen "Baustein"-Tochter Dertour, die individuelle Reisen statt der Pauschalpakete für den klassischen Urlauber vermarktet. 6,6 Millionen Menschen hat die Gruppe 2010 in Deutschland befördert bei einem Umsatz von 3,0 Milliarden Euro. Quelle: ap
KuoniDirekt vor dem Start der ITB hat Kuoni für einen Paukenschlag gesorgt: Die Schweizer wollen den Online-Vermittler Gullivers Travel Associates übernehmen. Der Deal hat ein Volumen von 720 Millionen Dollar. Kuoni will so das rasant wachsende Online-Geschäft ausbauen und vor allem in Asien wachsen. Quelle: gms
Club MediterraneePlatz fünf nimmt in Europa Club Mediterranee ein. Der Umsatz beläuft sich auf 1,3 Milliarden Euro. In Deutschland spielt das Unternehmen dagegen keine allzu große Rolle. Quelle: gms
AlltoursAuf Rang sechs folgt Alltours mit einem Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Willi Verhuven, Inhaber des Duisburger Veranstalters, zog vor kurzem eine positive Bilanz über das vergangene Jahr: "Wir sind gestärkt aus den zwei vergangenen Krisenjahren hervorgegangen, weil wir uns rechtzeitig darauf eingestellt und diese Zeit für Investitionen genutzt haben. Die Zeichen bei uns stehen 2011 auf Expansion." Quelle: dpa
AlltoursZudem hat Willi Verhuven begonnen, seine Nachfolge zu regeln: Der ehemalige Rewe-Manager Dierk Berlinghoff (53) soll ab März als Geschäftsführer die Verantwortung für das Tourismusgeschäft übernehmen. Einen kaufmännischen Geschäftsführer sucht der 60-jährige Firmengründer Verhuven noch. Quelle: dpa
AidaIn Deutschland liegt Aida Cruises mit einem Marktanteil von 4,1 Prozent auf Platz sechs. Und der Trend spricht eindeutig für das Kreuzfahrtgeschäft: Kein Marktsegment wächst schneller. Gewinner waren 2010 neben Aida auch die Veranstalter Nicko Tours, Arosa und Tui Cruises mit zunächst einem Schiff. Die Kreuzfahrtanbieter dürften Wachstumsmotor bleiben. Es kämen neue Schiffe in den Markt, das Potenzial sei laut Experten noch lange nicht ausgeschöpft. Quelle: ZB
FTI TouristikFTI kam 2010 in Deutschland auf einen Umsatz von 1,07 Milliarden Euro – das bedeutet einen Marktanteil von 5,0 Prozent. FTI betreibt unter anderem den Reiseshopping-Sender „Sonnenklar.TV“. Über ihn hat FTI im letzten Geschäftsjahr 165 Millionen Euro Umsatz erzielt und knapp 600.000 Reisende gewonnen – das ist beinahe jeder Dritte, der mit FTI reist. Quelle: dpa
Schauinsland ReisenMit einem Marktanteil von 2,3 Prozent und einem Umsatz von 496 Millionen Euro liegt Schauinsland Reisen auf Platz sieben in Deutschland. 745.000 Urlauber beförderte das Unternehmen. Die übrigen Reiseveranstalter, die in Deutschland tätig sind, kommen addiert auf einen Marktanteil von 37,7 Prozent. Quelle: gms

Grundsätzlich sollten sich Urlauber vor jeder Reise über mögliche Gesundheitsrisiken informieren und für die nötigen Impfungen, beispielsweise gegen Hepatitis A und B, sorgen. Bei Reisen in Malaria-Gebiete ist eine entsprechende Malaria-Prophylaxe angeraten. Detaillierte Informationen zu den nötigen Vorbereitungen gibt es beim Auswärtigen Amt, dem Gesundheitsamt oder einem Tropeninstitut. Eine entsprechende Reiseapotheke sollte ebenfalls mit dabei sein. Hinein gehören auf jeden Fall Mittel gegen akuten Durchfall, Schmerzen, Übelkeit und Fieber.

Was aber, wenn am Urlaubsort nun doch etwas passiert? Sei es, dass die Kinder am Strand in eine Muschel treten oder es tatsächlich zum schweren Unfall kommt - wer zahlt die Behandlungskosten? Grundsätzlich ist es ratsam, sich vor Antritt der Reise einen Auslandskrankenschein beziehungsweise eine Krankenkarte für das entsprechende Land ausstellen zu lassen. Aber: "Die Karte deckt leider nicht alle Leistungen ab", räumt Wagner ein. "Vor allem der Rücktransport nach Deutschland ist nicht mit drin." Des Weiteren sei kein Arzt im Ausland verpflichtet, deutsche Patienten auf Kasse zu behandeln. "Viele Ärzte im Ausland behandeln nur auf Privatrezept", bestätigt Wagner. Dieses Geld muss sich der Urlauber dann zuhause von seiner Kasse zurückholen. Und die Krankenkassen übernehmen in der Regel nur die Kosten, die laut Gebührenordnung für Ärzte (GÖÄ) auch in Deutschland entstehen würden. Für Medikamente und Behandlungsmethoden, die es hierzulande nicht gibt, kommt die Assekuranz dementsprechend auch nicht auf. "Deshalb ist eine Auslandsreise-Krankenversicherung sinnvoll", sagt Wagner. Diese Police deckt sämtliche Kosten ab, GÖÄ hin oder her. Und auch Finanztest bestätigt: "Eine Auslandsreise-Krankenversicherung ist für gesetzlich Krankenversicherte ein Muss."

Schutz nur für kurze Aufenthalte

Die Verbraucherschützer raten Reisenden, bei den Auslandsreise-Krankenversicherungen einen günstigen Jahresvertrag abschließen. Damit sind mehrere Trips im Jahr abgesichert und der Schutz gilt auch für Wochenendtrips und nicht nur für die große Fernreise. Allerdings ist auch hier der Blick ins Kleingedruckte ratsam: Auch ein Jahresvertrag sichert jede Reise nur für 42 bis 60 Tage ab. Wer am 61. Tag der Südamerika-Rundreise krank wird, hat also schlechte Karten. Für solche Reisen empfehlen sich spezielle Policen für lange Einzelreisen. Auch hier rät Wagner, sich auf jeden Fall im Vorfeld schlau zu machen, was für eine lange Reise nötig ist.

Wann Reiserücktransporte sinnvoll sind

Der Reisemarkt Arabien
Ein ägyptischer Demonstrant hält die Nationalflagge in die Höhe Quelle: dapd
Eine Frau steht vor dem Logo der TUI AG Quelle: dpa
Touristen reiten auf Kamelen in Ägypten Quelle: gms
Eine Filiale des Reiseveranstalters Thomas Cook in London Quelle: dapd
Zwei Männer geben in Kairo ihre Stimme zur Parlamentswahl ab Quelle: dapd
Eine Frau hält eine Tunesien-Broschüre in der Hand Quelle: dpa
Ein Badeort in Sharm El-Sheikh Quelle: dpa
Willi Verhuven, Geschäftsführer und Inhaber des Tourismuskonzerns alltours Quelle: dpa
Ein Ägypter reitet auf einem Kamel vor den Pyramiden von Gizeh Quelle: dpa
Junge Demonstranten in Libyen. FTI bietet derzeit keine Reisen nach Libyen und Algerien an. Quelle: dpa
Ein Flugzeug fliegt in den Abendhimmel Quelle: dpa

In manchen Fällen reicht der Griff in die Reiseapotheke oder der Besuch beim hoteleigenen Arzt aber nicht aus. Bei einem schlimmen Unfall oder einer schweren Erkrankung ist der Besuch im Krankenhaus angezeigt. Hier können sogenannte Reisemediziner Tipps zur Wahl des richtigen Krankenhauses geben. Gerade in Dritte-Welt-Ländern ist ein solcher Rat Gold wert. Besonders in afrikanischen Ländern gilt: Privatkliniken bieten nicht unbedingt die beste Versorgung, Militärkrankenhäuser sind oft besser aufgestellt.

Sollte ein Rücktransport nach Deutschland nötig sein, decken die Auslandskrankenzusatzversicherungen diesen genauso ab, wie den Transport ins nächstgelegene Krankenhaus. Ein Rücktransport nach Deutschland wird in der Regel dann erstattet, wenn er medizinisch notwendig ist, das heißt: wenn es vor Ort keine geeigneten Behandlungsmöglichkeiten gibt. Wer in den USA in einen Unfall verwickelt wird, wird sich also vor Ort behandeln lassen müssen, bei Burkina Faso sieht es da schon anders aus. Premium-Tarife zahlen auch dann, wenn der Tarif nur sinnvoll wäre oder wenn der Patient mehr als zwei Wochen in einem Krankenhaus in der Ferne verbringen würde. Sollte der Patient anfangs nicht transportfähig sein, wird gemeinsam mit den Ärzten vor Ort ein Zeitpunkt für einen Rücktransport ausgewählt. Die Kosten werden allerdings nicht übernommen, wenn die Erkrankung schon vor dem Reiseantritt erkennbar war.

Bei der Auslandsreisekrankenversicherung der Debeka (einfacher Tarif: sechs Euro pro Jahr) beispielsweise sind neben der ambulanten sowie stationären Versorgung vor Ort auch der "Rücktransport an den ständigen Wohnsitz der versicherten Person oder zu einem grundsätzlich zur Behandlung geeigneten Krankenhaus in der Bundesrepublik Deutschland, versichert, wenn

  • der Rücktransport medizinisch notwendig ist oder
  • die voraussichtlichen Kosten der Heilbehandlung im Ausland die Kosten des Rücktransports übersteigen würden oder
  • nach ärztlicher Prognose eine stationäre Behandlung länger als 14 Tage dauern würde"

Im Regelfall ist der Reiserücktransport eine Leistung, die für eine Person bezahlt wird. Ausnahmefall sind Kinder: Hier fliegen Vater oder Mutter auf Versicherungskosten mit zurück nach Deutschland. Details über die Konditionen finden sich wie immer im Kleingedruckten. Beispielsweise bei der Hanse Merkur heißt es: "Der Versicherer übernimmt auch die Kosten für eine mitversicherte Begleitperson, soweit die Begleitung medizinisch erforderlich, behördlich angeordnet oder seitens des ausführenden Transportunternehmens vorgeschrieben ist."

Was tun, wenn es kracht?

Die größten Kreuzfahrt-Anbieter
Platz 1Die amerikanische Reederei Royal Caribbean ist der weltweit größte Anbieter von Kreuzfahrten. Die Schiffe der Royal-Caribbean-Flotte verfügen laut Cruisemarketwatch über eine Kapazität von 62.220 Betten. Mit der „Allure of the Seas“ (im Bild) und dem nur etwas kleineren Schwesterschiff „Oasis of the Seas“ hat die Reederei zudem die beiden größten Kreuzfahrtschiffe der Welt in seinen Reihen. Quelle: dapd
Platz 2Mit einer Kapazität von 62.000 Betten liegt die Carnival Cruise Lines nur knapp dahinter. Im Bild fährt die „Carnival Valor" publikumswirksam am berühmten Miami Beach vorbei. Quelle: ap
Platz 3Die „Golden Princess“ kann bis zu 2.600 Gäste gleichzeitig beherbergen. Die gesamte Flotte der Princess Cruises verfügt über eine Kapazität von 36.780 Gästebetten. Quelle: ap
Platz 4Die viertgrößte Reederei für Kreuzfahrten ist die italienische Costa Cruise Lines mit 36.480 Betten. Zu ihr gehört auch die Costa Concordia, die vor der toskanischen Küste gekentert ist. Im Bild ist die „Costa Favolosa" vor dem Hafen von Triest. Dort wurde das Schiff am 2. Juli 2011 im Rahmen der Feier zum 150. Geburtstag Italiens getauft. Quelle: dpa
Platz 5Die Reederei MSC Cruise kann weltweit bis zu 27.750 Gäste gleichzeitig auf einem ihrer Schiffe willkommen heißen. Die MSC Melody (im Bild) geriet 2009 in die Schlagzeilen, als das Schiff vor den Seychellen von Piraten angegriffen wurde. Die Attacke konnte aber von Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma abgewehrt werden, die extra für die gefährliche Passage angeheuert wurden. Quelle: Pressefoto
Platz 6Auf noch 26.280 Betten kommt die Norwegian Cruise Line. Im Bild ist die „Norwegian Jewel“ zu sehen, wie sie von der Meyer-Werft in Papenburg in die Nordsee geschleppt wird. Für die Passage im August 2005 wurde extra die schmale Ems aufgestaut, damit das 294 Meter lange und 400 Millionen Euro teure Schiff überhaupt den Fluss durchfahren konnte. Quelle: dpa
Abgeschlagen ist der deutsche Vertreter Tui Cruises mit 3.780 Betten. Die erst im Jahr 2008 gegründete Reederei verfügt im Moment auch nur über zwei Schiffe, die sie der Reederei Celebrity Cruises abgekauft hat. Die beiden Schiffe tragen die Namen "Mein Schiff 1" und "Mein Schiff 2". Tui Cruises ist ein Joint Venture von Tui und der Royal Caribbean, die jeweils 50 Prozent der Anteile halten. Quelle: dapd

Auch wenn ein Krankenhausaufenthalt oder der Rücktransport nicht nötig sein sollten: Ein Unfall im Ausland bringt eine ganze Menge Ärger mit sich. Wichtig zu wissen ist: Bei einem Unfall gilt das Schadenrecht des Unfalllandes. Wer also in Frankreich einen Unfall verursacht, wird nach französischem Recht behandelt. Sollten allerdings zwei Deutsche im Ausland in einen Unfall verwickelt sein, wird der Schadensfall nach deutschem Recht geregelt. Dann greifen die Haftpflicht- sowie die Vollkaskoversicherung.

Wenn es im Urlaubsland kracht, ist es wichtig, den Unfall genau aufzunehmen, denn nicht in jedem Land ist es üblich, die Polizei bei einem Autounfall hinzuzuziehen. Für eine möglichst reibungslose Aufnahme gibt es den

Europäischen Unfallbericht, der in verschiedenen europäischen Sprachen abgefasst ist. Hier tragen alle Beteiligten den Hergang des Unfalls sowie ihre persönlichen Daten ein. Das Ganze geht dann an die jeweiligen Versicherungen. Diese sind verpflichtet, in jedem EU-Mitgliedsland einen sogenannten Schadensregulierungsbeauftragten zu benennen. Den jeweiligen Ansprechpartner kann der Zentralruf der Autoversicherer (0180/250 26) nennen. Kracht es in Frankreich, wird sich also der Schadensregulierungsbeauftragter für Frankreich mit dem Fall befassen. Binnen drei Monaten muss sich dann die Versicherung des französischen Unfallgegners bei dem deutschen Touristen melden und das weitere Vorgehen mit ihm besprechen.

Auslandsschadenschutz für Vielfahrer

Wer sich den ganzen Ärger sparen möchte, aber viel mit dem Auto in den Urlaub fährt, sollte über einen Auslandsschadenschutz nachdenken. Diesen Schutz bieten verschiedene Assekuranzen wie beispielsweise die Zurich oder die Allianz an. Wer einen Auslandsschadenschutz hat, wird bei einem Unfall nach deutschem Recht behandelt, egal, wo der Unfall sich ereignet hat. Die Absprachen mit der Versicherung des Unfallgegners übernimmt der eigene Versicherer.

Unnötige Gepäckversicherung

Die größten Reiseportal-Betreiber
HLX - Start am 7. Dezember 2012 Quelle: Screenshot
Platz 10: Travelocity Europe Quelle: Screenshot
Platz 9: Travix (BCD) Quelle: Screenshot
Platz 8: RTK-Gruppe Quelle: Screenshot
Platz 7: Comvel - Weg.de Quelle: Screenshot
Platz 6: TUI Deutschland Quelle: dpa
Platz 5: Holidaycheck
Platz 4: Opodo
Platz 3: Schmetterling Quelle: Screenshot
Platz 2: Expedia Quelle: Screenshot
Platz 1: Unister-Gruppe Quelle: Screenshot

"Die Gepäckversicherung ist eine Police, auf die Reisende eher verzichten können", sagt Wagner. Während des Fluges sind Koffer und Taschen über die Fluglinie bis zu einem Wert von rund 1200 Euro pro Gepäckstück versichert, mitunter haftet auch der Reiseveranstalter für das Gepäck, wenn es am Urlaubsort verloren geht. Bei einer Gepäckversicherung muss der Tourist bei einem Verlust beweisen können, dass er ausreichend auf sein Gepäck aufgepasst hat. Und da seien die Vorgaben sehr streng. "Da muss man sich den Koffer regelrecht ans Bein ketten, damit der Versicherungsfall eintritt", sagt Wagner.

In Arbeit
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Wer sein Gepäck nicht starr umklammert hält, muss sonst anteilig für den Schaden aufkommen, im schlimmsten Falle bleibt er voll auf den Kosten sitzen. "Bei kostspieligem Gepäck kann man über eine Gepäckversicherung nachdenken", sagt Wagner. allerdings seien Wertgegenstände oder elektronische Geräte davon ausgenommen. Ein weiterer Haken ist, dass die Gepäckversicherung lediglich den Ist- beziehungsweise Zweitwert ersetzt, bei einem Diebstahl greift sie oftmals gar nicht.

Haftung nur bei Einbruch, nicht bei Diebstahl

In diesem Fall zahlt aber auch die Hausratsversicherung nicht. Die greift nur bei einem Einbruch, nicht aber bei einfachem Diebstahl. Die Versicherung zahlt nur, wenn das Gepäck in einem Gebäude war. Kommt es dann zum Verlust, beispielsweise wegen eines Sturm oder wegen des besagten Einbruchs, erstattet sie den Neuwert. Bei der Hausrat sind Gepäckstücke seit rund 20 Jahren mitversichert. Allerdings liegt die Erstattungsgrenze bei zehn Prozent der Versicherungssumme - maximal 10.000 Euro.

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