Reiseversicherung Diese Versicherungen gehören ins Urlaubsgepäck

Schon bei der Buchung werden Urlaubern haufenweise Reiseversicherungen angeboten. Nicht alle davon gehören ins Gepäck. Welche sinnvoll sind und von welchen Lockangeboten Reisende lieber die Finger lassen.

Richtig versichert entspannt es sich am Strand leichter. Quelle: Marcel Stahn

Wer im Internet eine Pauschalreise bucht, kommt um die Versicherungsfrage nicht herum. Wer beispielsweise beim Reiseportal opodo eine neuntägige Reise nach Kreta bucht, bekommt noch vor der Angabe der Zahlungsdetails die passende Versicherung angeboten. Vom Vermarktungspartner HanseMerkur gibt es entweder die Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung für die entsprechende Reise zum Preis von 84 Euro oder gleich das Jahrespaket für 118 Euro. Auch wer keinen Versicherungsschutz wünscht, muss ein Häkchen setzen, um überhaupt zum Ende der Buchung zu gelangen. Viele Anbieter bieten auch ein Komplettpaket an, welches zusätzlich noch eine Reisekranken- und eine Gepäckversicherung enthält.  

Das Portfolio an kostenpflichtigen Schutzmaßnahmen für Urlauber ist groß. Doch bei vielen stellt sich die Frage, ob die zusätzlichen Ausgaben sich lohnen. Müssen Reisende wirklich jeden Schritt ihres Urlaubs versichern?

Im Gegenteil. Wie bei vielen anderen Versicherungen gilt auch hier das Motto „Weniger ist oft mehr“. Insbesondere von derartigen Pauschalangeboten raten Experten ab. „Bei Kombiprodukten sind die einzelnen Versicherungen und Tarife für den Verbraucher nicht frei wählbar“, sagt Birgit Brümmel von der Stiftung Warentest. Oft bekomme der Versicherte damit nicht den optimalen Schutz oder er kaufe Versicherungen ein, die er eigentlich gar nicht braucht.

Um trotzdem entspannt reisen zu können, bleibt dem Urlauber also nichts anderes übrig, als sich separat mit den einzelnen Versicherungen zu beschäftigen. Damit unnötige Policen die Urlaubskasse nicht belasten, geben wir einen Überblick über die wichtigsten Versicherungen:

Reisekrankenversicherung

Bergsteigen am 8000er im Himalaya, Ultra-Marathon in der Arktis oder Hai-Schwimmen auf Hawaii – die Urlaubswünsche vieler Touristen werden immer extremer, der Kampf um Individualität drängt viele zu riskanten Abenteuern. Damit steigt auch die Gefahr für Knochenbrüche oder Bisswunden.

Kein Wunder, dass der ADAC, einer der größten Anbieter für Reisekrankenversicherungen, immer mehr Schadensfälle zu vermelden hat. Im vergangenen Jahr fielen bei den gelben Engeln mehr als 14.000 Rücktransporte an – bei insgesamt knapp 53.000 Schadensfällen unter den Versicherten. 

Egal ob Abenteuerurlaub oder Pauschalreise auf die Balearen, die Reisekrankenversicherung gehört zu den wenigen Reisepolicen, die für die meisten Experten unbedingt ins Gepäck muss. „Die Reisekrankenversicherung ist die wichtigste Police unter den Reiseversicherungen“, sagt Brümmel. Wiege man Kosten und Risiken gegeneinander ab, komme man schnell zu dem Schluss, dass es sich mit der Police deutlich entspannter reist als ohne.

Denn im Ausland ist krank werden oft teuer. In Ländern wie den USA oder Australien sind die Kosten für eine Behandlung beim Arzt oder im Krankenhaus um ein vielfaches höher als in Deutschland. Selbst für einen kurzen Besuch beim Doktor aufgrund von Ohrenschmerzen werden schnell mehrere hundert Dollar fällig. „Urlauber, die nicht ausreichend versichert sind, verzichten im Zweifel aus Kostengründen auf eine notwendige Behandlung und gefährden damit langfristig ihre Gesundheit“, sagt Brümmel.

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