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Renditedruck Sicherheit hat bei der Rente Vorrang

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Aufsichtsbehörde prüft Leistungsfähigkeit

Die Riester-Irrtümer
Finanzamtschild Quelle: dpa
Stift auf einer Steuererklärung Quelle: dpa
Ein Sparstrumpf Quelle: dpa
Mann zeigt das Innere seiner Hosentaschen Quelle: dpa
Eltern spielen mit ihrem Sohn Quelle: dpa
Vater und Sohn sitzen an einem Fluss Quelle: dpa
Besucher beim Kongress Altervorsorge 2011 Quelle: dpa

Heinrich: Wir bewegen uns im Spannungsfeld von Sicherheit, Rendite und Liquidität. Mit Zero Bonds erzielen Sie noch eine ordentliche Rendite, aber Sie kommen an das Geld nicht heran, sind also nicht liquide. Ebenso eine Immobilie oder ein Grundstück. Bei der Blue Chip-Aktie bekommen sie hohe Renditen, sind liquide, aber die Sicherheit eines Werterhalts ist nicht gegeben. Allerdings können Sie sich das als Versicherer mit Garantiezusagen nicht leisten, denn die Rentner wollen jeden Monat ihr Geld. Die Sicherheit müssen wir deshalb in den Vordergrund stellen. Und die ist gewährleistet.

Was nützt die sichere Rente, wenn sie zu klein ist?

Heinrich: Es gibt für die Versicherten bei der Altersversorgung eine Priorisierung. An erster Stelle kommt die Sicherheit, dass ich später die versprochene Rente bekomme. An zweiter Stelle die Liquidität in Form einer monatlichen Rentenzahlung. Und an dritter Stelle die Rendite, die möglichst hoch sein soll. Wer in einer anderen Reihenfolge priorisiert, greift zu einem anderen Produkt. Nachbarn von mir im Rentenalter mit auskömmlicher Altersversorgung haben zum Beispiel kürzlich noch gebaut und wollten dazu einen offenen Immobilienfonds auflösen. Aber die zahlten nicht aus – Liquidität gleich null. Diese drei Faktoren bilden ein Spannungsverhältnis und der Sparer muss sich für eine Gewichtung entscheiden. Auch der Arbeitgeber will Sicherheit – für sich und seine Mitarbeiter. Was mich in unserer Branche fuchst, ist, dass wir uns immer auf den Vergleich mit den Banken einlassen. Da geht es immer nur um Rendite. Und Sicherheit und Liquidität wird wie selbstverständlich von uns erwartet. Das geht nicht.

Dass Sie statt hoher Abschlussprovisionen nur laufende Courtagen zahlen, dürfte aber mehr oder weniger einmalig in der Branche sein.

Wrobel: Das Modell hat tatsächlich kaum Schule gemacht. Die Vertriebler sind überwiegend auf Abschlussprovisionen fixiert. Die laufende Courtage ist im Lebensversicherungsgeschäft und bei den Pensionskassen der Lebensversicherer unüblich. Aber wir machen gute Erfahrungen damit. Unabhängige Vermittler, die sich für unsere Vergütungsform über viele Jahre entschieden haben, leisten eine dauerhaft gute Beratungsqualität.

Gute und schlechte Sofortrenten

Dafür ist ihre Pensionskasse mit fast 200 Millionen Euro verwaltetem Vermögen auch relativ klein. Fehlt da nicht die notwendige Masse für ihre Sicherheitsversprechen?

Wrobel: Größe ist nicht so entscheidend wie die Kostenstrukturen. Wir haben keine Vertriebsstrukturen mit Niederlassungen und Regionaldirektionen – die ja auch von den Versicherten finanziert werden müssen. Das machen wir nicht, sondern wir arbeiten nur mit unabhängigen Maklern zusammen, die eigenverantwortlich arbeiten. Dadurch haben wir niedrige Aufwendungen.

Heinrich: Das notwendige Maß an Sicherheit wird auch vom Gesetzgeber vorgegeben. Das Versicherungsgesetz schreibt uns Mischung, Streuung, jederzeitige Liquidität und bestmögliche Rendite vor. Vier nicht unter einen Hut zu bringende Eigenschaften sind damit gesetzlich vorgeschrieben. Damit müssen aber alle Lebensversicherer arbeiten. Die Aufsichtsbehörde achtet vor allem peinlich darauf, dass der Sicherheitsaspekt erfüllt ist. Wir müssen im Wortsinn zu jeder Tages- und Nachtzeit sicherstellen, dass das Vermögen, das wir verwalten, unsere Verpflichtungen be- oder besser überdecken. Wir überdecken und haben mehr als wir brauchen. Das ist bei uns nicht anders als bei Allianz, Ergo und Co. Da haben die Anbieter privater Vorsorge mittlerweile wenig Spielräume.

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