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Rente Die große Riester-Enttäuschung

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Der richtige Riester-Vertrag

Wirklich lohnend ist die Förderung für Geringverdiener und Sparer mit drei oder mehr Kindern. Bei ihnen haben die Zulagen einen echten Effekt. Allein die Steuer bringt selten Vorteile. Denn das Gegenstück der steuerfreien Einzahlungen in der Sparphase ist eine volle Besteuerung der späteren Riester-Rente. Diese muss also in voller Höhe mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden.

Normale, privat abgeschlossene und nicht staatlich geförderte Rentenversicherungen werden anders besteuert. Hier fällt nur auf einen geringeren Ertragsanteil der persönliche Steuersatz an. Letztlich wird die Besteuerung bei Riester schlicht in die Zukunft verschoben. Ein Vorteil entsteht nur dann, wenn die Steuersätze später, im Alter, deutlich geringer als in der Einzahlungsphase sind.

Das ist in der Praxis bislang in aller Regel so. Allerdings werden Rentner künftig auch höhere Steuersätze zahlen, weil auch die staatlichen Renten zunehmend nachgelagert, also bei der Auszahlung, besteuert werden.

Wer sich für einen Riester-Vertrag entscheidet, sollte möglichst ein kostengünstiges und renditestarkes Angebot wählen. Vor allem für jüngere Menschen kann ein Riester-Fondssparplan – keine fondsgebundene Rentenversicherung – sinnvoll sein. In vielen Fällen führt allerdings die staatlich vorgeschriebene Garantie, dass zu Rentenbeginn wenigstens die Summe aus Einzahlungen und Zulagen auf dem Riester-Konto liegen muss, dazu, dass nur ein sehr geringer Anteil des angesparten Guthabens in Aktien investiert wird. Der Rest liegt dann vergleichsweise sicher, aber niedrig verzinst in festverzinslichen Wertpapieren.

Der Riester-Fondssparplan des Berliner Start-ups fairr schneidet in dieser Hinsicht sehr gut ab. Hier liegt die Aktienquote gemäß der aktuell geplanten Portfoliostruktur noch 15 Jahre vor Rentenbeginn bei 55 Prozent. Bleiben noch 23 oder mehr Jahre bis zur Rente, würden sogar 91 Prozent des Geldes in Aktien stecken. Da bei fairr auch die Kosten moderat sind, fahren Sparer damit gut.

Auch die Axa-Kundin hat ihren Vertrag nun aufgegeben. Statt weiter in die teure Rentenversicherung einzuzahlen, spart sie in Zukunft mit einem Riester-Fondssparplan. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes im vergangenen Jahr kommen die Zulagen dann bald auch wirklich bei ihr an – und nicht mehr nur beim Anbieter.

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