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Rente Das Ungleichgewicht zwischen den Generationen nimmt zu

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Wo die zufriedensten Rentner wohnen

Je schneller Deutschland in diese demografische Falle läuft, desto stärker droht sich die Zufriedenheitsspanne zwischen Jüngeren und Älteren zu verschärfen. Hinzu kommt, dass die zunehmende Digitalisierung den Bedarf an Innovationen noch erhöht. Stellt sich die alternde Gesellschaft nicht darauf ein, droht eine langfristige Wachstumsschwäche.

Niedrige Zinsen belasten

Hinzu kommen die niedrigen Zinsen, die vor allem den Jungen die Aussicht auf den Ruhestand vermiesen. Viele sind verunsichert, ob und wie sich das Anlegen für den Ruhestand überhaupt noch lohnt. Auch der AXA Deutschland-Report zeigt ein stark gesunkenes Engagement bei der Vorsorge. Demnach haben sechs von zehn Beschäftigten damit bereits begonnen. Vor zehn Jahren waren es noch 82 Prozent gewesen. Die entstehende Lücke ist den Beteiligten allerdings durchaus bewusst. Bundesweit halten sie im Schnitt einen monatlichen privaten Vorsorgeaufwand von 412 Euro für nötig, legen aber durchschnittlich nur 257 Euro pro Monat zurück.

Was von der Privatrente übrigbleibt
Die sinkenden Renditen bei der Lebensversicherung sind ein Aufreger-Thema in Deutschland. In der Ansparphase erwirtschaften die Gesellschaften heute kaum mehr als sie durchschnittlich an Garantien für ihre Kunden bereithalten müssen. Verbraucherschützer raten Kunden daher seit Jahren, ihr Geld separat anzusparen – und erst zum eigentlichen Rentenantritt an eine Rentenversicherung abzutreten, die dann das Langlebigkeitsrisiko übernimmt. Je besser eine Gesellschaft ab dann wirtschaftet und anlegt, desto höher fällt die Sofortrente aus. Ein aktueller Map-Report hat sich angesehen, welche Versicherer bei der Sofortrente in der Vergangenheit am besten abgeschnitten haben. Quelle: dpa
Die zentrale Frage des Map-Reports lautet: Was hat der Versicherer aus der Einmalzahlung machen können? Oder genauer: Wie viel haben Kunden an monatlicher Rente ausbezahlt bekommen, wenn sie 1995 (und auch 2000 und 2005) 50.000 Euro Einmalzahlung an eine Rentenversicherung gegeben haben? Bei der dynamischen Variante, bei der ein einmal erreichtes Rentenniveau nicht mehr unterschritten werden darf, liegt die Debeka an erster Stelle. In den 20 Jahren 1995 bis heute haben sich die Rentenzahlungen auf 98.749 Euro aufsummiert – das sind knapp 9.000 mehr als der Durchschnitt. 464,53 Euro monatlich bezahlt sie ihren Kunden seit dem 1.1.2015 aus. Quelle: dpa
Nach der Debeka rangiert die Cosmos Versicherung auf dem zweiten Platz bei den dynamischen Renten über 20 Jahre. Bei ihr wurden aus 50.000 Euro Einmalzahlung 94.672 Euro oder 417,26 Euro Rente seit dem 1.1.2015. Der Map-Report sieht das Modell, das die Renten dynamisch an die Entwicklung der Überschüsse anpasst, allerdings kritisch: Im Niedrigzinsumfeld der vergangenen Jahre habe kaum ein Versicherer mehr die Rentenzahlungen anheben können. Der Grund: Wegen der Niedrigzinsen gehen die Überschüsse seit längerem kontinuierlich zurück. Quelle: Screenshot. Quelle: Handelsblatt Online
Platz drei bei den dynamischen Sofort-Renten über 20 Jahre belegt die Württembergische. Sie machte aus einst 50.000 Euro nach 20 Jahren 93.850 Euro oder 421,87 Euro Rente ab dem 1.1.2015. Die mit Abstand meisten Teilnehmer der Untersuchung meldeten Daten zur dynamischen Rentenversicherung, heißt es im Map-Report – „aus gutem Grund“. Denn es sieht besser aus, wenn die Rentenleistungen im dynamischen Modell – trotz Niedrigzinsen – zumindest konstant bleiben. Quelle: dpa
Wie stark die „erzwungene“ Rentengarantie im dynamischen Modell die Wirklichkeit verzerrt, wird bei den Gewinnern Debeka, Cosmos und Württembergische besonders sichtbar. „Während die dynamische Rente steigt oder zumindest das erreichte Niveau hält, rauscht der konstante Vertrag ab dem Jahr 2002 in den Keller“, so der Report. Bei der Cosmos sinkt die Monatsrente von 2002 bis 2005 von 407 Euro um 69 Euro auf 338 Euro. Bei der Württembergischen sinkt die Rente im selben Zeitraum um 71 Euro, bei der Debeka sogar um 93 Euro. Quelle: dpa
„Unter den gegeben Bedingungen sind die Ergebnisse der Rentenleistungen der Lebensversicherer bemerkenswert gut“, heißt es im Map-Report. Dies gilt allerdings vor allem für den Fall, bei dem die Sofortrentenzahlungen seit 1995 laufen. Je später der Versicherer mit der Rentenzahlung begonnen hat, umso eher schlägt sich das Niedrigzinsumfeld auf die Ergebnisse nieder – und umso länger muss ein Vertrag laufen, damit der Kunde seine Einmalzahlung wiedersieht. Quelle: dpa
Recht komfortabel sieht es also bei Rentenzahlungen aus, die nach einer Einmalzahlung von 50.000 Euro, bereits ab 1995 bezahlt werden. Bei der Rente mit konstantem Überschusssystem erreicht – laut Map-Branchenvergleich – ein Mustervertrag ab 1995 nach zehn Jahren und neun Monaten einen positiven Saldo zwischen Ein- und Auszahlungen. Länger dauert es bei der dynamischen Rente: Dort muss ein Kunde sich elf Jahre und acht Monate gedulden, bis er sein Eingezahltes wiedersieht. Quelle: dpa

Nicht nur die Unsicherheit, auch die monatlichen Sparbeiträge zur privaten Altersvorsorge sind im Osten Deutschlands am niedrigsten. Nur 178 Euro investieren die Sachsen durchschnittlich in ihre private Altersvorsorge. Zum Vergleich: die Saarländer sparen mit 345 Euro den höchsten Betrag. Die Tendenz dürfte auch bei der Vorsorge fürs Alter eher negativ ausfallen. „Sechs von zehn Erwerbstätigen schließen wegen der niedrigen Zinsen keine neuen Vorsorgeverträge mehr ab“, schreibt die AXA in ihrem Report.

Offenbar ist die Unsicherheit in Sachen Altersabsicherung eng mit der Form der Vorsorge verknüpft. Relativ optimistisch in Sachen Rente sind vor allem die Erwerbstätigen im Saarland und in Baden-Württemberg – gleichzeitig ist in diesen beiden Bundesländern auch der Anteil derer am höchsten, die auf ein Eigenheim als Altersvorsorge setzen. Jeweils zwei Drittel der Saarländer und Baden-Württemberger gehen davon aus, mit ihren eigenen vier Wänden gut auf die Rente vorbereitet zu sein. Gleichzeitig befürchten laut AXA Deutschland-Report Sparer ohne eigene Immobilie bundesweit rund doppelt so häufig, im Alter nicht ausreichend Geld zu haben, wie Immobilienbesitzer.

Typische Irrtümer von Riester-Sparern

Stimmungskiller in Bayern

Auch wenn die Erwerbstätigen in Baden-Württemberg und Saarland noch am positivsten in die finanzielle Zukunft als Rentner schauen, sind sie im bundesweiten Vergleich nicht unbedingt die zufriedensten Rentner. Am positivsten überrascht sind die Ruheständler laut AXA-Report in Bremen und Rheinland-Pfalz, dort sind jeweils vier von fünf Rentner der Meinung, ihre Lebensqualität sei besser geworden oder zumindest gleich geblieben. Ein Stimmungskiller ist der Ruhestand dagegen in Bayern und Thüringen, fast jeder dritte Befragte erklärt, sein Lebensstandard habe sich verschlechtert.

Vorsorge



Perspektivisch sind die Aussichten in Sachen Altersvorsorge in Deutschland nicht rosig. In die demografische Falle sind wie längst reingetappt, und auch die niedrigen Zinsen dürften uns noch eine Weile begleiten. Bisher macht die Europäische Zentralbank (EZB) keine Anstalten, ihre geldpolitische Richtung zu verändern. Das Vorsorge-Dilemma der Erwerbstätigen dürfte damit zunehmen.

Sie haben es im Niedrigzinsumfeld nicht nur schwerer, ausreichend vorzusorgen, sondern müssen auch immer mehr Ruheständler finanzieren. Belastend hinzu kommen die ökonomischen Folgen des demografischen Wandels - je schwächer das Wachstum, desto geringer die Lohnsteigerungen, desto höher die Arbeitslosigkeit, desto problematischer die Altersvorsorge.

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