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Rentenversicherung warnt So hat die Rente (keine) Zukunft

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Was die Politik wirklich angehen müsste

Das Problem ist nur: es ist kaum Gutes zu erwarten. Die Ideen kreisen vor allem um Leistungsausweitungen; an nachhaltige Strukturreformen denkt niemand. Und das, obwohl die Finanzreserven der Rentenversicherung von derzeit noch über 30 Milliarden Euro bis Ende des Jahrzehnts ohnehin verfrühstückt sein werden. Der alternden Gesellschaft und der spendierfreudigen Regierung sei Dank.

Auch wenn Axel Reimann das nie so deutlich sagen würde: Besonders die Fixierung der Debatte auf ein höheres Rentenniveau sieht er mit Sorge – weil es kaum finanzierbar ist. „Ein um ein Prozentpunkt höheres Rentenniveau bedingt eine Erhöhung des Beitragssatzes um einen halben Prozentpunkt“, sagt er.

Die 10 schlimmsten Fehler bei der Vorsorge
Schlecht informiertDie Deutschen kaufen Autos, Computer, Küchengeräte und gehen auf Reisen. Vor dem Kauf werden oft zahlreiche Testberichte gelesen. Geht es allerdings um Versicherungen und die eigene Vorsorge, sieht dies anders aus. Dabei sind ausreichende Informationen wichtig, um teure Fehlabschlüsse zu vermeiden. Quelle: Institut GenerationenBeratung IGB Quelle: Fotolia
Lückenhafte VorsorgeOft werden einzelne, wichtige Teile der Altersvorsorge vergessen. Dazu gehören: 1) individuelle Vorsorgevollmacht 2) Patientenverfügung 3) Klärung der Finanzen im Pflegefall 4) Testament Quelle: Fotolia
Die falschen Berater„Freunde, Familie und Bekannte in alle Vorsorgefragen einzubeziehen, ist wichtig und stärkt die Bindung zueinander. Doch sich allein auf ihren Rat zu verlassen, wäre fatal“, sagt Margit Winkler vom Institut GenerationenBeratung. Denn nur ausgebildete Finanzberater könnten auch in Haftung genommen werden. Sie sind verpflichtet, alle besprochenen Versicherungen und Vorsorgeprodukte zu dokumentieren. Quelle: Fotolia
Vorsorge ist nicht gleich VorsorgeJeder sollte seine Altersvorsorge an seine eigenen Bedürfnisse anpassen, pauschale Tipps von Beratern oder Freunden taugen in der Regel wenig. Je nach Familiensituation können andere Versicherung und Vorsorgeleistungen wichtig sein. „Vor allem in Patchwork-Situationen oder bei angeheirateten Ehepartnern gelten andere Spielregeln in der Vorsorge", sagt Winkler. Quelle: Fotolia
Schwarze Schafe Deshalb ist bei der Auswahl des Beraters Vorsicht geboten, in der Branche sind schwarze Schafe unterwegs. Geht ein Berater nicht auf die persönliche Situation ein oder preist ein bestimmtes Produkt besonders an, sollten die Kunden hellhörig werden.
Informiert ins GesprächWer Fehlern im Zuge von Falschberatung entgehen will, der muss sich vorher selber informieren. Je besser der Kunde im Beratungsgespräch selber informiert ist, desto eher kann er schlechte Berater enttarnen. Quelle: Fotolia
Vorsorge-FlickenteppichBeraterin Winkler warnt davor, zu viele Verträge bei vielen verschiedenen Beratern abzuschließen. Am Ende drohten Versicherte, den Überblick zu verlieren, besser sei eine ganzheitliche Lösung, die auf die individuelle Situation abgestimmt ist. Quelle: Fotolia

Konkret: Wer das Niveau der gesetzlichen Rente in Zukunft auf 50 Prozent heben will, müsste allen Angestellten einen Beitragssatz von mehr als 22 Prozent des Lohns zumuten. Das hieße deutlich weniger netto von brutto – und sehr wahrscheinlich auch Arbeitsplatzverluste.

Rente mit 67 muss erstmal Regelfall werden

Zumal alle Sozialversicherungsbeiträge zusammen 2017 ohnehin wohl wieder über die 40-Prozent-Marke steigen werden. Die Belastung ist heute schon – trotz der historisch hohen Rekordbeschäftigung, wohlgemerkt – recht hoch.

Man müsse, sagt Reimann, viel stärker darauf achten, wie es Menschen überhaupt gelingt, länger zu arbeiten. Anders gesagt: Bevor über die Rente mit 69 oder 70 auch nur nachgedacht wird, muss die Rente mit 67 erst einmal zur Regel werden. Zwar habe man in den vergangenen Jahren „durchaus beachtliche Erfolge zu verzeichnen“, meint der Präsident der Rentenversicherung. Aber noch immer liegt das Durchschnittsalter für Neu-Ruheständler bei knapp 64 Jahren – und eben nicht bei 67.

Der Demografie-Experte Axel Börsch-Supan vom Münchner Max-Planck-Institut unterstützt diese Linie: „Nötig sind eine bessere Gesundheitsvorsorge, Präventionsoffensiven und Umschulungsangebote gerade für die über 50-Jährigen“, sagt er.

Das große Problem ist nur: Im Gegensatz zu Riester-Zoff oder Rentenniveau-Debatten wäre das verdienstvolle, mühsame Grundlagenpolitik. Wahlkämpfe gewinnt man damit leider keine.

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