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Riester-Rente Was bringt die höhere Zulage wirklich?

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Wir rechnen nach

Frage: Im Artikel haben Sie geschrieben, dass die Riester-Förderung vielen Sparern keine hohen Renditen bringt. So haben Sie für verschiedene Musterfälle Renditen einer klassischen Riester-Rentenversicherung genannt. Und dabei für 30.000, 52.500 oder 100.000 Euro Einkommen Nettorenditen genannt. Diese hätten nach 85 Jahren Lebensdauer zwischen -0,6 und -1,1 Prozent pro Jahr gelegen. Erst bei Berücksichtigung der unverbindlichen Überschüsse hätten die Renditen zwischen 1,4 und 2,0 Prozent pro Jahr gelegen. Und erst bei einem Lebensalter von 95 Jahren hätten auch die garantierten Renditen wenigstens 0,8 bis 1,3 Prozent pro Jahr erreicht. Diese Werte sind für mich nicht nachvollziehbar. Wie kommt die Berechnung zustande?

Antwort: Die Berechnung basiert auf einer Gegenüberstellung der Nettoeinzahlungen (nach Abzug von Zulagen und zusätzlichem Steuervorteil) und der Nettoauszahlungen (nach Abzug der Steuer auf die Bruttorenten). Die Renditen wurden als sogenannter interner Zinsfuß ermittelt, das heißt: Wir berechnen, welche Verzinsung auf das durchschnittlich im Vertrag eingezahlte Geld erzielt wird. Der Rentenbeginn ist mit 67 Jahren angesetzt. Alle Riester-Sparer zahlen dabei 2100 Euro ein, berechnet auf Basis einer Riester-Rentenversicherung der Allianz (Tarifart Klassik). Für die Rentenphase wurde ein um zehn Prozentpunkte niedrigerer Steuersatz als in der Einzahlungsphase angenommen.

Da die Rendite natürlich vom letztlich erreichten Lebensalter abhängt, wurde die Rendite jeweils mit 75, 85 und 95 Jahren berechnet. Die Detailergebnisse und auch einige Angaben zur Methodik finden Sie in diesem Artikel.

Frage: Was hat die WirtschaftsWoche eigentlich gegen die Riester-Rente? Warum fahren Sie einen Anti-Riester-Kurs?

Antwort: Wir haben gar nichts gegen die Riester-Rente. Nur werden die Chancen einer Riester-Rente oft übertrieben positiv dargestellt. Wir rechnen nach und stellen dann die Ergebnisse dar. Richtig ist, dass wir im Ergebnis schon 2009 – als die meisten Medien der Riester-Rente gegenüber noch sehr positiv eingestellt waren – in der Titelgeschichte „Die Riester-Lüge: Warum sich die beliebteste Altersvorsorge für viele nicht lohnt“ kritisch über Riester berichtet haben. Sobald es positives über Riester zu berichten gibt, machen wir aber auch das gerne. So haben wir in einem großen Artikel dargestellt, welche Riester-Fondssparpläne aus unserer Sicht lohnend sein können und warum andererseits viele Riester-Fondssparpläne ihre theoretischen Vorteile in der Praxis nicht ausspielen.

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