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Rohstoffe Wie Anleger von steigenden Agrarpreisen profitieren

Weizen, Soja, Kakao: Die Rohstoffe für unser Essen werden teurer. Welche Rolle Spekulanten dabei spielen, was die Preise dauerhaft treibt, wie Anleger davon profitieren können und warum viele vermögende Deutsche Ackerland kaufen.

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Rinder auf dem neuseeländischen Mount Eden Quelle: Getty Images

Am anderen Ende der Welt jagt Detlef Schön Milchkühe. Der ehemalige Landwirt sucht für superreiche Deutsche und den Vermögensverwalter Aquila Capital auf der Südinsel Neuseelands Milchvieh-Farmen. 100 Millionen Euro hat er so bereits investiert.

"Wir sind an Farmen interessiert, die wir deutlich produktiver machen können", sagt er. Sieben Prozent Rendite vor Steuern sollten die Kühe schon abwerfen. Obendrauf kommt, so hoffen seine Kunden, noch der Wertzuwachs der Farm – und das gute Gefühl, nicht in windige Papiere, sondern in handfeste Werte investiert zu haben. Dafür müssen die betuchten Käufer umgerechnet etwa 15.000 Euro je Hektar (10.000 Quadratmeter) hinlegen, im Schnitt rund fünf Millionen Euro je Farm.

Schöns Geschäft läuft gut. Jetzt hat er Schafzüchter im Visier. "In den vergangenen Jahren ließ sich mit Lammfleisch wenig verdienen, es gab ein Überangebot", sagt er. Inzwischen seien die Preise aber so stark gestiegen, dass sich mit Schaffarmen wieder gute Renditen erzielen lassen.

Preissprünge bei Weizen, Reis und Zucker

Nicht nur Lammfleisch ist teurer geworden. Weizen, Reis, Zucker oder Kaffee haben heftige Preissprünge hinter sich. McDonald’s kündigte gerade wegen gestiegener Rohstoffpreise Preiserhöhungen an. Im Supermarkt kostet ein Pfund Kaffee 50 Cent mehr als im Vorjahr; acht Cent von dem Euro, den der Bäcker um die Ecke für ein Baguette nimmt, kostet der Weizen, 2009 waren es noch vier Cent.

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    Wegen vier Cent geht in Deutschland niemand auf die Straße. Anderswo schon: Am Anfang der Revolte in Tunesien standen Proteste gegen steigende Lebensmittelpreise. In Algerien dämmte die Regierung mit Preissenkungen für Reis und Mehl Proteste ein.

    Spekulanten am Pranger

    Politiker haben Spekulanten als Schuldige für die steigenden Preise ausgemacht. "Lebensmittel dürfen nicht zum Objekt von Zockern werden", wettert Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will gegen Hedgefonds vorgehen, die an Terminbörsen auf steigende Preise wetten. Tatsächlich sind 98 Prozent der an der weltgrößten Terminbörse Chicago Board of Trade (CBoT) abwickelten Geschäfte mit Agrarrohstoffen reine Finanztransaktionen. Zu beweisen, dass diese die realen Preise treiben, scheint fast unmöglich. Die EU-Kommission schaffte es jedenfalls nicht. In der vergangenen Woche wollte sie eine Studie präsentieren, in der sie Spekulanten von dem Vorwurf der Preistreiberei freisprach – mangels Beweisen. Der Termin wurde allerdings abgesagt, auf Druck von Sarkozy, dem das Ergebnis nicht passte.

    Perfektes Feindbild für Politiker ist etwa der britische Hegdefondsmanager Anthony Ward. Im vergangenen Jahr kaufte er für eine Milliarde Dollar 240.000 Tonnen Kakao, etwa sieben Prozent der Welternte. Ihn deshalb für den Preisauftrieb bei Kakao verantwortlich zu machen ist dennoch absurd: An der Elfenbeinküste herrscht Bürgerkrieg. 40 Prozent des weltweit exportierten Kakaos aber stammen aus dem westafrikanischen Land.

    Grafik: Entwicklung von Wltbevölkerung, Molkereiprodukten und Grundnahrungsmitteln seit 1990

    Spekulanten an den Agrarbörsen schaffen es nicht, bestehende Trends zu drehen. Sie springen aber auf einen bestehenden Trend auf und können ihn verstärken – dies durchaus in beide Richtungen. Aktuell signalisieren die Futures auf den Terminmärkten für Mais, Kaffee, Baumwolle oder Zucker auf Sicht von zwölf und mehr Monaten eine Entspannung – und wehe dem Spekulanten, der sich hier dagegenstemmt und verliert.

    Spekulanten wurden auch für den Anstieg des Reispreises verantwortlich gemacht. Dabei wird Reis an Terminmärkten kaum gehandelt. Im Dezember 2010 etwa wurden an der CBoT 700-mal mehr Orders auf Mais als auf Reis abgegeben.

    In der Praxis wird das Reisgeschäft von einer Handvoll Händlern und den Regierungen Südostasiens kontrolliert. Nicht die Spekulanten gaben 2007 den Startschuss zur Reis-Rally, sondern die Regierungen. Die Philippinen, einer der weltweit größten Reisexporteure, horteten riesige Mengen Reis aus Angst vor Hungeraufständen. Thailand und Indien verhängten ein Exportverbot. Der Reispreis stieg weiter, in Ägypten und Kamerun kam es deswegen zu Unruhen. Als sich abzeichnete, dass genug Reis auf dem Weltmarkt war, er nur falsch verteilt war, leerten die Asiaten ihre Lager, und der Reispreis brach ein – ganz ohne Spekulanten.

    Schwer kalkulierbare Faktoren

    Ähnliches wiederholt sich aktuell in Nordafrika, wo Regierungen aus Angst vor weiteren Protesten jetzt Getreide einkaufen und so den Weizenpreis treiben.

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      Preise an den Agrarmärkten, und das macht die Spekulation riskant, werden von einer Unmenge schwer kalkulierbarer Faktoren bestimmt: Lagerbestände, Handelsbeschränkungen, politische Einflussnahme, Veränderung von Verbrauchsgewohnheiten. Dominierend aber sind Hitze, Frost und Niederschläge. "Ernteerträge werden zu 70 Prozent vom Wetter beeinflusst", sagt Ralf Oberbannscheidt, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Global Thematic Partners.

      So geht der jüngste Preisanstieg bei Weizen auf Ernteausfälle nach der Dürre in Russland und den Überschwemmungen in Australien zurück. Trockenes Wetter in Südamerika und dem Westen der USA könnten die Knappheit weiter verschärfen. Die Wetterereignisse stehen im Zusammenhang mit dem Phänomen La Niña, das durch niedrige Temperaturen an der Meeresoberfläche ausgelöst wird.

      Knappheit durch Biosprit

      "La Niña sorgt im westlichen Pazifik für starke Regenfälle und Trockenheit in Südamerika und ist so stark wie etwa seit 40 Jahren nicht mehr", sagt Eliane Tanner, Rohstoffanalystin bei der Schweizer Bank Sarasin.

      Klimaforscher sagen generell eine Zunahme von Dürreperioden, Überschwemmungen und Stürmen voraus, begleitet von Ernteausfällen und Transportproblemen.

      Die Bekämpfung von Klimaveränderung führt zu neuen Knappheiten: Für eine 100-Liter-Tankfüllung eines Geländewagens mit Ethanol etwa werden 240 Kilogramm Mais benötigt. Damit könnte ein Mensch ein Jahr lang ernährt werden. Wird er aber nicht, weil höhere Energiepreise und Subventionen die Produktion von Biokraftstoffen immer weiter in die Höhe treiben. Die Agrarsupermacht Brasilien verarbeitet bereits die Hälfte ihrer Zuckerrohrproduktion zu Bioethanol, die USA rund 40 Prozent ihrer Maisernte.

      Weltweit, vom deutschen Raps bis zum asiatischen Palmöl, entstehen problematische Monokulturen. Der Anbau von Nutzpflanzen für Energiezwecke konkurriert mit der Nahrungsmittelproduktion um das knappe Gut Boden – ein preistreibender und ethisch kaum vertretbarer Faktor.

      Grafik: Warum die Agrarpreise steigen

      Fragwürdig ist auch das Argument, Biokraftstoffe leisteten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Richtig ist, dass beim Verbrennen pflanzlicher Rohstoffe nur so viel Kohlendioxyd entsteht, wie die Pflanzen zuvor durch Fotosynthese aufgenommen haben. Nur verschlingt die Produktion von einjährigen Kulturpflanzen wie Mais große Mengen Dünger und Pflanzenschutzmittel, für deren Erzeugung wiederum viel Energie benötigt wird.

      Dass sich moralische oder ökologische Bedenken durchsetzen werden, ist unwahrscheinlich. Die US-Regierung arbeitet daran, sich von den Ölscheichs unabhängiger zu machen. Erst kürzlich beschloss sie, den Treibstoff E15, dem 15 Prozent Bioethanol beigemischt sind, auch für ältere Fahrzeuge zuzulassen. In Deutschland wurde E10 an den Zapfsäulen eingeführt, das zehn Prozent Bioethanol enthält.

      Mehr Menschen müssen essen

      Selbst wenn der Klimawandel weniger heftig ausfällt als erwartet, sprechen weitere langfristige Trends für steigende Preise (siehe Grafiken Seite 93). Wichtigster Preistreiber ist das Bevölkerungswachstum. Mitte dieses Jahres wird die Weltbevölkerung die Schwelle von sieben Milliarden Menschen überschreiten. Die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) rechnet bis 2050 mit 9,1 Milliarden Menschen.

      Um zusätzlich gut zwei Milliarden Menschen zu versorgen, müssen laut FAO im Jahr 2050 weltweit doppelt so viele Lebensmittel produziert werden wie heute. „Doch schon seit Jahren wächst die Agrarproduktion langsamer als die Weltbevölkerung“, sagt Jochen Hitzfeld, Rohstoffanalyst bei UniCredit.

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        Auf der Erde drängen sich nicht nur mehr Menschen, sie essen auch mehr. „Der wachsende Mittelstand in Asien kann sich höherwertige Lebensmittel leisten“, sagt Bryan Agbabian, Fondsmanager bei Allianz Global Investors. In China und Indien leben rund 37 Prozent der Weltbevölkerung. Deren Ess- und Konsumgewohnheiten wandeln sich. Der chinesische Kaffeekonsum zum Beispiel steigt jährlich um 20 Prozent, der Pro-Kopf-Verbrauch liegt dennoch erst bei 22 Gramm pro Jahr. In Taiwan sind es hingegen 522 Gramm, jeder Deutsche brüht mehr als 6600 Gramm Kaffee im Jahr auf.

        Knappheiten vorprogrammiert

        Auch zieht mit wachsendem Einkommen tendenziell der Konsum fetthaltiger Produkte wie Milch, Öle, Fisch und Fleisch an. Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank: "Vor 30 Jahren aß jeder Chinese etwa zehn Kilogramm Fleisch pro Jahr, heute sind es bereits rund 60 Kilo." Zum Vergleich: Jeder Deutsche verspeist 83 Kilo Fleisch pro Jahr, jeder Amerikaner im Schnitt gar 130 Kilo.

        Mit wachsendem Fleischkonsum steigt der Bedarf an Weidegrund, zulasten von Ackerland. Letzteres aber wird benötigt für den Anbau von Soja oder Mais als Tierfutter. Wie immer die Ressourcen verteilt werden – Knappheiten und damit langfristig steigende Preise sind programmiert.

        Kaffeebohnenernte in Nicaragua Quelle: AP

        Als Konsumenten können wir uns entweder über die steigenden Preise ärgern, oder auch ein Stück weit an der Agrar-Rally mitverdienen: kurzfristig, mit Wetten auf steigende Preise einzelner Rohstoffe, beispielsweise über Zertifikate. Der Preisanstieg des Kaffee-Zertifikats kompensiert dann, wenn es gut läuft, die stärkeren Ausgaben – ohne dass sich ein Anleger dann gleich als Profiteur des Welthungers fühlen muss. Derartige Wetten sind machbar, aber riskant. Langfristig erfolgversprechender sind Investments in Agraraktien oder Agrarfonds.

        Der Preis pro Hektar US-Farmland hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Auch in Deutschland und Osteuropa, etwa im Baltikum und Rumänien, ziehen die Bodenpreise an. Prominente Reiche wie Karstadt-Investor Nicolas Berggruen (Ackerland in Australien) oder Hedgefondsgründer George Soros (Zuckerrohrplantagen in Südamerika) investieren in Land, ebenso Pensionsfonds. So investiert der US-Pensionsfonds TIAA-CREF zwei Milliarden Dollar in Agrarflächen. Der kalifornische Fonds Calpers kauft sich seit 2002 in die Landwirtschaft ein. Calpers hält beispielsweise 1500 Hektar kalifornische Weingüter.

        Investieren in Farmland

        Investments in Farmland sind kein Privileg für Millionäre und Pensionskassen. Eine Reihe von Landbesitzern sind börsennotiert. Die argentinische Cresud etwa besitzt 20 Farmen und bewirtschaftet 340.000 Hektar Land, davon etwa ein Viertel als Pächter. Produziert werden Mais, Sojabohnen, Sonnenblumen, Weizen, Fleisch und Milch. Der Viehbestand umfasst rund 95.000 Rinder.

        Die deutsche KTG Agrar ist mit gut 30.000 Hektar in Ostdeutschland und Litauen zwei Nummern kleiner. KTG Agrar baut hauptsächlich Getreide an. Das Unternehmen profitiert nicht nur vom steigenden Weizenpreis, sondern auch vom wachsenden Interesse privater Investoren an Ackerland. So bewirtschaften die Hamburger zwei Betriebe in Rumänien mit einer Anbaufläche von zusammen 7000 Hektar. Das Geld für den Kauf stammt von deutschen Privatanlegern.

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          Ebenfalls in Rumänien aktiv ist die noch einmal deutlich kleinere deutsche Agrarius. Alle diese börsennotierten Farmwerte sind keine reinen Landbesitzer. Cresud besitzt eine Immobiliensparte, KTG produziert unter anderem Biogas. Agrarius bewirtschaftet zwar 3700 Hektar, davon sind aber nur 140 Hektar Eigentum der Gesellschaft, der Rest ist gepachtet.

          Agrarzulieferer mit Chancen

          Reinrassige Land-Investments ermöglichen geschlossene Fonds. Über den vom Hamburger Vermögensverwalter Aquila gemanagten AgrarInvestIII können sich Anleger ab 15.000 Euro an Milchfarmen beteiligen. Ebenfalls auf Anlegersuche ist die Hamburger Berenberg Bank, deren Fonds Farminvest 2 in Farmland in Kalifornien und am Mississippi investiert.

          Anleger von geschlossenen Agrarfonds sind allerdings für mehrere Jahre gebunden. Um das Risiko innerhalb des Gesamtvermögens sinnvoll zu streuen, sollten sie nicht mehr als zwei bis drei Prozent in einen geschlossenen Fonds investieren. Bei einer Beteiligung von 15.000 Euro sollte ein Anleger also mindestens eine halbe Million Euro auf der hohen Kante haben.

          Mehr Auswahl als bei den börsennotierten Ackerbesitzern haben Anleger bei Agrarzulieferern. Auch deren Perspektiven sind gut: Weil landwirtschaftliche Nutzfläche sich nicht beliebig vermehren lässt, muss die verfügbare Fläche immer mehr Menschen ernähren: Noch 1960 standen pro Kopf der Weltbevölkerung 0,44 Hektar Ackerland zur Verfügung. Im Jahr 2000 waren es knapp 0,22 Hektar pro Kopf, und 2050 werden es nach Prognosen der FAO voraussichtlich nur noch etwa 0,15 Hektar sein. Bauern und Farmer müssen produktiver werden – mithilfe von Dünger, leistungsfähigerem Saatgut und Maschineneinsatz.

          Syngenta-Mitarbeiter auf einem Quelle: dpa/dpaweb

          Generell gilt: Je höher die Agrarpreise, desto mehr können Farmer in die Produktivität ihrer Äcker investieren. Nach 2008 brach der Preis für Düngemittel infolge der Finanzkrise von 500 auf etwa 300 Dollar je Tonne ein. Jetzt, nach den Preissteigerungen bei Weizen, sollten die Düngemittelpreise weiter anziehen. Profitieren dürften etwa der deutsche Düngemittelkonzern K+S und die kanadische Potash, die Zugriff auf die weltgrößten Vorkommen von Kalisalzen hat.

          Agrochemiker wie die Schweizer Syngenta versprechen mithilfe von Pflanzenschutzmitteln reichere Ernten. Um Feldern mehr Erträge abzuringen, benötigen Bauern auch besseres Saatgut. Vor allem grüne Gentechnik soll Nutzpflanzen resistenter gegen Frost und Dürre machen. Wer sein Saatgut verwendet, müsse weniger düngen und spritzen, verspricht Branchenprimus Monsanto. Allerdings ist die grüne Gentechnik noch nicht völlig ausgereift. 2005 etwa führte genmanipuliertes Saatgut für Baumwolle von Monsanto zu Missernten bei indischen Kleinbauern. Die indische Regierung verbot daraufhin den Verkauf der betroffenen Sorten. Anleger, denen Monsanto zu umstritten ist, finden in KWS Saat eine Alternative.

          China kauft Flächen an

          Steigende Agrarpreise helfen auch den Maschinenanbietern. "Zusätzliche Einnahmen werden Farmer in neue Landmaschinen stecken", sagt Fondsmanager Jörg Dehning vom Münchner Vermögensverwalter DJE Kapital. In der Finanzkrise hätten die Landwirte kaum Kredite bekommen und Investitionen zurückgestellt. Profitieren dürfte zum Beispiel der US-Treckerbauer Deere.

          Dünger, Saatgut und Traktoren können Erträge steigern. Um die Welt in Zukunft satt zu bekommen, wird das nicht reichen. 120 Millionen Hektar neue Ackerflächen werden gebraucht, schätzt die FAO. Landwirtschaflich nutzbare Flächenreserven liegen vor allem südlich der Sahara und in Lateinamerika. Sie wurden noch nicht erschlossen, weil die westliche Agrarpolitik, die Bauern in der EU und den USA vor Wettbewerb schützen sollte, diese Regionen durch Zölle vom Welt-Agrarhandel ausgeschlossen hat.

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            Anbaufläche in Schwellenländern

            Für den Wieder-Anschluss sorgen jetzt China und die arabischen Ölstaaten, die stark von Importen abhängig sind. Das International Food Policy Research Institute schätzt, dass Staaten, die ihre Lebensmittelversorgung sicherstellen wollen, zwischen 15 und 20 Millionen Hektar Anbaufläche in Schwellenländern kaufen werden.

            Weniger finanzstarken Ländern wie Indonesien oder Algerien fehlt dazu das Kapital. Dafür stocken beide aktuell ihre Reis- und Weizenvorräte auf – wohl auch, um bei Unruhen das Volk besänftigen zu können. Ähnliche Vorzeichen gab es auch 2008. Anschließend ging dann der Reispreis durch die Decke.

            Die Agrar-Rally ist noch nicht gelaufen.

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