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Sozialgericht Klage gegen Gesundheitskarte abgewiesen

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Deutsche fürchten hohe Kosten

Zurück in die gesetzliche Krankenkasse
Grafik Wechsel zwischen Privaten und Gesetzlichen Krankenversicherungen
Frau am Schreibtisch Quelle: Picture-Factory - Fotolia.com
Büro Quelle: Picture-Factory - Fotolia.com
Agentur für Arbeit Quelle: dapd
Mutter mit Kind Quelle: diego cervo - Fotolia.com
Senioren auf einer Parkbank Quelle: dapd

Seit 1. Oktober 2011 werden die neuen elektronischen Gesundheitskarten ausgegeben, die die herkömmlichen Krankenkassenkarten nach und nach ablösen. Eigentlich sollte der Start schon 2006 über die Bühne gehen. Doch jahrelanger Streit um Kosten und Datenschutz sorgten dafür, dass die Ausgabe der Karten immer wieder verschoben wurde.

Neben den neuen Karten müssen Arztpraxen und Kliniken auch mit entsprechenden Lesegeräten ausgestattet werden. Für die Kosten des Projekts gibt es kaum seriöse Quellen. Das WDR-Magazin "Monitor" veröffentlichte 2009 eine Schätzung der für die Gesundheitskarte zuständigen Entwicklungsgesellschaft Gematik, die die Investitionskosten "im ungünstigsten Fall" mit 14,1 Milliarden Euro bezifferte.

Über den wirtschaftlichen Nutzen der Maßnahme ist auch die Deutsche Bevölkerung geteilter Meinung, wie eine repräsentative Umfrage der Zeitschrift "Apotheken Umschau" Mitte Juni ergab. Zwei Drittel (68,2 Prozent) der Befragten gaben an, dass das neue Instrument in der Lage sein werde, den Krankenkassen und damit den Versicherten viel Geld zu sparen, weil beispielsweise unnötige Doppeluntersuchungen vermieden werden könnten und man auch keine neue Karte mehr brauche, wenn sich die Adresse ändere.

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Viele fürchten andererseits Mehrkosten. Aus Sicht von deutlich mehr als der Hälfte (58,9 Prozent) der Untersuchungsteilnehmer ist die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte mit der geplanten Abspeicherung weiterer Gesundheitsdaten auf ihr viel zu bürokratisch und zu teuer, wofür letztendlich alle Krankenversicherten bezahlen müssten.

Diese Befürchtung unterstützt auch die Äußerung von Gesundheitsökonom Prof. Jürgen Wasem im "Monitor"-Bericht: "Die Karte wird jetzt primär aus politischen Gründen an den Start gehen, ökonomisch wird sie ein Minus-Geschäft sein, weil die freiwilligen Anwendungen, die das Ganze erst zu einem Gewinn machen würden, erst mal gar nicht mit dabei sind. Und zahlen müssen dieses Minus-Geschäft letztlich die Versicherten."

Mit Material von dpa und dapd

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