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Stresstest für Versicherungen Jede vierte Versicherung in Europa ist verwundbar

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Niedrigzins mit paralleler Börsen-Baisse brächte Probleme

Sogar fast jeder zweite europäische Versicherer – insgesamt 44 Prozent - käme in die Bredouille, wenn zu den niedrigen Zinsen ein Absturz an den Aktien-, Anleihen oder Immobilienmärkten hinzukäme. Ein solcher "Doppelschlag" würde die Polster der Versicherer insgesamt um 42 Prozent schmelzen lassen, errechnete die EIOPA. In der Simulation erfüllten dann nur noch 56 Prozent der überprüften Unternehmen die Kapitalanforderungen.

Das bedeuten die Niedrigzinsen für Verbraucher

Neue Eigenkapitalvorschriften ab 2016

Bernardino will über die nationalen Aufsichtsbehörden nun Druck auf schwache Versicherer ausüben. "Von jetzt bis Ende kommenden Jahres werden wir eine Flut von Maßnahmen sehen - in einigen Fällen Kapitalerhöhungen, aber auch Umschichtungen in der Bilanz", sagte Bernardino.

Bei den 35 Versicherern, die laut Test auch ohne Krise bisher nicht mit "Solvency II" zurechtkäme, handelt es sich überwiegend um kleine Unternehmen: Ihr gemeinsamer Marktanteil liegt bei nur drei Prozent. Von 30 größten Versicherern hat nur einer die Latte gerissen. Im Gegensatz zum Banken-Stresstest der EZB nennt die EIOPA aber nicht die Namen der betroffenen Versicherer.

Die heraufziehenden Probleme deutscher Lebensversicherer sind auch der Regierung bereits seit Jahren bekannt. Für das kommende Jahr soll der Garantiezins erneut sinken, von jetzt 1,75 auf dann 1,25 Prozent. Die deutsche Versicherungsaufsicht BaFin steuert ebenfalls schon seit drei Jahren aktiv gegen.

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    Die Branche musste bisher mehr als 20 Milliarden Euro zusätzlich als "Zinszusatzreserve" zurücklegen. Zudem drängt sie auf eine Abkehr von den lebenslangen Garantien. Selbst der Branchenverband GDV räumte ein, dass "die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen mittelfristig eine Herausforderung für die gesamte Branche in Europa werden könnten". Die Lebensversicherer in Deutschland hätten sich darauf aber frühzeitig vorbereitet. Die Branchenriesen wie Allianz, Axa oder Generali gelten als gut vorbereitet.

    Die EIOPA in Frankfurt wollte mit dem Stresstest feststellen, wie weit die Branche mit den Vorbereitungen auf "Solvency II" ist. Das neue Eigenkapital-Regime ist weit stärker am Risiko der Kapitalanlagen orientiert als bisher.

    Dabei untersuchte die Aufsicht 60 Konzerne und 107 weitere einzelne Versicherer aus der EU, Norwegen, der Schweiz und Island auf ihr Abschneiden unter verschiedenen Krisenszenarien. Sie stehen für zusammen 55 Prozent des europäischen Marktes. Aus Deutschland war - gemessen am Marktanteil - gut die Hälfte der Unternehmen dabei.

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