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Studie Die trügerische Sicherheit der Altersvorsorge

Die Deutschen fürchten die Altersarmut – und sorgen vor allem mit dem Eigenheim vor. Dafür sprechen Immobilienboom und niedrige Kreditzinsen. Doch die angebliche Sicherheit ist trügerisch.

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Die meisten Befragten der Postbank-Studie „Altersvorsorge in Deutschland 2013/2014“ wollen mit einem Eigenheim zusätzlich fürs Alter vorsorgen – gefolgt von Bausparverträgen und vermieteten Immobilien. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms

Hausbesitzer in Hamburg können sich freuen. Um 27 Prozent sind die Hauspreise in den vergangenen zehn Jahren in der Hansestadt gestiegen. Kostete der Quadratmeter in einem Ein- oder Zweifamilienhaus 2003 noch 2.199 Euro, sind es mittlerweile 3.016 Euro. Gerade ab 2008 schossen die Immobilienpreise in die Höhe – und das in allen deutschen Großstädten. Während die Euro-Krise wütet und die die Angst um Altersarmut umgeht, sehen die Deutschen in Immobilien die beste Anlage, um ihre Altersvorsorge auszubauen.

Dies haben die meisten Befragten der Postbank-Studie „Altersvorsorge in Deutschland 2013/2014“ angegeben. 32 Prozent wollen mit einem Eigenheim zusätzlich vorsorgen – gefolgt von Bausparverträgen und vermieteten Immobilien. „Viele klassische Formen der Altersvorsorge dürften aufgrund der niedrigen Zinsen an Attraktivität verloren haben“, sagt Studienleiter Werner Süßlin vom Institut für Demoskopie Allensbach, das 1.553 Deutsche zu ihrer Altersvorsorge befragt hat. Die aktuellen Zinsen reichen nicht mal aus, um die Inflation auszugleichen. Während die Inflationsrate 2012 bei rund zwei Prozent lag, betrug der gemittelte Leitzins der Europäischen Zentralbank gerade mal 0,88 Prozent.

Hier ist die Rentenangst am größten
Platz 10Von den Menschen, die im Ernährungswesen tätig sind, also zum Beispiel Bäcker, Diätassistenten oder Fitnessberater, sorgen sich 41 Prozent besonders stark um ihre finanzielle Zukunft. Quelle: dapd
Platz 9Bei Bank- und Versicherungsfachleuten glauben 42 Prozent, dass ihre gesetzliche Rente später nicht zum Leben reichen wird. Quelle: Fotolia
Platz 843 Prozent der Bürger, die in sozialen Berufen beschäftigt sind, also zum Beispiel Pädagogen oder Sozialarbeiter, fürchten um ihre Versorgung im Alter. Quelle: dpa
Platz 7Von den Beschäftigten in der Metallkonstruktion (z.B. Industriemechaniker) oder Installation (z.B. Heizungsinstallateur) glauben 45 Prozent nicht, dass ihre Rente später ausreichen wird. Quelle: dapd
Platz 6Wer als Hilfsarbeiter, also etwa als Kellner, tätig ist, sorgt sich oft um seine Zukunft; 46 Prozent fürchten um ihre finanzielle Absicherung im Rentenalter. Quelle: AP
Platz 5Ebenfalls 46 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitsdienst, also etwa Kranken- oder Altenpfleger, sorgen sich um ihre gesetzliche Rente. Quelle: dpa
Platz 4Von den Bürgern, die in Hotels, Gaststätten, oder in der Hauswirtschaft arbeiten, glauben 49 Prozent nicht an eine ausreichende gesetzliche Altersvorsorge. Quelle: AP

Sparer sehen in Immobilien eine gute Alternative. Wir haben den Immobilienboom, wir haben die historisch niedrigen Finanzierungszinsen. All das hat Einfluss“, sagt Süßlin. 59 Prozent der Befragten sehen das Eigenheim sogar als sicherste Altersvorsorge – und irren sich damit laut Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: Immobilienpreise seien schließlich von der Nachfrage  getrieben und hängen vom Standort einer Immobilie ab. „Wenn die Lage eines Objekts heute gefragt ist, heißt das nicht, dass das auch für die nächsten 20 oder 30 Jahre gelten muss“, sagt Nauhauser. Mit der Nachfrage entwickelt sich auch der Preis. „Der heute noch hohe Preis für ein Objekt kann in Zukunft vielleicht höher sein, vielleicht auch niedriger.“

Außerdem drücken zusätzliche Kosten die Rendite beim Hauskauf: „Es zählt nicht nur der Kaufpreis und der Verkaufspreis, sondern es kommen noch Maklergebühren, Kreditzinsen, Nebenkosten und Instandhaltungskosten hinzu“, sagt Nauhauser. Trotz dieser  Nachteile halten die Verbraucher das Eigenheim als Zusatzvorsorge hoch – und verschmähen beispielsweise Aktien: Nur neun Prozent wollen damit ihre Vorsorge ausbauen.

Aktien sind besser als ihr Ruf

Auf diese Niedrigzinsprodukte schwören die Deutschen
FestgeldDas Marktforschungsinstitut TNS Emnid hat ermittelt, wo die Deutschen ihr Geld im Jahr 2013 angelegt haben. Auch 2011 hat sich das Institut das Spar- und Anlageverhalten der Deutschen angesehen. Das Ergebnis: Die Deutschen sparen zwar mitunter mehr Geld als noch vor zwei Jahren, aber es scheint ihnen mittlerweile völlig egal zu sein, wie viel Zinsen sie bekommen. So parken dieses Jahr fast 20 Prozent der Deutschen ihr Geld auf Festgeldkonten (2011 waren es rund 15 Prozent), auf denen sie maximal 1,91 Prozent bekommen (VakifBank). Quelle: Fotolia
Sparstrumpf22 Prozent stecken ihr Erspartes in die Sparstrümpfe oder das Schweinchen. Jedenfalls antworteten sie auf die Frage nach ihrer Geldanlage, dass sie ihr Geld zuhause verwahren. Quelle: Fotolia
TagesgeldDeutlich mehr Zinsen als beim heimischen Sparschwein winken den 27 Prozent der Deutschen, die ihr Erspartes aufs Tagesgeldkonto legen. Bei 1,1 Prozent Inflation im August sind 1,5 Prozent Zinsen allerdings nicht wirklich lohnend. Quelle: Fotolia
SparbuchDas Sparbuch ist in diesem Jahr deutlich in der Gunst der Deutschen gefallen. Im ersten Quartal 2013 ist die Beliebtheit des Sparkontos um fünf Prozentpunkte auf 31 Prozent gesunken. Trotzdem ist das Sparbuch mit seinen 0,1 bis 1,5 Prozent Zinsen die Nummer vier der beliebtesten Anlageformen der Deutschen. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
LebensversicherungenDie Lebensversicherung ist seit Jahrzehnten der Deutschen liebste Form der Altersvorsorge, es existieren Millionen Verträge. Und auch, wenn die Zeiten üppiger Renditen schon lange vorbei sind und die Policen immer häufiger als Kostenfalle, Abzocke und Auslaufmodell gelten: Die Deutschen lieben sie. Allein in diesem Jahr gaben 33 Prozent der Befragten an, ihr Erspartes in Lebensversicherungen zu stecken. Quelle: dpa
BausparverträgeDie Nummer zwei in der Gunst der Deutschen ist der Bausparvertrag. Er zählt vor allem noch immer zu den Klassikern der Immobilienfinanzierung. Dementsprechend gaben 34 Prozent an, 2013 ihr Geld in Bausparverträgen anzulegen. Quelle: dpa
GirokontoDie meisten Deutschen parken ihr Geld allerdings auf dem völlig unverzinsten Girokonto. 45 Prozent nutzen dieses Konto 2013, um ihr Geld zu verwahren. Quelle: dpa

Dabei ist die Rendite bei der Niedrigzinslage mit Aktien am vielversprechendsten. Der  Dax ist beispielsweise von 1992 bis 2012 um rund 393 Prozent gestiegen. Der MSCI World Index, der die Aktienmärkte aus 24 Ländern widerspiegelt, ist im gleichen Zeitraum um 169 Prozent hochgeklettert. Bei der Altersvorsorge sei es besonders wichtig, einen Fonds so breit aufzustellen, wie diese Indizes. „Wer sein ganzes Vermögen in Einzelaktien investiert, trägt natürlich das Risiko eines Totalverlusts“, so Nauhauser.

Bei einem vielfältigen Portofolio werden fallende Aktien jedoch durch steigende Aktien kompensiert. Am besten Sparer greifen gleich zu Indexfonds, die Indizes, wie den Dax oder den MSCI World Index abbilden. „Das ist am erfolgsversprechendsten“, sagt Finanzexperte Nauhauser. „Schließlich ist es langfristig nicht möglich, mehr zu wachsen, als der Marktdurchschnitt, den solche Indizes abbilden.“ Das Verlustrisiko ist zwar nicht auszuschließen, aber trotzdem geringer, als wenn man alles auf eine Karte setzt – sei es auf eine Telekom-Aktie oder auf ein Haus, das wohlmöglich in 20 Jahren im Drogenmilieu liegen könnte.

Goldene Regeln für den Vermögensaufbau
Foto eines Eigenheims im Entstehen (Baustelle) Quelle: dpa
Foto Sparbuch Quelle: Fotolia
Foto eines Pappreiters "Lebensversicherung" Quelle: Fotolia
Börsenhändler vor Anzeige eines fallenden Kurses Quelle: dpa
Bild einer Rentnerin am Meer Quelle: Fotolia
Foto einer Finanzberatung Quelle: dpa
Die alte Börsenweisheit "Nicht alle Eier in einen Korb legen" stösst derzeit an Grenzen Quelle: Marcel Stahn

Laut Verbraucherzentrale Baden-Württemberg beträgt der maximal mögliche Verlust beim MSCI World Index die Hälfte des investierten Vermögens – wenn man bis zu elf Jahre investiert. Legen Sparer bis zu 15 Jahre an, übersteigt der mögliche Verlust keine 20 Prozent der Investition. Bei einer Anlage von über 15 Jahren soll es sogar keinen Verlust geben. „Je früher man anlegt, desto niedriger ist das Verlustrisiko und desto höher ist der mögliche Vermögenszuwachs“, sagt Nauhauser. Voraussetzung dafür, sei jedoch auch das Geld entsprechend lange liegen zu lassen. „Man braucht für Aktien eine ruhige Hand.“

Trotz der niedrigen Zinsen und der hohen Rendite-Chancen verschmähen die meisten Studienteilnehmer Aktien für die Altersvorsorge. „Nach der Telekom-Aktie, der Internetblase und der Finanzkrise sind viele Menschen skeptisch gegenüber Aktien geworden“, sagt Studienleiter Werner Süßlin. Außerdem kennen sich die meisten einfach zu wenig auf dem Aktienmarkt aus. „Das ist für viele noch eine Black Box“, sagt Süßlin. Der Informationsmangel herrsche jedoch nicht nur bei Aktien, sondern bei der Altersvorsorge allgemein. Zwar glauben 89 Prozent an, dass Altersarmut zunehmen wird, doch nur 47 Prozent wollen auch ihre Altersvorsorge ausbauen.

Deutsche verschmähen die Riester-Rente

Was Sparer gegen schlechte Riester-Verträge tun können
Günstiges Produkt wählenUm eine spätere Enttäuschung mit dem Riester-Produkt zu vermeiden, sollten Sie schon vor dem Vertragsabschluss prüfen, welches Produkt passt und was es kostet. Allen Riester-Produkten gemein ist die Kapitalgarantie. Zu Beginn der Auszahlungsphase müssen also zumindest die eingezahlten Beiträge sowie die gewährten staatlichen Zulagen vorhanden sein. Bei den Kosten und den möglichen Renditen gibt es jedoch große Unterschiede, je nachdem, ob Sie zu einer Versicherung, einem Fonds- oder Banksparplan oder zum Wohn-Riester greifen. Viele Experten betrachten Wohn-Riester als die rentabelste Form der staatlich bezuschussten Altersvorsorge. Quelle: Fotolia
Vertrag beitragsfrei stellenWer nicht mehr in seinen Riester-Vertrag einzahlen möchte, weil er sich als unrentabel erweist oder weil einfach das Geld in der Haushaltskasse fehlt, kann seinen Vertrag zunächst beitragsfrei stellen. Dann fließen weder neue Einzahlungen noch staatliche Zulagen in den Vertrag. Die bis zu diesem Tag einzahlten Beiträge und Zulagen bleiben im Vertrag stehen und werden am Ende der Vertragslaufzeit auch mit den aufgelaufenen Zinsen ausgezahlt – Anleger machen also keine zusätzlichen Verluste. Diese Beitragsfreistellung ist auch für Menschen interessant, die sich selbständig machen. Weil Selbständige nicht zur Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung verpflichtet sind, haben sie keinen Anspruch auf die staatlichen Zulagen. Aber was in den Vorjahren bereits gewährt wurde, geht trotz Beitragsfreistellung auch nicht verloren. Kehrt der Selbständige wieder in ein Angestelltenverhältnis zurück, kann er zudem den ruhenden Vertrag neu aufleben lassen. Quelle: Fotolia
Beiträge reduzierenEine andere mögliche Variante ist es, die Beitragszahlungen zu reduzieren. Das sorgt für Entspannung in der Haushaltskasse, aber die Altersvorsorge wird zumindest weiter angespart. Damit aber auch weiter die staatlichen Zulagen fließen, muss der Riester-Sparer weiterhin mindestens 60 Euro im Jahr – also fünf Euro im Monat – in den Vertrag einzahlen. Sonst gehen die Riester-Zulagen verloren – und damit auch ein wesentlicher Vorteil des Riester-Vertrags. Wer also die fünf Euro nicht mehr aufbringen will oder kann, sollte den Vertrag lieber ganz beitragsfrei stellen oder sogar kündigen – oder eventuell aussetzen (siehe nächstes Bild). Quelle: Fotolia
Beiträge vorübergehend aussetzenWer glaubt, nur vorübergehend nicht das Geld für einen Riester-Vertrag aufbringen zu können, und den Vertrag zu einem späteren Zeitpunkt weiter besparen möchte, muss nicht gleich kündigen. Beim „riestern“ kann sich der Sparer auch eine Auszeit gönnen. Praktisch ist diese Variante vor allem, wenn Elternzeit, Krankheit oder vorübergehende Arbeitslosigkeit das Einkommen schmälern. Bessert sich die Einkommenslage wieder, können die monatlichen Raten wieder aufgenommen werden. Es fehlen dann zum Ende der Laufzeit allerdings die ausgesetzten Einzahlungsmonate, die Ablaufleistung ist entsprechend niedriger. Quelle: Fotolia
Kündigung: Ende mit SchreckenWer ganz aus seinem Riester-Vertrag raus möchte, kann dies grundsätzlich jederzeit tun. Schließlich ist bei allzu schlechter Rendite ein Ende mit Schrecken einem Schrecken ohne Ende vorzuziehen. Allerdings ist eine üppige Kündigungsfrist zu beachten. Sie ist immer nur zum Quartalsende möglich, wenn mindestens drei Monate vorher gekündigt wurde. Bei der Rückzahlung des angesparten Kapitals ist außerdem mit empfindlichen Einbußen zu rechnen (siehe Bild 9). Was zurückgezahlt wird, dürfte deutlich unter der Summe der eingezahlten Beiträge und staatlichen Zulagen liegen. Dafür hat der Sparer wieder mehr monatlichen Spielraum, um Geld auf anderem Wege an die Seite zu legen sowie weniger Papierkram, weil er die Riester-Zuschüsse nicht mehr beantragen muss. Quelle: Fotolia
Vertrag wechselnEtwas anders stellt sich die Situation dar, wenn mit Wirksamwerden der Kündigung gleich ein anderer Riester-Vertrag angespart wird. Das kann sich unter Renditeaspekten durchaus lohnen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat ausgerechnet, dass bei einer monatlichen Zahlung von 100 Euro und mit einer Laufzeit von 30 Jahren eine nur um einen Prozentpunkt höhere Rendite am Tag der Auszahlung 13.000 Euro Plus ausmacht. Zwar entstehen mitunter nochmal beträchtliche Kosten. Es werden für den Wechsel üblicherweise von 50 bis 125 Euro fällig, im Einzelfall auch deutlich mehr. Allerdings möchte die Bundesregierung die Wechselgebühren in Zukunft auf 150 Euro begrenzen. Quelle: Fotolia
Rechtzeitig neuen Vertrag suchenWer wechselwillig ist, sollte sich zunächst auf die Suche nach einem geeigneten Produkt machen und den alten Riester-Anbieter erst anschließend über seine Wechselabsichten informieren. Dadurch lässt sich vermeiden, dass die Sparsumme samt staatlicher Zulagen zunächst ausgezahlt wird. Stattdessen sollte das Guthaben aus dem Riester-Vertrag gleich in den neuen Vertrag fließen. Wichtig: Der Riester-Sparer ist selbst dafür verantwortlich, dass der aktualisierte Zulagenantrag mit den Daten des neuen Anbieters den Behörden zugeht. Sonst gehen die monatlichen Grundzulagen und Kinderboni verloren. Bei den Rentenversicherungsprodukten ist noch zu beachten, dass zum Jahresbeginn der staatlich garantierte Zins auf die Ersparnisse von 2,25 auf 1,75 Prozent gesenkt wurde. Mitunter lässt sich je nach Produkt und Gesellschaft auch nur die Anlagestrategie ändern, etwa indem der Anleger in einen anderen Riester-Fondssparplan des gleichen Anbieters wechselt. Dann werden keine oder nur geringe Wechselkosten fällig. Quelle: Fotolia

„Die zu erwartende Reaktion wäre eigentlich, dass die Menschen mehr vorsorgen möchten“, sagt Süßlin. Schuld sei die Alternativlosigkeit für Verbraucher: Einerseits erscheinen klassische Anlageformen durch die niedrigen Zinsen unattraktiv, andererseits fehle das Vertrauen in Alternativen, wie Aktien. „Für die Konsumenten sind mehr Informationen von staatlicher Seite notwendig“, sagt Süßlin.

So geben nur 56 Prozent der Befragten an, schon mal etwas von der Eigenheimrente, dem sogenannten „Wohn-Rieseter“ gehört zu haben. Das ist vor allem daher überraschend, da die meisten Befragten gerade mit dem Eigenheim für den Lebensabend aussorgen möchten. Grundsätzlich ist die komplexe Riester-Rente mit neun Prozent als Altersvorsorge genau so wenig gefragt, wie Aktien.

Die Riester-Irrtümer
Finanzamtschild Quelle: dpa
Stift auf einer Steuererklärung Quelle: dpa
Ein Sparstrumpf Quelle: dpa
Mann zeigt das Innere seiner Hosentaschen Quelle: dpa
Eltern spielen mit ihrem Sohn Quelle: dpa
Vater und Sohn sitzen an einem Fluss Quelle: dpa
Besucher beim Kongress Altervorsorge 2011 Quelle: dpa

„Die Riester-Zurückhaltung ist berechtigt“, sagt Nauhauser. „Für viele ist Riester nicht die erste Wahl.“ Die Riester-Förderung lohne sich beispielsweise vor allem für kinderreiche Familien. Denn zu ihrer jährlichen Zulage von 154 Euro erhalten Sparer für jedes Kind noch 185 Euro, ist es nach 2008 geboren sogar 300 Euro. Dafür müssen sie mindestens vier Prozent ihres Einkommens einzahlen, maximal jedoch 2.100 Euro. Nauahsuer sieht die Schuld an der Riester-Skepsis vor allem in der Beratung. „Die Vermittler bieten nur das an, was ihnen eine ordentliche Provision bringt. Gute Verträge für die Kunden werden nicht wirklich verkauft.“

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Allerdings sollten sich Menschen, die für ihr Alter vorsorgen möchten, auch entsprechend informieren – schließlich geht es um ihr Geld. Das Interesse dafür ist der Postbank-Studie zufolge jedoch gesunken. „Deutschland ist in einer guten wirtschaftlichen Lage“, sagt Werner Süßlin. „Wenn es Menschen in der Gegenwart gut geht, verliert das. was in der Zukunft liegt, eben an Relevanz.“

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