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Studie zur Altersvorsorge Sparen für die Rente kommt aus der Mode

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Gelegenheitssparer

Angesichts eines bereits heute geltenden Rentenniveaus von 48 Prozent und der gesetzlichen Vorgabe, dass dieses Verhältnis von Durchschnittslohn zur Durchschnittsrente bis 2029 auf nur noch 43 Prozent sinken darf und aller Wahrscheinlichkeit nach auch soweit sinken wird, sind die deutschen Sparer mit Ihrer Erwartung eines 52-Prozent-Anteils definitiv noch zu optimistisch. Dabei fühlen sich laut Aegon-Studie etwa drei Viertel der Deutschen selbst für die Sicherung eines ausreichenden Einkommens im Rentenalter persönlich verantwortlich. An einer kompletten Fehleinschätzung liegt es demnach nicht.

Stärker als in anderen Ländern sind in Deutschland die Gelegenheitssparer vertreten, die nur hin und wieder für den Ruhestand sparen. Ihr Anteil liegt mit 15 Prozent über dem weltweiten Durchschnitt von 12 Prozent. Auch die Sparverweigerer, die noch nie für die Rente gespart haben und dies auch nicht vorhaben, liegen mit einem Anteil von neun Prozent über dem globalen Mittel von nur sechs Prozent.

71 Prozent sind der Meinung, der Staat solle die Verantwortung für die Altersvorsorge übernehmen. Insofern überrascht es kaum, dass fast zwei Drittel der Deutschen eine automatische Teilnahme an einer betrieblichen Altersversorgung durch die Arbeitgeber in Form einer Gehaltsumwandlung begrüßen würden. Fast drei Viertel befürworten, dass die Regierung die Arbeitgeber dazu anhalten sollte, alle Mitarbeiter automatisch eine betriebliche Altersversorgung abzusichern.

Welche Länder welche Kontogebühren kassieren
EZB Quelle: dpa
frankreich, negativzins Quelle: REUTERS
dänemark, negativzins Quelle: dpa
Italien, negativzins Quelle: dpa
Großbritannien, Negativzins Quelle: dpa
Schweiz, Negativzins Quelle: dpa
Spanien, Negativzinsen Quelle: REUTERS

Die Lektüre der Studie lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Die deutschen Sparer resignieren zunehmend beim Thema Altersvorsorge, ein Teil setzt sicher lieber auf den Kauf einer selbstgenutzten Immobilie, was auch das relativ hohe Interesse an Bausparverträgen erklären würde. Zwar wollen drei Viertel der Befragten gerne wissen, ob sie einen finanziell gesicherten Ruhestand haben werden, aber gerade mal 41 Prozent sind bereits davon überzeugt, dass sie ihren präferierten Lebensstandard auch noch nach dem 90. Geburtstag halten können. 

Hilfreich wäre es sicher, besser über Rentenansprüche und eine praktikable Rentenplanung zu informieren. Das geht sicher am besten mit Hilfe eines unabhängigen Vorsorgeberaters. Hier ist noch viel Potenzial, zumal nur zwölf Prozent in der jüngsten Aegon-Erhebung einen schriftlich fixierten Finanzplan für die Rente vorweisen konnte. Auch dieser Anteil ist in den vergangenen Jahren wieder gesunken.

Die Zahlen spiegeln somit wider, dass das Thema Altersvorsorge nicht nur latent frustrierend ist, sondern auch so komplex, dass Sparer die Verantwortung dafür lieber an Staat und Arbeitgeber übergeben würden. Auf den Rentenwahlkampf zur nächsten Bundestagswahl dürfen Sparer also gespannt sein.

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