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Tarifvergleich Die besten Risiko-Lebensversicherungen

Zum Schutz Angehöriger: Die besten Risikolebensversicherungen Quelle: imago images

Mit einer Risikolebensversicherung sorgen Familien für den Fall vor, dass der Hauptverdiener stirbt. Die WirtschaftsWoche kürt gemeinsam mit Morgen & Morgen die Policen mit dem besten Chance-Risiko-Verhältnis.

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Es ist ein Schreckensszenario: Die Familie erfüllt sich den Traum vom Eigenheim und dann stirbt völlig überraschend der Hauptverdiener. Das ist nicht nur menschlich, sondern auch wirtschaftlich eine Tragödie, denn der Kredit für die Immobilie muss weiterhin bedient werden. Eine Kapitallebensversicherung sichert die Familie gegen dieses finanzielle Risiko ab.

Experten betonen, wie wichtig dieser Schutz ist. „Jeder, dessen Ableben finanzielle Auswirkungen für andere hat, sollte eine Risikolebensversicherung abschließen“, sagt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale NRW. Mit der Todesfallsumme können finanzielle Verpflichtungen gesichert werden. „Vor allem ist sie bei einer Finanzierung mit einem großen Volumen wie beispielsweise Immobiliendarlehen als Restschuldversicherung für den Todesfall des Darlehensnehmers wichtig“, ergänzt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Aber auch die generelle Versorgung von Kindern und Partnern oder Verpflichtungen unter Geschäftspartnern können abgesichert werden. Verzichten könne auf einen solchen Schutz nur, wer keinerlei finanzielle Verpflichtungen anderen gegenüber mehr habe, betont Verbraucherschützerin Weidenbach.

Den Hauptverdiener gibt es allerdings oft gar nicht mehr. In vielen Lebensgemeinschaften steuern heute beide Lebenspartner ihren Teil zum Unterhalt bei. „Das bedeutet aber eben auch, dass nun beide Arbeitskräfte adäquat abgesichert werden sollten, wenn es keine sonstigen Rücklagen gibt“, sagt Michael Reeg, Geschäftsführer des Versicherungsmaklers Hoesch & Partner. Das gelte insbesondere, wenn langfristig finanzielle Verpflichtungen wie eben Immobilienfinanzierungen eng kalkuliert wurden. „Vergessen Sie auch nicht bei der Höhe der Police Mittel für die Ausbildung der Kinder zu berücksichtigen“, rät er.

Ob nun ein Hauptverdiener oder zwei Verdiener, worauf müssen Verbraucher beim Abschluss einer solchen Police achten? Wo finden Sie die besten Tarife? Das Analysehaus Morgen & Morgen (M&M) hat exklusiv für die WirtschaftsWoche die Risikolebensversicherungen mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis gekürt. M&M-Versicherungsexperte Andreas Ludwig hat die Tarife für zwei Musterfälle analysiert: eine 40-jährige Juristin, die 120.000 Euro brutto verdient und mit ihrem Partner zusammenlebt, sowie einen 45-jährigen Juristen, mit einem Gehalt von 250.000 Euro, der verheiratet ist und zwei Kinder hat. Die Juristin fährt Motorrad und raucht, während der Manager seit mehr als zehn Jahren Nichtraucher ist. Beide wählen eine konstante Versicherungssumme von 100.000 Euro.

Die 40-Jährige hat die Wahl zwischen 13 Tarifen mit der Note „Sehr gut“. Erstplatzierte ist die InterRisk, gefolgt von Asuro, Cosmos Direkt und VPN. Der jährliche Zahlbeitrag bei diesen vier Tarifen liegt unter 400 Euro. Der Manager kann zwischen sechs „sehr guten“ Tarifen wählen. Die Police der Ergo Vorsorge hat mit einem jährlichen Zahlbeitrag von 142,36 das beste Preis-Leistungsverhältnis. Bei Cosmos Direkt zahlt er 160,80 Euro. Die Tarife von VPV, Hannoversche, Basler und Europa sind ein wenig teurer, liegen aber ebenfalls unter 200 Euro. Die großen Beitragsunterschiede zwischen den beiden Musterfällen haben einen einfachen Grund. „Hier wird deutlich, wie risikoreich die Versicherer Rauchen und Motorradfahren einstufen, und dass obwohl die rauchende und motorradfahrende Person fünf Jahre jünger ist“, sagt M&M-Experte Ludwig.



Insgesamt ist die Risikolebensversicherung eine relativ einfach zu verstehende Police. Aus Sicht der Versicherer ist ein Todesfall ein binäres Ereignis, sprich klar nachweisbar. Die Fallstricke liegen eher in der Antragstellung. Reeg mahnt, Gesundheits- oder Gewohnheitsfragen wie etwa nach dem Raucherstatus unbedingt wahrheitsgemäß und vollständig zu beantworten. „So vermeiden es Versicherte, die bereits einen tragischen Verlust verkraften müssen, die finanzielle Absicherung vor Gericht erstreiten zu müssen“, sagt er. Ab einer bestimmten Versicherungssumme können unter Umständen medizinische Untersuchungen notwendig werden.

Aber auch Fragen nach dem Einkommen oder allgemeinen finanziellen Verhältnissen können auftauchen. „So schätzen Versicherer das subjektive Risiko ab, nämlich ob die beantragte Versicherungssumme in dieser Höhe überhaupt benötigt wird“, ergänzt Reeg.



Verbraucherschützerin Weidenbach weist darauf hin, dass viele Versicherer einen Netto- und einen Bruttobeitag ausweisen. Der Nettobeitrag ist der aktuelle Zahlbeitrag, der maximal bis zum Bruttobeitag vom Versicherer erhöht werden kann. „Bei dem Vergleich einzelner Angebote ist hier das Verhältnis zu beachten“, sagt sie. „Es kann durchaus sein, dass der Nettobeitrag eines Versicherers nur wenig höher ist als beim anderen Versicherer, aber dafür der Bruttobeitrag wesentlich geringer ausfallen würde.“ Ihre Prämien sollten Versicherte jährlich zahlen, das ist in der Regel günstiger. Für Boss zählt eine Nachversicherungsgarantie zu einem sinnvollen Kriterium. Versicherte haben dann die Möglichkeit, ohne erneute Gesundheitsprüfung die Versicherungsleistung zu erhöhen, wenn bestimmte Ereignisse eingetreten sind. Dazu zählen beispielsweise Heirat, Geburt eines Kindes oder Erwerb einer Immobilie. Bei einigen Versicherern gilt die Nachversicherungsgarantie sogar ohne Eintritt eines bestimmten Ereignisses.

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Grundsätzlich sind sich die Experten einig: Jeder, von dem andere wirtschaftlich abhängig abhängig sind, sollte man über eine Risikolebensversicherung nachdenken - vor allem, wenn hohe finanzielle Verpflichtungen bestehen.

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