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Tarifwechsel Der Weg zur günstigen Kfz-Versicherung

Wer zum Jahresende zu einer günstigeren Kfz-Versicherung wechseln möchte, muss seinen alten Vertrag bis 30. November kündigen. Worauf Autofahrer beim Wechsel der Versicherung achten sollten

Bei der Kfz-Versicherung gibt es große Preisunterschiede Quelle: ExQuisine - fotolia.com

Alle Jahre wieder: Der Kündigungstermin für Kfz-Versicherungen ist fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit.

Die Werbung der Versicherungsbranche für ihre Kfz-Tarife nimmt in den letzten Monaten des Jahres zu. Und fast immer lautet das Versprechen, bei einem Wechsel zu einer anderen Versicherung könnten Autofahrer viel Geld sparen.

Tatsächlich haben die Kfz-Versicherer in den vergangenen Jahren die Versicherungsprämien immer weiter gedrückt.

Dafür haben sie den einst relativ einheitlich gestrickten Kfz-Versicherungen zahllose neue Tarifmerkmale und -optionen hinzugefügt. Richtete sich der Versicherungstarif früher im wesentlichen nach Motorleistung und Regionalklasse, spielt heute auch eine Rolle, in welchen familiären Verhältnissen der Fahrer lebt, wie alt er ist, welchen Beruf er hat, ob, und wenn ja, welche anderen Personen das Fahrzeug benutzen und wo es über Nacht abgestellt wird.

Auch ein Eigenheim mit hoher Hypothek beruhigt so manchen Versicherer. Denn wer sein Häuschen abbezahlt, kann sich keinen Unfall leisten.

Der Markt für Kfz-Versicherungen ist so hart umkämpft wie kaum eine andere Versicherungssparte

100 Millionen Kfz-Versicherungsverträge gibt es in Deutschland.

Der Markt für Kfz-Versicherungen ist in Deutschland so hart umkämpft wie kaum eine andere Versicherungssparte. Nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wird 2010 wohl das sechste Jahr in Folge werden, in dem die Beitragseinnahmen der Versicherer zurückgehen.

Mit Beitragseinnahmen der Branche im Volumen von 20 Milliarden Euro bewegen sich die Versicherer auf dem Niveau der Jahrtausendwende.

Um Kunden zu gewinnen, bieten deshalb viele Versicherer für Neukunden besonders rabattierte Tarife.

Neukundentarif für Altverträge

Wer also von den günstigsten Angeboten der Kfz-Versicherer profitieren will, hat nur zwei Möglichkeiten: entweder die Versicherung bis zum 30. November kündigen und den Anbieter wechseln oder bei der bestehenden Versicherung anrufen und nach einem Neukunden-Tarif fragen.

Letzteres bieten zwar nicht alle Versicherer ihren Bestandskunden an, laut einer Umfrage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sind die großen Versicherer jedoch weit überwiegend bereit, Bestandkunden in den Neukunden-Tarif aufzunehmen. 

Kunden sollten jedoch genau darauf achten, dass der Neukunden-Tarif auch die gleichen Tarifmerkmale wie der alte bietet.

Besonderes Augenmerk sollte den Deckungssummen und Selbstbeteiligungen gelten.

Schwieriger Vergleich der unterschiedlichen Tarife

Wer die Versicherung wechselt, hat es nicht ganz so bequem, denn ein vernünftiger Tarif-Vergleich ist angesichts der Fülle an Tarifausprägungen alles andere als simpel. Hier ein paar grundsätzliche Tipps:

Vertragskündigung:

Regulärer Termin für eine Kündigung zum Jahresende ist der 30. November. Erhöht eine Versicherung ihre Beiträge, besteht ein Sonderkündigungsrecht für vier Wochen nach der Mitteilung der Beitragserhöhung.  Auch ein Fahrzeugwechsel und Schadensfälle sind Gelegenheiten für einen Versicherungswechsel. Besteht die Versicherung weniger als ein Jahr, können für den Kunden Zusatzkosten entstehen, weil die Versicherung einen sogenannten Kurztarif zugrundelegen darf.Kfz-Haftpflicht: Die Kfz-Haftpflicht ist gesetzlich vorgeschrieben und Versicherer dürfen deshalb keinen Kunden ablehnen. Da Schäden bei Autounfällen nicht selten in die Millionenhöhe gehen, sollte die Kfz-Haftpflicht eine hohe Deckungssumme aufweisen – möglichst 100 Millionen Euro oder mehr.

Kasko-Versicherung

: Voll- oder Teilkasko-Versicherungen sind freiwillig, das heißt, wenn der Versicherung das Risiko zu hoch ist, kann sie einen Kunden auch ablehnen, zum Beispiel bei besonders teuren Autos. Im Zweifelsfall ist also vorher zu klären, ob die zukünftige Gesellschaft auch für dieses Fahrzeug Kaskoschutz gewährt.Rabattregelungen: Besonders günstige Tarife ist oftmals auch an bestimmte Bedingungen geknüpft. Werden zum Beispiel maximale Kilometerleistungen pro Jahr vereinbart, kann dem Kunden je nach Versicherer eine Strafe aufgebrummt werden, wenn sich nach dem Unfall herausstellt, dass das Auto viel mehr gefahren wurde. Vergleichbare Probleme kann es auch mit anderen Tarif-Merkmalen geben. Potenzielle Kunden sollten also auch immer fragen, welche Folgen das Missachten der vereinbarten Tarifmerkmale nach sich zieht und welche Pflichten er hat, Änderungen in seinem Nutzungsverhalten der Versicherung zu melden.

Schadenfreiheitsrabatt

: Wer einen Schaden von seiner Versicherung regulieren lässt, verliert seinen Schadenfreiheitsrabatt – zumindest teilweise. Da es immer mehrere unfallfreie Jahre dauert, bis die alte Schadenfreiheitsklasse wieder erreicht ist, lohnt die Frage nach dem Betrag, bis zu dem eine Begleichung des Schadens aus eigener Tasche vorteilhafter ist, als die Herabstufung in eine schlechtere Schadenfreiheitsklasse. Gerade scheinbar günstige Anbieter neigen dazu, Versicherte nach einem Schaden deutlich stärker herabzustufen, als Versicherungen, die keinen extra-günstigen Tarif anbieten. Die Frage lautet also: Wie stuft die Versicherung im Schadensfall zurück?Kurzläufer-Verträge mit Zuschlag: Kfz-Versicherungsverträge, die nach dem 1. Januar 2009 geschlossen wurden, können zwar meist auch zum 31. Dezember 2009 gekündigt werden (das Kündi­gungsschreiben muss spätestens am 30.11.09 dem Versicherer vorliegen), doch kann die Gesellschaft den Vertrag dann nach einem teuren Kurztarif abrechnen. Einige Anbieter verzichten wohl darauf, doch sollte man sich vorsorglich erkundigen, ob nach der Kündigung für einen Vertrag mit weniger als zwölf Monaten Laufzeit Zusatzkosten für einen Kurztarif entstehen.

Versicherungsvergleich:

Vergleichsportale im Internet  sind sehr populär. Mal ist die Benutzung kostenlos, mal – wie etwa bei der Verbraucherzentrale – kostenpflichtig. Die Online-Portale bieten gegenüber Vergleichstabellen oder Test-Rankings einen großen Vorteil: Sie erfassen in der Regel neben den Fahrzeugdaten detailliert alle tarifrelevanten Merkmale des Versicherten: Alter, Familienstand, gefahrene Kilometer pro Jahr, Beruf, Parksituation (Straße, Garage, etc.), andere Fahrzeugnutzer, Schadenfälle in den vergangenen Jahren und vieles mehr, was sich auf die Höhe des Versicherungstarifs aufwirkt. So bekommen Autofahrer einen recht präzisen und individuellen Kostenvergleich für seinen Versicherungsbedarf zustande. Allerdings nur, wenn das Vergleichsportal Tarifdaten von möglichst vielen Versicherungen in seiner Datenbank auf dem aktuellen Stand vorhält. Viele Portale leiten auch gleich den Vertragsabschluss in die Wege und übermitteln die Daten des Kunden an die Versicherungen.Vertragskonditionen: Die genauen Konditionen sollten Autofahrer nach der Wahl ihrer Kfz-Versicherung in jedem Fall genau prüfen. Sollten sich doch unerwartete Stolperfallen finden, kann der Kunde innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen vom Vertrag zurücktreten.

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